Komplexe prähistorische Werkzeuge, die an einer archäologischen Stätte in Zentralchina ausgegraben wurden, stellen langjährige Annahmen über die menschliche Evolution auf den Kopf, behaupten Wissenschaftler in einer neuen Studie.
Ausgrabungen am Standort Xigou in der Danjiangkou-Reservoirregion in Zentralchina haben Hinweise auf die Verwendung fortschrittlicher Steinwerkzeuge durch frühe menschliche Vorfahren vor 160.000–72.000 Jahren erbracht.
Dies geschah zu einer Zeit, als es in China mehrere großhirnige Homininen gab, wie z Ein langer Mann Und Der Mann des Juliund möglicherweise unsere Spezies, Ein weiser Mann.
Die Forschung zeigt, dass die menschlichen Vorfahren in dieser Region weitaus erfinderischer waren, was die lange Zeit vertretene Ansicht in Frage stellt, dass die frühen Menschen in China lange Zeit konservativ und weniger anspruchsvoll blieben.
„Forscher argumentieren seit Jahrzehnten, dass die Homininen in Afrika und Westeuropa zwar bedeutende technologische Fortschritte vorweisen konnten, die Menschen in Ostasien sich jedoch auf einfachere und konservativere Steinwerkzeugtraditionen stützten“, sagte Expeditionsleiterin Shixia Yang, eine Autorin der in der Zeitschrift veröffentlichten Studie Naturkommunikation.
Einer der auffälligsten Funde an der Stätte war ein Steinwerkzeug mit Heft, was den bisher frühesten Beweis für die Verwendung von Verbundwerkzeugen in Ostasien darstellt.
Solche Werkzeuge kombinierten Steinkomponenten mit Griffen oder Schäften und zeigten komplexe Planung, handwerkliches Geschick und ein Verständnis dafür, wie die Werkzeugleistung verbessert werden kann.
„Ihre Anwesenheit weist darauf hin, dass die Xigou-Menschen über ein hohes Maß an Verhaltensflexibilität und Einfallsreichtum verfügten“, sagte Jian-Ping Yue, ein weiterer Autor der Studie vom Institut für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie (IVPP).
Der Fund weist auch auf eine zunehmende Vielfalt an alten menschlichen Vorfahrenarten in China über einen Zeitraum von 90.000 Jahren hin.
Einige dieser in Xujiayao und Lingjing identifizierten Vorfahrenarten hatten laut Wissenschaftlern Großhirne, was einen biologischen Kontext für die Verhaltenskomplexität liefert, die sich in der neuesten Entdeckung widerspiegelt.
„Detaillierte Analysen vor Ort zeigen, dass Hominin-Bewohner hochentwickelte Methoden zur Herstellung von Steinwerkzeugen verwendeten, um kleine Flocken und Werkzeuge herzustellen, die dann für vielfältige Aktivitäten verwendet wurden“, sagte Michael Petraglia, Direktor des Australian Research Centre for Human Evolution der Griffith University.
„Die in den Steinwerkzeugen erkennbaren technologischen Strategien spielten wahrscheinlich eine entscheidende Rolle bei der Anpassung der Homininpopulationen an die schwankenden Umweltbedingungen, die den 90.000-Jahre-Zeitraum in Ostasien kennzeichneten“, sagte Dr. Petraglia.
Diese frühen menschlichen Populationen besaßen kognitive und technische Fähigkeiten, die mit denen ihrer Artgenossen in Afrika und Europa vergleichbar seien, so die Studie.
„Neue Beweise aus Xigou und anderen Standorten zeigen, dass frühe Technologien in China Methoden mit präparierten Kernen, innovative retuschierte Werkzeuge und sogar große Schneidwerkzeuge umfassten, was auf eine reichhaltigere und komplexere Technologielandschaft hindeutet als bisher angenommen“, fügte Dr. Yang hinzu.

