Das Zürcher Stimmvolk hat einem Plan zugestimmt, den Preis für ein Jahresabonnement im öffentlichen Nahverkehr (ZVV) von derzeit über 800 Franken auf 365 Franken (1 Franken pro Tag) zu senken. Wird es wirklich passieren und wie wird es funktionieren?
Wie viel kostet dieses Ticket?
Eine Jahreskarte für die Zone 110 (Innenstadt, Hauptbahnhof und Stadtquartiere) kostet in der 2. Klasse für Erwachsene nur noch 365 Franken – umgerechnet 1 Franken pro Tag.
Der aktuelle Preis beträgt 809 Franken, was einer satten Ermäßigung von 444 Franken entspricht.
Auch für Kinder und Jugendliche wird der Fahrpreis deutlich sinken: Statt derzeit 586 Franken zahlen sie nur noch 185 Franken pro Jahr.
Wird jeder in Zürich von diesen günstigen Tickets profitieren können?
Alle Zürcherinnen und Zürcher haben Anspruch auf das vergünstigte Abo – unabhängig von ihrem Einkommen.
Wer jedoch beruflich in die Stadt pendelt, aber außerhalb wohnt, zahlt weiterhin den regulären Preis.
Wann tritt das neue Abonnement in Kraft?
Nun haben die Zürcher Behörden ein Jahr Zeit, um zu planen und dem Gemeinderat einen konkreten Umsetzungsvorschlag vorzulegen.
„Der ZVV wird gemeinsam mit der Stadt möglichst einfache Lösungen finden“, teilte das Verkehrsunternehmen mit.
Und abhängig von den Einzelheiten – also davon, welche Art von Plan letztendlich ausgearbeitet wird – könnte der Vorschlag Gegenstand einer weiteren Volksabstimmung sein.
Wie die Stadtverwaltung erklärt, „wird der Umsetzungsvorschlag je nach Ausgestaltung einer obligatorischen oder fakultativen Volksabstimmung unterliegen.“ Dies kann mit anderen Worten der Fall sein, wenn das endgültige Projekt vom ursprünglichen Plan abweicht.
Erwarten Sie also in naher Zukunft keine Änderungen.
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Wer finanziert die ermäßigten Tarife?
Die Finanzierung übernimmt die Stadt Zürich, also der lokale Steuerzahler.
Der Kanton hat den ZVV beauftragt, einen Kostendeckungsgrad von mindestens 60 Prozent zu erreichen.
Das zusätzliche Geld der Stadt Zürich wird auf 40 Millionen Franken pro Jahr geschätzt.
Ist die Stadt mit diesem Projekt zufrieden?
NEIN.
Der Grund: „Dies stellt die Stadt Zürich vor finanzielle und betriebliche Herausforderungen.“ erklärten die Kommunalbehörden.
Erstens müssen nun jährlich schätzungsweise 140 Millionen Franken Steuereinnahmen für die Subventionierung von Jahreskarten aufgewendet werden.
Auch die Logistik muss geklärt werden.
„Die betrieblichen Herausforderungen liegen darin, dass die Tickethoheit nicht bei der Stadt Zürich, sondern auch beim ZVV liegt. Ob Zürcher künftig beispielsweise einen ÖV-Gutschein erhalten oder ob ihre ZVV-Ticketkäufe nachträglich von der Stadt erstattet werden, bleibt noch zu klären.“

