Dienstag, März 31

Planen Sie, über Ostern nach Deutschland zu reisen? Erwarten Sie stark befahrene Autobahnen, überfüllte Züge und anhaltende Streikunsicherheit an Flughäfen. Hier erfahren Sie, worauf Sie achten sollten – und wie Sie das Schlimmste vermeiden können.

Egal, ob Sie mit dem Auto zur Familie fahren, für einen Kurzurlaub in den Zug steigen oder für das verlängerte Wochenende ins Ausland fliegen: Ostern ist in Deutschland eine der geschäftigsten Reisezeiten des Jahres.

Da sich die Schulferien in den meisten Bundesländern überschneiden, sind Millionen Menschen gleichzeitig auf Straße und Bahn unterwegs.

In diesem Jahr wird das Reiseverhalten zu Ostern von einem Mix verschiedener Faktoren geprägt: hohe Treibstoffpreise, die einige Fahrer dazu drängen, auf die Bahn umzusteigen, große Bauarbeiten im Schienennetz und eine Streiksituation, die sich in der Luftfahrt zwar entspannt, aber nicht ganz verschwunden ist.

Straßen

Der ADAC, Deutschlands größter Automobilclub, warnt, dass in den Tagen vor und nach Ostern mit Staus zu rechnen ist, wobei die Staugefahr am Gründonnerstag (2. April) und Ostermontag (6. April) besonders hoch ist.

Laut ADAC dürfte der Verkehr am Gründonnerstag am stärksten sein, da viele Autofahrer versuchen, Fahrten am Gründonnerstag selbst zu vermeiden.

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Auch am Morgen des Karfreitags wird es auf den Straßen viel Verkehr geben, längere Stillstände sind jedoch weniger wahrscheinlich, während Ostersonntag und Karsamstag landesweit voraussichtlich die ruhigsten Tage sein werden.

Besonders gefährdet sind städtische Gebiete und wichtige Verkehrsachsen, wobei die Wahrscheinlichkeit eines starken Verkehrsaufkommens rund um Städte wie Berlin, Hamburg, München, Frankfurt und Stuttgart sowie über Fernautobahnen wie die A1, A3, A7, A8 und A9 hoch ist.

Allerdings geht der ADAC auch davon aus, dass die Staus insgesamt möglicherweise etwas geringer ausfallen als im Vorjahr, da die hohen Treibstoffpreise im Zusammenhang mit dem Krieg im Iran längere Autofahrten verhindern und einige Reisende auf die Bahn umsteigen.

Auf der Autobahn A9 bei Himmelkron stehen Autos im Stau. Am Osterwochenende wird in Deutschland mit starkem Verkehr gerechnet. Foto: picture Alliance/dpa | Pia Bayer

Schiene

Die Deutsche Bahn (DB) erwartet über Ostern, insbesondere am Gründonnerstag, Karfreitag und Ostermontag, eine sehr hohe Nachfrage im Fernverkehr.

Die Nachfrage ist höher als erwartet, was die DB unter anderem darauf zurückführt, dass sich die Fahrer wegen der hohen Treibstoffkosten für die Bahn entschieden haben. Auch DB-Chefin Evelyn Palla hat bestätigt, dass es in der Ferienzeit zusätzliche Züge geben wird, darunter zusätzliche Züge nach Sylt, in den Schwarzwald und an den Bodensee.

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Über Ostern dauern jedoch große technische Arbeiten an, was zu Verzögerungen führen kann. Die DB hat den Bau wichtiger Abschnitte zwischen Leipzig und Halle, rund um Hannover und zwischen Frankfurt und Fulda sowie einen Busersatz zwischen Baden-Baden und Freiburg aufgrund des Ausbaus der Rheintalbahn bestätigt.

Insgesamt dürften die Strecken Berlin–Köln, Berlin–München und Frankfurt–Köln die verkehrsreichsten sein.

Die DB empfiehlt Fahrgästen dringend, die Auslastung der Züge über die DB Navigator-App oder die Website bahn.de zu überprüfen und nach Möglichkeit Sitzplätze zu reservieren.

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Flugreisen

Nach wochenlangen Störungen sind die Aussichten für den Flugverkehr über Ostern stabiler als Anfang März, die Risiken sind jedoch nicht ganz verschwunden.

Am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) hat die Gewerkschaft Verdi nach Fortschritten bei den Tarifverhandlungen weitere Streiks bis mindestens zum 13. April ausgeschlossen.

Bewegung gibt es auch bei der Lufthansa, wo eine neue Vereinbarung für rund 20.000 Bodenmitarbeiter das Risiko weiterer Streiks des Bodenpersonals in diesem Jahr beseitigt.

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Lufthansa hat jedoch gewarnt, dass einige Gespräche noch andauern.

Nach Angaben der Gewerkschaft UFO unterstützte das Kabinenpersonal des Lufthansa-Hauptflugbetriebs und der Regionaltochter Lufthansa CityLine am Freitag in einer Mitgliederabstimmung den Streik.

Es wurden noch keine konkreten Streiktermine bekannt gegeben, aber die Abstimmung gibt der Gewerkschaft den Auftrag, den Streit kurzfristig zu eskalieren, wenn die Gespräche nicht vorankommen.

Reisenden wird empfohlen, die Ankündigungen in den Tagen vor ihren Flügen genau im Auge zu behalten, da neue Streikmaßnahmen in der Regel ein oder zwei Tage im Voraus angekündigt werden.

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