Montag, Februar 2

Eine E-Mail an den US-amerikanischen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein aus dem Jahr 2011 beschreibt, was der Absender als finanzielle und rechtliche Möglichkeiten in Libyen bezeichnete.

Aus einem neu veröffentlichten Dokument geht hervor, dass ein Mitarbeiter des verstorbenen US-Finanziers und verurteilten Sexualstraftäters Jeffrey Epstein Pläne dargelegt hatte, sich Zugang zu den eingefrorenen Staatsvermögen Libyens zu verschaffen, einschließlich der Suche nach möglicher Unterstützung ehemaliger britischer und israelischer Geheimdienstmitarbeiter.

Zu den am Freitag vom US-Justizministerium veröffentlichten Dokumenten gehörte eine an Epstein gesendete E-Mail, in der dargelegt wird, was der Absender als finanzielle und rechtliche Möglichkeiten im Zusammenhang mit der damaligen politischen und wirtschaftlichen Unsicherheit in Libyen bezeichnete.

Empfohlene Geschichten

Liste mit 4 ArtikelnEnde der Liste

Die E-Mail vom Juli 2011 wurde mehrere Monate nach Beginn eines von der NATO unterstützten Aufstands gegen den damaligen libyschen Präsidenten Muammar Gaddafi verschickt. Gaddafi wurde im Oktober desselben Jahres von libyschen Rebellen getötet.

Der E-Mail zufolge sollen international etwa 80 Milliarden US-Dollar an libyschen Geldern eingefroren sein, davon etwa 32,4 Milliarden US-Dollar in den USA.

„Und es wird geschätzt, dass die tatsächliche Zahl an staatlichen, gestohlenen und unterschlagenen Vermögenswerten zwischen dem Drei- und Vierfachen dieser Zahl liegt“, heißt es in der E-Mail und fügt hinzu: „Wenn wir 5 bis 10 Prozent dieser Gelder identifizieren/wiedererlangen können und 10 bis 25 Prozent als Entschädigung erhalten, sprechen wir über Milliarden von Dollar.“

Der Absender sagte auch, dass einige ehemalige Mitglieder des britischen Auslandsgeheimdienstes MI6 und des israelischen Auslandsgeheimdienstes Mossad ihre Bereitschaft zum Ausdruck gebracht hätten, bei den Bemühungen zur Identifizierung und Wiederbeschaffung „gestohlener Vermögenswerte“ mitzuhelfen.

In der E-Mail wurde auch darauf hingewiesen, dass Libyen künftig mindestens 100 Milliarden US-Dollar für den Wiederaufbau und die wirtschaftliche Erholung ausgeben müsste.

„Aber das eigentliche Zuckerbrot ist, wenn wir ihre Ansprechpartner werden können, denn sie planen, im nächsten Jahr mindestens 100 Milliarden US-Dollar auszugeben, um ihr Land wieder aufzubauen und die Wirtschaft anzukurbeln“, heißt es in der E-Mail.

In der E-Mail wurde Libyen als ein Land mit erheblichen Energiereserven und hohen Alphabetisierungsraten beschrieben, Faktoren, die für finanzielle und rechtliche Initiativen von Vorteil sein könnten.

Es hieß auch, dass mit einigen internationalen Anwaltskanzleien Gespräche über die Arbeit auf Erfolgshonorarbasis geführt worden seien.

Exit mobile version