Da aufgrund des Nahost-Konflikts die Lufträume über wichtigen Flugumsteigedrehkreuzen geschlossen sind, verzeichnet Lufthansa einen Anstieg der Nachfrage nach Direktverbindungen nach Asien und Afrika. Mittlerweile müssen viele Reisende ihre Pläne ändern.
Lufthansa verzeichnet aufgrund des Nahostkonflikts einen stark steigenden Bedarf an Direktflügen von Europa nach Asien und Afrika.
Da die großen Transferdrehkreuze in Dubai, Doha und Abu Dhabi praktisch alle geschlossen sind, prüft die Lufthansa Group nach eigenen Angaben den Ausbau der Direktverbindungen nach Singapur, Indien, China und Südafrika.
Luftangriffe der USA und Israels gegen den Iran sowie iranische Vergeltungsangriffe in der gesamten Region haben dazu geführt, dass mehrere Länder ihren Luftraum geschlossen haben.
Der anhaltende Krieg Russlands in der Ukraine und die hohen Spannungen zwischen Russland und der Europäischen Union führen auch dazu, dass der Flugverkehr über diese Länder stark eingeschränkt ist.
„Die massive Bündelung globaler Verkehrsströme über die Golfdrehkreuze erweist sich zunehmend als geopolitische Achillesferse“, sagte Lufthansa-Chef Carsten Spohr kürzlich im Jahresrückblick des Unternehmens.
Betroffen sind derzeit Verbindungen von Europa nach Asien, Afrika und Australien.
Auswirkungen auf Passagiere
Zehntausende Touristen sitzen noch immer im Golf fest und warten auf Flüge, die sporadisch abfliegen.
Der Krieg hat auch in weit entfernten Teilen der Welt zu erheblichen Störungen geführt, da der Golf ein wichtiger Luftverkehrsknotenpunkt ist.
Tausende Urlauber sitzen beispielsweise auf der beliebten indonesischen Insel Bali fest.
Reise des Bundespräsidenten abgesagt
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat eine geplante Reise nach Indonesien und auf die Philippinen wegen Flugplanungsproblemen wegen des amerikanisch-israelischen Krieges gegen den Iran verschoben, sagte eine Sprecherin am Donnerstag.
Für die sechstägige Reise sollte Steinmeier am Sonntag nach Jakarta fliegen, am Mittwoch war ein Weiterflug nach Manila geplant.
Derzeit seien keine „ausreichend sicheren und machbaren“ Flüge verfügbar, sagte seine Sprecherin am Donnerstag gegenüber AFP.
Es bleibt unklar, wann Steinmeiers Reise nachgeholt werden könnte.
Mit Berichterstattung von AFP und DPA.

