Lufthansa-Flüge von großen deutschen Flughäfen könnten am 10. April gestrichen werden, wobei die Fluggesellschaft Reisende dringend auffordert, ihre Buchungen frühzeitig zu überprüfen. Tausende Reisende könnten betroffen sein.
Wenn Sie planen, diesen Freitag mit Lufthansa zu fliegen, müssen Sie mit Störungen rechnen. Das Kabinenpersonal wird an mehreren wichtigen deutschen Flughäfen seinen Job verlieren, was das Risiko kurzfristiger Annullierungen und Umbuchungen in letzter Minute erhöht.
Das Kabinenpersonal der Lufthansa hat nach monatelangen erfolglosen Tarifverhandlungen für Freitag, den 10. April, einen eintägigen Streik angekündigt.
Der Streik wird von Mitternacht bis 22 Uhr dauern und voraussichtlich alle Lufthansa-Abflüge von Frankfurt und München, den beiden Hauptdrehkreuzen der Fluggesellschaft, betreffen.
Die Fluggesellschaft sagt, sie arbeite daran, die Auswirkungen zu begrenzen, aber viele Menschen, die nach, von oder innerhalb Deutschlands reisen, dürften betroffen sein.
An dem Streik sind nach Angaben der Flugbegleitergewerkschaft UFO auch Mitarbeiter der Lufthansa-Regionaltochter CityLine beteiligt.
Dadurch wird es voraussichtlich zu Beeinträchtigungen der CityLine-Abflüge an neun deutschen Flughäfen kommen: Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover.
Die Gewerkschaft sagte, dass die Maßnahme zeitlich so geplant sei, dass die Hauptferienzeit an Ostern vermieden werden könne, räumte jedoch ein, dass einige Urlaubsreisende, die möglicherweise an diesem Wochenende nach Hause zurückkehren, von den Störungen betroffen sein werden.
Wie Passagiere betroffen sein werden
Lufthansa hat angekündigt, dass Passagiere, deren Flüge storniert oder geändert werden, am Donnerstagmorgen per E-Mail benachrichtigt werden, sofern ihre Kontaktdaten aktuell sind.
Reisenden wird außerdem dringend empfohlen, ihren Flugstatus auf der Website von Lufthansa zu überprüfen, bevor sie sich zum Flughafen begeben.
Die Fluggesellschaft bietet flexible Reisemöglichkeiten. Passagiere, die am 10. April mit Lufthansa, Austrian Airlines, SWISS, Brussels Airlines oder Air Dolomiti fliegen, können bis einschließlich des Reisetages eine Rückerstattung beantragen.
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Alternativ können Reisende bis zum 17. April kostenlos auf einen anderen Flug der Lufthansa Group umbuchen, heißt es auf der Website der Fluggesellschaft.
Stehen keine passenden Alternativflüge zur Verfügung, besteht auch die Möglichkeit, Tickets im Rahmen des Lufthansa-Programms „Gut für Bahn“ gegen Bahnfahrten der Deutschen Bahn umzutauschen.
Lufthansa rechnet nach eigenen Angaben mit einer weitgehenden Rückkehr zum regulären Flugplan ab Samstag. Weitere Informationen der Fluggesellschaft zum Streik finden Sie hier.
Warum streikt das Kabinenpersonal?
Im Mittelpunkt des Streits stehen die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag für das Kabinenpersonal, die nach Angaben der Gewerkschaft seit Monaten festgefahren sind.
UFO-Vorsitzender Joachim Vázquez Bürger warf der Lufthansa vor, kein „verhandelbares Angebot“ vorgelegt zu haben, und sagte der Deutschen Presse-Agentur, dass der Streik „vermeidbar“ gewesen sei.
Berichten zufolge fordert das Kabinenpersonal bessere Arbeitsbedingungen, vorhersehbarere Zeitpläne und längere Kündigungsfristen für Dienstpläne.
Auch bei CityLine streben rund 800 Mitarbeiter einen Sozialvertrag an, da die Tochtergesellschaft im nächsten Jahr geschlossen und durch eine neue Fluggesellschaft, Lufthansa City Airlines, ersetzt werden soll.
Lufthansa ihrerseits erklärt sich weiterhin bereit, die Gespräche jederzeit wieder aufzunehmen und betont, dass dauerhafte Lösungen nur im Dialog erreicht werden können.
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