Dienstag, März 3

Die deutsche Eisenbahngesellschaft konzentriert sich auf die Verbesserung des Komforts an Bord, während echte Verbesserungen der Zuverlässigkeit noch einige Jahre auf sich warten lassen.

Die Deutsche Bahn (DB) wird erheblich investieren, um das Erlebnis der Fahrgäste auf den deutschen Bahnstrecken zu verbessern, insbesondere in die Verbesserung des Zustands der Toiletten und der Grundausstattung in den Zügen.

Evelyn Palla, die neue Vorstandsvorsitzende der DB, macht deutlich, dass es Jahre dauern wird, bis sich die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der deutschen Bundesbahnen wirklich verbessert.

Nach Jahren der Verspätungen, Annullierungen und der öffentlichen Frustration hat Palla deutlich gemacht, dass die Wiederherstellung des Vertrauens Zeit brauchen wird, aber auch, dass die Passagiere mit einigen unmittelbaren Veränderungen rechnen können.

Die beabsichtigte Botschaft ist klar: Wenn Züge Verspätung haben, sollten sie zumindest sauber, funktionell und einigermaßen angenehm sein.

Sauberkeit und Komfort

Am Freitag kündigte die DB Pläne an, jährlich weitere 20 Millionen Euro für die Verbesserung der Grundausstattung an Bord von Zügen auszugeben, darunter Bordrestaurants und die Erhöhung der Anzahl verfügbarer Toiletten.

Das Reinigungspersonal in stark frequentierten Zügen soll verdoppelt und an großen Drehkreuzen wie Berlin, Hamburg und München mobile Reparaturteams stationiert werden, um kaputte Toiletten schneller zu reparieren.

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Der Plan sieht vor, sicherzustellen, dass der Kaffeeservice in den Zügen zuverlässiger verfügbar ist, und die Speisekarte in den Bordrestaurants zu erweitern.

Die oben genannten Maßnahmen stellen eines von drei Sofortprogrammen dar, die die DB zur Verbesserung des Reiseerlebnisses geplant hat.

Ein zweites Programm konzentriert sich auf Sicherheit und Sauberkeit an Bahnhöfen, indem es die Zahl des Sicherheits- und Reinigungspersonals an den deutschen Bahnhöfen erhöht. Darüber hinaus plant die DB einen erweiterten „Frühjahrsputz“ an rund 1.400 Bahnhöfen – doppelt so viele wie im Vorjahr.

Das dritte Programm, das noch im Detail vorgestellt wird, soll den Austausch von Reiseinformationen, insbesondere bei Verspätungen und Gleisänderungen, verbessern.

Evelyn Palla, Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bahn, sitzt im Triebwerk einer Regionalbahn. Foto: picture Alliance/dpa | Annette Riedl

Streiks abgewendet

Während deutsche Städte zuletzt von Streiks im öffentlichen Nahverkehr betroffen waren, können Fahrgäste sicher sein, dass es bei der Deutschen Bahn zumindest in diesem Jahr nicht zu Streiks kommen wird.

Am vergangenen Freitag haben sich die DB und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) auf einen Tarifvertrag geeinigt, ohne dass es zu Streiks kam – was seit 2018 nicht mehr vorgekommen ist.

Der Deal beinhaltet Gehaltserhöhungen und läuft bis Ende 2027 sowie längere Verhandlungsphasen und Friedensverpflichtungen. Aufgrund der bestehenden Vereinbarung ist es unwahrscheinlich, dass die Fahrgäste in den nächsten ein bis zwei Jahren mit größeren Streiks im DB-Verkehr (einschließlich S-Bahnen) konfrontiert werden.

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Verbesserung der Pünktlichkeit

An ihrem Ziel einer Pünktlichkeit von 60 Prozent im Fernverkehr im Jahr 2026 hält die Deutsche Bahn fest. Doch die wirkliche Verbesserung dürfte schrittweise erfolgen – und Fahrgäste sollten nicht von heute auf morgen mit Wundern rechnen.

Vorstandsvorsitzender Palla betont, dass es rund zehn Jahre dauern werde, bis die deutsche Bahn „wieder in Ordnung“ sei. Das Kernproblem ist ihrer Ansicht nach ein Netzwerk, das nach jahrzehntelanger Unterinvestition sowohl veraltet als auch überlastet ist.

Derzeit hält die Staatsbahn in Zusammenarbeit mit der Bundesregierung an dem Plan fest, bis 2036 mehr als 40 Hauptstrecken zu erneuern. Viele dieser Reparaturen erfordern die monatelange Schließung stark befahrener Eisenbahnkorridore.

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Insgesamt will die DB in diesem Jahr mehr als 23 Milliarden Euro ausgeben. Nach rund 26.000 Baustellen im Jahr 2025 sollen es in diesem Jahr voraussichtlich 28.000 sein.

Konzentrieren Sie sich auf die Freuden des Zugfahrens

Auch wenn es keine einfache und unmittelbare Lösung für die Zuverlässigkeitsprobleme der DB gibt, so Palla, möchte sie, dass Bahnreisen wieder für „Mobilität, Freiheit und sogar eine Lebensart“ stehen.

Am Fenster zu sitzen, ein Buch zu lesen oder einfach die vorbeiziehende Landschaft zu beobachten, sollte ein entspannendes Erlebnis sein. Dass es sich oft eher wie eine Ausdauerübung anfühlt, ist laut Palla ein Grund dafür, dass „die Menschen den Reiz der Eisenbahn oft vergessen haben“.

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