Donnerstag, April 3

Das zeigt die Polizeistatistik für 2024. Vor allem Kinder und Jugendliche fallen vermehrt als Gewalttäter auf.

(dpa) Die Polizeiliche Kriminalstatistik für 2024 zeigt, dass die Zahl der registrierten Straftaten im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2023 um 1,7 Prozent auf rund 5,83 Millionen Fälle zurückging. Diese Entwicklung ist jedoch ganz wesentlich auf die Teillegalisierung von Cannabis zum 1. April 2024 zurückzuführen.

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Die Gewaltkriminalität nahm hingegen zu – um 1,5 Prozent. Mit bundesweit mehr als 217 000 Gewalttaten erreichte sie im vergangenen Jahr den höchsten Stand seit 2007. Immerhin: Ganz so steil wie im Vorjahr, als 8,6 Prozent mehr Gewalttaten registriert worden waren als 2022, zeigte die Kurve 2024 nicht mehr nach oben.

Statistik erfasst jetzt auch Einsatz von Messern

Bei 6,3 Prozent der vollendeten Gewalttaten – dazu zählen unter anderem Mord, Totschlag, Vergewaltigung und gefährliche Körperverletzung – wurde ein Messer benutzt oder damit gedroht.

Laut Bundesinnenministerin Nancy Faeser sei insbesondere die Zunahme bei Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen besorgniserregend.

Um sechs Prozent zugenommen hat im vergangenen Jahr die Zahl der Fälle, in denen mit Schusswaffen gedroht wurde. In 4687 Fällen wurde laut der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) mit einer Schusswaffe geschossen – plus 1,9 Prozent.

Vor allem Kinder und Jugendliche fallen vermehrt als Gewalttäter auf: Bei Kindern wurde ein Plus von 11,3 Prozent verzeichnet, bei Jugendlichen ein Plus von 3,8 Prozent.

Während die Zahl der zu Gewalttaten ermittelten deutschen Tatverdächtigen im vergangenen Jahr um 0,7 Prozent stieg, registrierten die Polizeibehörden von Bund und Ländern bei den nicht deutschen Tatverdächtigen hier eine Zunahme um 7,5 Prozent. Allerdings weist das Bundeskriminalamt (BKA) darauf hin, dass auch der Anteil der Ausländer an der Bevölkerung im Verlauf des Jahres zugenommen hat.

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik waren fast die Hälfte aller Tatverdächtigen der «Straftaten insgesamt» Ausländer. Allerdings haben nur etwa 15 Prozent der in Deutschland lebenden Einwohnern keinen deutschen Pass.

Keinen allgemeinen Trend kann man laut BKA aus der starken Zunahme von Fällen im Bereich der Wirtschaftskriminalität ablesen. Hier stieg die Zahl der Fälle im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 57 Prozent auf rund 22 400 Fälle an. Grund dafür sei der Abschluss zum Teil mehrjähriger Ermittlungen in Sammelverfahren mit einer Vielzahl von Geschädigten, heisst es in den Erläuterungen zur Statistik.

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