Laubbläser sollen nur noch zwischen Oktober und Januar erlaubt sein. Um das zu verhindern, ergreifen die Bürgerlichen das Referendum.

Es gibt ein Gerät auf dieser Welt, das für die Zürcher Grünen symbolisch ist für die Schädigung der Umwelt. Es läuft mit Benzin, macht Lärm, tötet Kleinlebewesen und wirbelt Bakterien durch die Luft: der Laubbläser.

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Die Grünen sehen den besten Freund eines jeden Hausabwarts als Apparatus non gratus. Deshalb sagten sie ihm schon vor über zehn Jahren mit einer Petition und Vorstössen den Kampf an.

Doch erst jetzt haben sie einen Erfolg erzielt: Die linke Mehrheit des Stadtparlaments hat die Nutzung von Laubbläsern stark eingeschränkt. Künftig dürfen sie nur noch von Oktober bis Dezember verwendet werden. Eigens dafür wird die Polizeiverordnung angepasst. Das Verbot gilt sowohl für Privatpersonen als auch für Angestellte etwa von Grün Stadt Zürich.

Immerhin, Ausnahmen soll es geben dürfen. Wenn «grössere Mengen an Laub oder Unrat innert kurzer Zeit zu entfernen sind» oder «eine wesentliche Arbeitserleichterung bei schwierigen Reinigungssituationen erzielt werden kann», sind Laubbläser auch zwischen Januar und September genehm. Das gilt etwa nach der Street Parade, dem Sechseläuten oder einem Sturm beispielsweise, der viel Laub auf die Strassen weht.

Für eine Verwendung ausserhalb der Laubsauger-Saison braucht es allerdings eine Bewilligung des Sicherheitsdepartements. Und es sind ausschliesslich elektrische Geräte erlaubt. Wenn schon Laub oder Abfall durch die Gegend gepustet wird, dann bitte nachhaltig.

Die Zürcher Grünen jubilieren ob diesem «längst fälligen Schritt», wie sie am Mittwochabend mitteilten. Man freue sich «auf die Rückkehr zu einem vernünftigen und sorgsamen Umgang mit diesen Geräten».

Das letzte Wort ist allerdings noch nicht gesprochen. Denn die Fraktionen von FDP, SVP und Mitte/EVP werden das Parlamentsreferendum ergreifen. Das haben sie am Mittwochabend mitgeteilt, kurz nachdem das Stadtparlament den Laubbläsern endgültig den Garaus gemacht hat.

Die neu gegründete Laubbläser-Lobby ärgert sich über das Verbot. Es sei nicht nur gewerbefeindlich, sondern führe auch zu mehr Bürokratie und einem deutlich höheren Arbeitsaufwand, teilen die Parteien am Donnerstag mit. Zudem sei es unsinnig, weil Strassenreinigungsmaschinen weiterhin erlaubt seien, aber die viel kleineren Laubbläser nicht.

Es kommt nun also tatsächlich zu einer Volksabstimmung über die Verwendung von Laubbläsern in der Stadt Zürich. Die Bevölkerung solle sich zur «absurden Verbotskultur» äussern können, finden die Bürgerlichen. Dem sehen die Grünen nach eigenen Angaben gelassen entgegen – sie glauben, dass das «sehr lange Kapitel» zum Laubbläser-Drama damit seinen Abschluss finden wird.

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