Dank einer kämpferischen Leistung schafft der Klub aus der Promotion League gegen den FC Lugano die Überraschung. In der zweiten Partie des Abends setzt sich der FC Basel dank drei Toren in vier Minuten gegen das unterklassige Etoile Carouge durch.
(sda) Dem FC Biel gelingt der grosse Coup. Der Seeländer Klub aus der Promotion League schaltet mit einem 2:0-Heimsieg den FC Lugano aus und steht zum ersten Mal seit 2011 im Cup-Halbfinal.
Der Plan von Luganos Trainer Mattia Croci-Torti, kräftesparend in den Halbfinal einzuziehen, misslang gründlich. Die auf vielen Positionen umgestellte Mannschaft biss sich am FC Biel die Zähne aus, weil sie nur selten Lösungen gegen den kompakt stehenden Aussenseiter fand. Dieser nutzt seine erste Torchance nach der Pause: Brian Beier fand in der 69. Minute mit einem Pass in den Strafraum Omer Dzonlagic. In der Nachspielzeit traf Malko Sartoretti zum 2:0.
Etwas Glück benötigte der FC Biel, der Zweite der Promotion League, auf dem Weg zum Exploit. Dem Treffer, dem fünften im fünften Cupspiel vom ehemaligen Thuner Dzonlagic, war womöglich eine Offsideposition vorangegangen. Technische Hilfsmittel standen aber nicht zur Verfügung, um die Szene einwandfrei zu klären. Vor dem eigenen Tor waren diverse Aktionen nach der Pause äusserst gefährlich. Zuerst flogen Kopfbälle um wenige Zentimeter am Kasten vorbei, zuerst jener von Daniel Dos Santos (54.) und später jener von Shkelqim Vladi (75.).
Rote Karte für Renato Steffen kurz vor Schluss
In der Schlussphase war der eingewechselte Georgios Koutsias im Pech, als er zuerst aus fünf Metern einen Kopfball freistehend nicht an Biels Goalie Raphael Radtke vorbeibrachte und später erneut mit dem Kopf nur den Pfosten traf. Dass Renato Steffen, der wie Mattia Zanotti erst nach einer guten Stunde ins Spiel kam, für das Unterbinden eines Konters mit einem Foul in der 93. Minute auch noch die Rote Karte sah, passte zum komplett misslungenen Auftritt der Luganesi.
Für Lugano kommt das Cup-Out nicht nur überraschend, ein solches hatte zuletzt auch Seltenheitswert. Luzern war im Viertelfinal 2021 der letzte Klub, der die Tessiner vor dem Final schlagen konnte. Das letzte Mal, dass die Bianconeri einem Unterklassigen unterlagen, war in der Saison 2011/2012. Damals hiess der Bezwinger auch schon FC Biel, spielte aber in der Challenge League.
Nun gilt es für Lugano sich rasch wieder zu fangen, nach den zwei bitteren Niederlagen innerhalb weniger Tage gegen YB und Biel. Schliesslich warten bis zur Länderspiel-Pause Mitte März noch fünf Partien innerhalb von zwei Wochen, darunter jene im Achtelfinal der Conference League. Auch deshalb hatte Croci-Torti sich entschieden, auf einige Leistungsträger nicht von Beginn weg zu setzen.
FC Basel dreht Partie gegen Etoile Carouge spät
Im anderen Cup-Viertelfinal des Abends stand Etoile Carouge, das vor knapp vier Jahren den FC Basel im Cup-Achtelfinal ausgeschaltet hatte, der Wiederholung dieses Exploit ganz nahe. In der 55. Minute war der Genfer Challenge-League-Klub durch Oscar Correia in Führung gegangen. Die Basler stürmten lange Zeit recht hilflos an, bevor ihnen die späte Triplette gelang.
Gabriel Sigua und Kevin Carlos profitierten innerhalb von 90 Sekunden von Vorstössen und Flanken von Dominik Schmid. Der bis zu seinem Doppelpack kaum gesehene Carlos sorgte in der 88. Minute für die endgültige Entscheidung in einer temporeichen Partie, die Etoile Carouge über weite Strecken ausgeglichen gestalten konnte. In der ersten Halbzeit war der Aussenseiter sogar recht deutlich überlegen, wie das 6:0 Verhältnis an Schüssen aufs Tor beweist.
Immer wieder gelangen Etoile Carouge auf dem Kunstrasen des Stade de la Fontenette starke Konter. Technisch exzellent spielten sich die Genfer um den Routinier Vincent Rüfli und die Servette-Leihgabe Usman Simbakoli durch die Basler Reihen. In der 55. Minute gelang so Correia mit einem schönen Schlenzer das 1:0. Sechs Minuten zuvor war Xherdan Shaqiri mit einem Penalty an Etoile Carouges Goalie Signori Antonio, der auch das Tor von Angolas Nationalmannschaft hütet, gescheitert.