Warme und feuchte Luft aus dem Golf von Mexiko wird den USA heftige Regenfälle bescheren. Betroffen ist ein breiter Streifen von Texas bis Indiana.
Einer grossen Region im Zentrum der USA stehen in den kommenden Tagen schwere Unwetter bevor – sie können mancherorts historische Ausmasse annehmen. Es muss mit Hagel und Tornados gerechnet werden, vor allem aber mit heftigem Regen und schweren Überflutungen. Darauf wies am Donnerstag warnend der National Weather Service hin, der staatliche Wetterdienst in den USA.
Am stärksten werden die Regenfälle gemäss Vorhersagemodellen voraussichtlich in einem breiten Streifen von Texas bis Indiana sein. Aber auch benachbarte Gliedstaaten sind betroffen.
Genau genommen haben die Unwetter in den USA bereits begonnen. Am Mittwoch und in der Nacht auf Donnerstag zogen mindestens 19 Tornados über die Region hinweg, etwa über Arkansas, Indiana und Tennessee. Es gab mehrere Verletzte, über 400 000 Menschen waren anschliessend ohne Strom. In Brownsburg in Indiana stürzte eine Lagerhalle ein.
Diese Tornados sind allerdings nur der Auftakt zu einem grossflächigen Unwetter, das laut dem National Weather Service mehrere Tage andauern wird.
In einem bestimmten Gebiet regnet es besonders anhaltend
Das Kritische an der Wetterlage ist, dass eine Kaltfront, die sich langsam ostwärts bewegt, im Zentrum der USA zum Stillstand kommt. Dadurch verteilen sich die Niederschläge an dieser Wetterfront nicht über eine grössere Fläche, sondern sie konzentrieren sich auf ein bestimmtes Gebiet.
Feuchtwarme Luft, die vom Golf von Mexiko nach Norden strömt, liefert tagelang Wassernachschub für die heftigen Regenfälle. Immer neue Gewitter und Schauer entstehen.
Laut dem National Weather Service ist an manchen Orten bis zum Wochenende mit Regenmengen zwischen 250 und 380 Millimetern zu rechnen. Die prognostizierten Regenfälle sind vergleichbar mit denjenigen, die im vergangenen Sommer während eines katastrophalen Unwetters über Österreich, Tschechien und Polen niedergingen.
Gefahr von Hochwasser am Ohio River und am Mississippi
Verschärft wird die Gefahr von Hochwasser in den USA dadurch, dass es in vielen Gliedstaaten der Region in den vergangenen Wochen bereits sehr viel geregnet hat. Die gesättigten Böden können kein Wasser mehr aufnehmen, es fliesst oberflächlich ab. Dadurch kann es zu plötzlichen lokalen Überschwemmungen («flash floods») und im weiteren Verlauf zu grossflächigem Hochwasser in tief gelegenen Gebieten kommen.
Zunächst strömen die Wassermassen in den Tennessee River, den Ohio River und andere Flüsse – und anschliessend in den Mississippi. Diese Flüsse könnten also über die Ufer treten.
Heavy rain is expected today through Sunday. This will cause widespread moderate and isolated major river flooding. This will be a WIDESPREAD, HIGH IMPACT EVENT. pic.twitter.com/nsQdnpSrWZ
— NWS OHRFC (@NWSOHRFC) April 2, 2025
Aus dem Kentucky Lake am Tennessee River, einem Nebenfluss des Ohio River, hat die zuständige Behörde bereits vorsorglich Wasser abgelassen. Das soll die Überflutungsgefahr flussabwärts verringern.
The TVA and Army Corps of Engineers are lowering Kentucky Lake to help reduce potential flooding on the lower Ohio River. They are spilling approximately one million gallons per second. pic.twitter.com/vqYTxcjUDU
— Paul Miles (@PaulMiles840) April 2, 2025
Ein Ende der Unwetter ist laut dem National Weather Service erst am Sonntag zu erwarten. Dann werden die Regenfälle voraussichtlich nach Osten abziehen. Mit den Überschwemmungen werden sich aber die Menschen an den Ufern der grossen Flüsse vermutlich auch noch in der kommenden Woche auseinandersetzen müssen.
Mit Agenturmaterial.