Donnerstag, Juni 11

Wissenschaftler haben ein außergewöhnliches Ökosystem aus Meereslebewesen entdeckt, darunter Quallen, Röhrenwürmer und Schlangensterne, die auf einem Millionen Jahre alten Walfriedhof in der Tiefsee gedeihen.

Diese bemerkenswerte Entdeckung liegt bis zu 23.000 Fuß (7 Kilometer) unter der Oberfläche des südöstlichen Indischen Ozeans und stellt die tiefste, älteste und größte Fundstelle dieser Art dar, die jemals gefunden wurde.

Diese einzigartigen Unterwasserviertel entstehen, wenn Walkadaver auf den Meeresboden sinken und eine nachhaltige Nährstoffquelle für die umliegenden Lebewesen darstellen.

Die schiere Größe eines Wals und die besondere Chemie seiner Knochen seien entscheidend für die Schaffung dieser Tiefseeparadiese, erklärte Xikun Song, ein Biologe am Institut für Tiefseewissenschaft und -technik der Chinesischen Akademie der Wissenschaften.

Aufgrund der inhärenten Beschaffenheit der Tiefsee sei es für Wissenschaftler jedoch äußerst schwierig, diese Standorte zu lokalisieren, bemerkte Song.

Forscher erkundeten die Überreste im Rahmen mehrerer Tiefsee-Tauchexpeditionen im Jahr 2023, sammelten akribisch Proben und kartierten die riesige Ausdehnung der Nekropole.

Sie identifizierten fünf verschiedene Kadaverstandorte und entdeckten Fossilien, darunter Schädel von Schnabel- und Bartenwalen, wobei die ältesten Knochen erstaunliche 5,3 Millionen Jahre alt sind.

Wissenschaftlicher Walfriedhof (Lokale Bibliothek)

Man fand eine Vielzahl großer und kleiner Lebewesen, die sich von den Kadavern ernährten und darauf lebten, darunter Seegurken, Langusten und Salzwassermuscheln.

Viele dieser Arten sind wahrscheinlich neu für die Wissenschaft, so die Ergebnisse, die diese Woche in der Zeitschrift veröffentlicht wurden Natur.

Der Paläontologe Stephen Godfrey vom Calvert Marine Museum in Maryland, der nicht an der Forschung beteiligt war, beschrieb die potenzielle Anzahl der Exemplare als „erstaunlich“.

Mehrere Faktoren haben wahrscheinlich zur Erhaltung dieser Knochen über Millionen von Jahren beigetragen.

Wissenschaftlicher Walfriedhof
Wissenschaftlicher Walfriedhof (Lokale Bibliothek)

Ihre Dichte half ihnen, den Angriffen knochenfressender Würmer zu widerstehen, während ihre Lage in der Tiefsee sie davor schützte, von Staub und losen Partikeln begraben zu werden.

Auch eine leichte Beschichtung mit Mineralien aus dem umgebenden Meerwasser scheint den Abbau verhindert zu haben.

Die Gründe für eine so hohe Konzentration an Walsterben in diesem Gebiet bleiben spekulativ. Die Möglichkeiten reichen von natürlichen Ursachen und Krankheiten beim Tiefseetauchen bis hin zur V-förmigen Topographie des Gebiets, in der Überreste zu ihrer letzten Ruhestätte transportiert werden.

Solche Entdeckungen sind von entscheidender Bedeutung für das Verständnis der lebendigen Gemeinschaften, die selbst in abgelegenen, schwer erreichbaren Umgebungen bestehen.

Die Untersuchung dieser Walfriedhöfe sei von entscheidender Bedeutung, um zu verstehen, wie sich das Leben an extreme Bedingungen anpasst, nicht nur aufgrund der Abwesenheit von Licht und Sauerstoff, sondern auch des unglaublich hohen Drucks, erklärte der Mitautor der Studie und Paläontologe Giovanni Bianucci von der Universität Pisa in Italien.

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