Jeep stattet die Avenger-Modellreihe jetzt auch mit Allradantrieb aus. Das kompakte SUV macht im Alltag eine gute und sparsame Figur, eignet sich jedoch nicht für Jeep-typische Offroad-Partien.
Als batterieelektrisches Fahrzeug ist der Jeep Avenger bereits 2023 mehrfach gepriesen und mit Preisen bedacht worden. Was jedoch bisher fehlte, war ein für Jeep besonders typisches Element: der Allradantrieb. Den gibt es nun, jedoch nur in Verbindung mit einem Vollhybrid-Antrieb. Ein Dreizylinder-Turbobenziner mit 1,2 Litern Hubraum wird durch einen E-Motor unterstützt, dessen 21 kW bei Bedarf an der Hinterachse für Zusatzkraft sorgen.
Insgesamt leistet der Avenger 4×e (gesprochen «four by e») 145 PS, was für den Alltag völlig ausreicht und dank Elektrounterstützung für einen niedrigen Verbrauch sorgt. Die von Jeep angegebenen 5,4 Liter je 100 Kilometer lassen sich im Alltagsdurchschnitt erreichen, wenn der Wagen ausschliesslich in der Stadt unterwegs ist.
Bewegt man den Avenger jedoch in Jeep-typischem Gelände, muss der Dreizylinder gelegentlich mehr Leistung bereitstellen, er wird dann zusätzlich mit Elektroschub an der Hinterachse versorgt. Doch solche Ausflüge ins Unterholz dürften bei Avenger-Fahrern eher selten vorkommen. Viel eher wird sich das kompakte SUV im Winter durch Schnee unterschiedlicher Höhe kämpfen, und dann bietet der Avenger 4×e entscheidende Vorteile.
Die Federung ist eher sportlich ausgelegt
Bei ersten Testfahrten auf der Strasse und im leichten Gelände zeigt sich der Hybrid-Avenger der Aufgabe stets gewachsen. Das ausgewogene Fahrwerk ist zwar straff, überzeugt aber durch unterschiedlich starke Federung je nach gewähltem Fahrprogramm. Bei steilen Bergabfahrten lässt sich eine Bergabfahrhilfe zuschalten, die den Wagen konstant bei 5 bis 7 km/h vorwärtsbewegt. Das schafft Sicherheit wie bei jedem guten Geländewagen.
Für anspruchsvollere Offroad-Partien aber eignet sich der Avenger 4×e nicht. Zu gering sind Bodenfreiheit sowie die von den Karosserie-Überhängen eingeschränkten Böschungswinkel. Andere Jeep-Modelle schaffen an der Front 30 Grad und mehr, beim Avenger sind es gerade einmal 22.
Doch selbst wenn der Avenger ein Jeep ist: Den Anspruch an einen echten Geländewagen soll er gar nicht erfüllen. Es genügt, dass der ab 35 790 Franken erhältliche 4×e bei Bedarf an allen Rädern angetrieben wird, um ihn auf rutschiger Fahrbahn vorwärtszubewegen.
Der Fahrer kann zwischen drei Fahrprogrammen wählen. Im «Auto»-Modus fährt der 4×e bis 90 km/h vor allem mit Vorderradantrieb und bei Bedarf zugeschalteten hinteren Antriebsrädern – jenseits dieser Temposchwelle arbeitet nur noch die Vorderachse. In der Fahrstufe «Snow – Sand/Mud» ist der Allradantrieb bis 30 km/h permanent eingeschaltet, bis 90 km/h bedarfsweise mit Allrad, darüber nur noch frontgetrieben. Und im «Sport»-Modus wirken die Hinterräder bis 40 km/h als Kraftunterstützer, jenseits dieses Tempos ist der Avenger 4×e ein reiner Fronttriebler.
Für zwei Elektromotoren fehlt es dem Kompaktmodell an Platz
Vier Ausstattungsvarianten namens Upland, Longitude, Altitude und Summit sind erhältlich, hinzu kommt die Edition in Partnerschaft mit Bekleidungshersteller «The North Face». Diese gibt es als Topmodell ab 41 690 Franken, inbegriffen sind eine Sonderbeklebung auf der Fronthaube, 17-Zoll-Räder sowie abwaschbare Sitzbezüge und Gummimatten. Eine Spur Luxus gibt es beim Spitzenmodell serienmässig mit Navigationssystem, beheizbaren Vordersitzen und elektrischer Heckklappe. Für alle Ausstattungsvarianten gibt es ein optionales Glasschiebedach.
Mehr lässt sich auf der Fahrzeugplattform des in Polen gebauten Avenger nicht unterbringen. Ein Modell mit batterieelektrischem Antrieb und Allrad wäre ohne einen zweiten E-Motor nicht möglich, es fehlt dem Kompaktauto der Platz dafür. Daher ist der Vollhybrid die beste der möglichen Varianten auf der technischen Basis. Dies gilt auch für die Schwestermodelle Fiat 600e, Alfa Romeo Junior, DS 3 E-Tense, Opel Mokka Electric und Peugeot e-2008, alle aus dem Stellantis-Konzern und im selben polnischen Werk gebaut.