Zugreisende zwischen Berlin und Hamburg müssen mit weiteren wochenlangen Reiseunterbrechungen rechnen, nachdem die Deutsche Bahn bestätigt hat, dass größere Renovierungsarbeiten an der Strecke länger als geplant dauern werden.
Passagiere, die zwischen Berlin und Hamburg reisen, müssen über Ende April hinaus mit Umleitungen, längeren Fahrten und eingeschränktem Angebot rechnen, da die laufenden Bauarbeiten länger als geplant andauern werden.
Die Deutsche Bahn (DB) gab am Montag bekannt, dass sie am 13. März einen überarbeiteten Fahrplan für die umfassende Sanierung der Strecke veröffentlichen werde, nachdem sie ihren ursprünglichen Plan, die Arbeiten bis Ende April abzuschließen, aufgegeben hatte.
„Gemeinsam mit unseren Baupartnern werden wir in den kommenden Wochen alles tun, um die Verzögerung so weit wie möglich aufzuholen“, heißt es in einer Erklärung der DB.
Die staatliche Eisenbahngesellschaft sagte, das strenge Winterwetter habe das Projekt in Verzug gebracht und sei daher nicht in der Lage, einen klaren neuen Endtermin für die neunmonatige Überholung zu nennen.
Die Verzögerung wurde von Passagiergruppen und Frachtunternehmen kritisiert. Ein Sprecher des Netzwerks Europäischer Eisenbahnen beschrieb die Situation als „eine völlige Tragödie, die nicht durch das Winterwetter erklärt werden kann“.
Pendler und Fernreisende müssen sich nun wochenlang darüber im Klaren sein, wann der Normalbetrieb auf einer der verkehrsreichsten Bahnstrecken Deutschlands wieder aufgenommen wird.
„Das ist ein herber Rückschlag für die Menschen in unserer Region, insbesondere wenn ich an die Berufspendler denke“, sagte Brandenburgs Verkehrsminister Detlef Tabbert.
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Was die Verspätung für die Passagiere bedeutet
Für die Passagiere hat die unmittelbare Auswirkung, dass die bestehenden Beschränkungen auf absehbare Zeit bestehen bleiben. Fernzüge zwischen Berlin und Hamburg werden weiterhin über Stendal und Uelzen umgeleitet, wodurch sich die Fahrzeit um mindestens 45 Minuten verlängert.
Statt der üblichen zwei Fernverkehrszüge pro Stunde verkehrt während der Umbauzeit nur noch ein Zug pro Stunde.
Mehrere Bahnhöfe, darunter Ludwigslust und Wittenberge, sind weiterhin vom Fernverkehr ausgeschlossen, so dass Fahrgäste nach alternativen Verbindungen suchen müssen.
Im Regionalverkehr macht sich die Störung noch deutlicher bemerkbar. Viele Verbindungen fallen ganz aus, andere verkehren nur auf verkürzten Abschnitten ihrer gewohnten Strecken. Als Ausgleich hat die Deutsche Bahn den Ersatzverkehr mit Bussen für Berufspendler ausgeweitet, der allerdings oft längere und unvorhersehbare Fahrten mit sich bringt.
Hintergrund
Die Bahnstrecke Hamburg–Berlin ist seit Anfang August 2025 wegen umfangreicher Sanierungsarbeiten gesperrt, die Bauzeit war ursprünglich auf neun Monate angesetzt.
Die 280 Kilometer lange Strecke führt durch fünf Bundesländer und befördert täglich rund 30.000 Fernverkehrspassagiere und ist damit einer der verkehrsreichsten Eisenbahnkorridore Deutschlands.
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