Samstag, Januar 17

Dubai begrüßte kürzlich einige der bekanntesten Namen des globalen Sports und war Gastgeber des ersten World Sports Summit, einem zweitägigen Treffen, bei dem es weniger um Wettbewerb als vielmehr um Gespräche ging.

Der Gipfel brachte Sportler und Branchenführer aus verschiedenen Disziplinen zusammen, darunter Basketball, Fußball, Boxen und Mixed Martial Arts. Anstatt sich auf Ergebnisse oder Rivalitäten zu konzentrieren, ging es in den Diskussionen darum, wie der Sport als starke soziale Kraft fungiert, die Gemeinschaften und das Leben einzelner Menschen weit über das Spielfeld hinaus prägt.

FIFA-Präsident Gianni Infantino sagte, dass die Vielfalt der Stimmen im Saal das Besondere an der Veranstaltung sei, und beschrieb sie als „eine wunderschöne Veranstaltung hier in Dubai, die die Besten der Besten der Sportwelt zusammenbringt“. Athleten und Führungskräfte aus verschiedenen Disziplinen, sagte er, „lassen Herzen höher schlagen, nicht nur im Fußball, sondern im gesamten Sport.“

Während der Sport als globale Branche weiter wächst, diskutierten die Diskussionsteilnehmer darüber, wie sein Einfluss mit dem Druck wächst. Die zunehmende Aufmerksamkeit der Medien, die Erwartungen und die ständige öffentliche Präsenz haben das Sportlererlebnis verändert, oft auf eine Weise, die für die Fans unsichtbar ist. Der amerikanische olympische Fechter Ibtihaj Muhammad sagte gegenüber , dass der Sport zwar Stärke und Widerstandskraft zelebriert, in der Vergangenheit jedoch Schwierigkeiten hatte, der Verletzlichkeit Raum zu geben.

„Wir hören nicht oft von den verschiedenen Schwierigkeiten, die es im Sport gibt, insbesondere im Hinblick auf die psychische Gesundheit“, sagte Muhammad. „Aber ich freue mich darüber, wo wir uns in diesem Moment der Geschichte befinden, wo wir offener darüber sprechen, was Sportler durchmachen.“

Die dunklere Seite des Sports

Diese Offenheit wurde während des gesamten Gipfels zu einem wiederkehrenden Thema. Mehrere Redner gingen auf die „dunkle Seite“ des Spitzensports ein, darunter den Leistungsdruck und die Schwierigkeit, persönliche Identität von öffentlichen Erwartungen zu trennen.

Der ehemalige NBA-Star Vlade Divac sagte, Sportler stünden vor einem ständigen Balanceakt. „Die Medien sind wichtig für den Sport, sie fördern gute Werte“, sagte er. „Gleichzeitig muss man aber einen Weg finden, sich vor Falschinformationen und unnötigem Druck zu schützen.“

Für andere sind diese Herausforderungen nicht auf die Vergangenheit beschränkt. UFC-Kämpfer Michael „Venom“ Page sprach offen über den Umgang mit Frustration in Echtzeit, insbesondere in Phasen der Inaktivität.

„Es ist ein andauernder Kampf“, sagte Page. „Man verbringt viel Zeit mit sich selbst, man fängt an, Dinge zu hinterfragen. Man muss die dunklen Zeiten akzeptieren, denn mit ihnen kommt auch das Licht.“

„Mit zunehmendem Druck steigen auch die Herausforderungen“

Im Frauensport hoben die Referenten hervor, dass die Ligen zunehmend Strukturen schaffen, um diesen Realitäten direkter Rechnung zu tragen. NWSL-Kommissarin Jessica Berman sagte gegenüber , dass nachhaltiger Erfolg neue Erwartungen und damit auch neue Verantwortlichkeiten mit sich bringe.

„Deshalb haben wir eine Infrastruktur zur Unterstützung von Sportlern aufgebaut“, sagte Berman, „von Fachkräften für psychische Gesundheit bis hin zur Überwachung sozialer Medien und anonymen Meldesystemen.“

Über Politik und Struktur hinaus wurde auf dem Gipfel auch untersucht, wie Sportler auf persönlicher Ebene damit umgehen. Für manche entsteht Erdung dadurch, dass sie sich daran erinnern, warum sie überhaupt angefangen haben. Der ehemalige NBA-Champion Tony Parker sagte, die Konzentration auf das Privileg, das zu tun, was er liebt, habe ihm in schwierigen Momenten geholfen.

„Wir sind sehr gesegnet, das zu tun, was wir als Leidenschaft lieben“, sagte Parker. „Sport bringt Menschen zusammen, und wir können Kinder inspirieren, wir können Menschen inspirieren.“

Für andere spielt der Glaube eine zentrale Rolle. Der ehemalige Boxweltmeister Manny Pacquiao sprach über Glauben und Disziplin und sagte: „Glaube an Gott, glaube an dich selbst und an harte Arbeit. Konzentriere dich und du wirst alles erreichen, wovon du träumst.“

Der ukrainische Schwergewichtsmeister Oleksandr Usyk beschrieb auch die Rolle, die Glaube und Sport während des Krieges in der Ukraine gespielt haben. „Wenn man gewinnt, motiviert das die Leute“, sagte Usyk. „Die Leute glauben, dass es möglich ist.“

Die Gemeinschaft erwies sich als eine weitere wichtige Säule, sowohl innerhalb der Teams als auch in internationalen Sportnetzwerken. Khalfan Belhoul, stellvertretender Vorsitzender des Dubai Sports Council, sagte, der Gipfel habe bei den Sportlern ein seltenes Gefühl der Offenheit hervorgerufen.

„Das Maß an Bestätigung und Trost, das sie bei der Diskussion dieser Punkte hatten, war erstaunlich zu sehen“, sagte er.

Der ehemalige NBA-Spieler Baron Davis beschrieb den Gipfel als eine seltene Gelegenheit, disziplinübergreifend zuzuhören und zu lernen. „Für mich ist es immer eine Gelegenheit, Vordenkern und Experten aus der ganzen Welt zuzuhören, zu lernen und von ihnen zu hören“, sagte Davis. „Es gibt nicht oft Konferenzen, die wirklich alle Sportarten repräsentieren.“

Die Teilnehmer stellten außerdem fest, dass sich die Sportler wohl dabei fühlten, Gespräche zu führen, die in traditionellen Sportumgebungen oft vermieden werden.

Was den World Sports Summit auszeichnete, war kein endgültiger Fahrplan für Veränderungen, sondern die gemeinsame Bereitschaft anzuerkennen, dass es beim Sport um mehr als nur Wettbewerb geht. Der Druck, dem Sportler ausgesetzt sind, ist real und die Bewältigung dieses Drucks erfordert Ehrlichkeit, Empathie und Zusammenarbeit auf allen Ebenen der Branche.

Während die Gespräche über Dubai hinaus weitergehen, ist die Botschaft des Gipfels klar: Die Zukunft des Sports hängt nicht nur von der Leistung ab, sondern auch davon, wie gut er die Menschen in seinem Herzen unterstützt.

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