Zu den Vereinbarungen zwischen der deutschen Bundeskanzlerin und dem indischen Premierminister gehört auch die Ankündigung, dass indische Reisende mit Zwischenstopps auf deutschen Flughäfen bald kein Transitvisum mehr benötigen.
Deutschland hat während des offiziellen Besuchs von Bundeskanzler Friedrich Merz in Indien die visumfreie Durchreise für indische Reisende angekündigt.
Künftig können beispielsweise indische Staatsbürger, die zwischen Großbritannien und Indien reisen, auf Anschlussflüge an deutschen Flughäfen umsteigen, ohne ein Schengen-Visum beantragen zu müssen.
Bundeskanzler Merz gab die Aktualisierung während seines ersten offiziellen Besuchs in Indien am 12. Januar bekannt und wurde in einer gemeinsamen Erklärung zusammen mit dem indischen Premierminister Narendra Modi festgehalten, in der es hieß, die Maßnahme „wird nicht nur das Reisen indischer Staatsangehöriger erleichtern und erleichtern, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den beiden Ländern weiter intensivieren“.
Dies geschieht, da Deutschland und Indien offenbar eine strategische Partnerschaft eingehen, die auch Handelsabkommen und Verteidigungspartnerschaften umfasst.
Was bedeutet das für indische Reisende?
Indische Staatsangehörige müssen bei Reisen ins Ausland mit Zwischenlandung an deutschen Flughäfen kein separates Transitvisum mehr beantragen.
Betroffene Reisende können daher mit kürzeren Wartezeiten und einer erleichterten Anreise auf Strecken über deutsche Flughäfen wie Frankfurt oder München rechnen.
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Der Schritt macht die Auswirkungen, die der Brexit seit seiner Einführung vor sechs Jahren auf indische Reisende hatte, teilweise zunichte.
Eine große Anzahl indischer Reisender fliegt jedes Jahr zwischen Großbritannien und Indien, wobei viele dieser Verbindungen einen Umstieg in Frankfurt erfordern. Nachdem das Vereinigte Königreich mit dem Brexit aus der EU ausgetreten war, mussten Nicht-EU-Bürger, wie z. B. indische oder britische Staatsangehörige, die zwischen den beiden Ländern reisten, ein Schengen-Transitvisum beantragen, um die Grenzkontrolle in Deutschland passieren und ihren nächsten Flug antreten zu können.
Für andere internationale Verbindungen sind weiterhin Transitvisa erforderlich, beispielsweise für Inder, die von Mumbai über London nach München reisen, wenn ein britisches Transitvisum erforderlich ist.
Indische Staatsangehörige, die über Verbindungen an deutschen Flughäfen zu anderen Zielen reisen, sind ebenfalls von der Schengen-Transitvisumpflicht befreit. Dadurch können indische Reisende beispielsweise visumfrei zu bestimmten Zielen in der Karibik reisen.
Laut einem Bericht von Die Zeiten Indiens, Fluggesellschaften und Reisebüros warten nun auf die Bekanntgabe des Starttermins dieser Änderung.
Unterstützung der indischen Gemeinschaft in Deutschland
Merz und Modi erkannten in ihrer gemeinsamen Erklärung die Bedeutung „starker zwischenmenschlicher Beziehungen“ als „eine wichtige Säule der strategischen Partnerschaft“ an.
Beide Seiten betonten die zunehmende Bewegung von Studenten, Forschern, Fachkräften und Touristen zwischen den beiden Ländern und die Bedeutung des Ausbaus der Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung, Forschung, Berufsausbildung und Kulturaustausch.
Deutschland verzeichnete in den letzten Jahren einen stetigen Anstieg der Zahl indischer Studenten und Facharbeiter, die im Land bleiben, und hat einige Schritte unternommen, um Fachkräfte aus Indien zur Einwanderung und Aufnahme einer Beschäftigung, insbesondere im Technologie- oder Gesundheitssektor, zu ermutigen.
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Unter anderem einigten sich Merz und Modi darauf, an einem umfassenden deutsch-indischen Fahrplan zur Hochschulbildung zu arbeiten, während Indiens Premierminister im Rahmen der Neuen Bildungspolitik auch führende deutsche Universitäten einlud, Campus in Indien zu errichten.

