Maskierte und uniformierte Hamas-Kämpfer begleiten die Geiseln im Gazastreifen und übergeben sie dem Roten Kreuz. Die Bilder dienen als Propaganda – aber nicht nur.
Gaza: Wie stark ist die Hamas noch?
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In dieser Podcast-Episode:
Lange hielten sie sich in Tunnels versteckt oder trugen zivile Kleidung. Doch mit dem Beginn der Waffenruhe und der Übergabe der Geiseln waren sie plötzlich wieder da. Maskiert und mit Kalaschnikows vor der Brust marschierten die Hamas-Kämpfer durch Gaza. Sie hielten Menschenmassen zurück und sicherten die Geiselübergabe ab.
Das Signal sei klar, sagt der Israel-Korrespondent Rewert Hoffer im Podcast: «Die Hamas ist immer noch da, sie ist die ordnungsgebende Macht im Gazastreifen.» Dennoch zeigen die Bilder nur einen Teil der Realität. Zwar gibt es weiterhin keine Alternative zur Hamas im Gazastreifen, aber die Organisation ist deutlich geschwächt.
So hat sie viele Führungspersonen und Mitglieder verloren. Neue Mitglieder liessen sich zwar einfach rekrutieren, doch ihnen fehle die Kampferfahrung, sagt Hoffer. Ausserdem dürfte das Waffenarsenal stark geschrumpft sein. «Doch die Hamas hat ein grosses Pfand in der Hand: die verbleibenden Geiseln.» Diese gäben der Hamas Macht, die sie nur zu gerne ausspiele. Israel müsse deshalb weiterhin mit der Hamas rechnen – politisch ist die Organisation noch lange nicht am Ende.
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