Italiens heimliche Hauptstadt ist leider nicht ganz günstig. Doch wer sucht, der findet – es gibt einige Hotels, die schön, gut und auch mit begrenztem Budget bezahlbar sind.
Unweit des imposanten Friedhofs im Norden Mailands, aber auch in der Nähe von Corso Como, Porta Garibaldi und dem Szeneviertel Isola, versteckt sich ein charmantes Bed and Breakfast, mit Eingang in einem idyllischen Innenhof, den man erst einmal finden muss. Die Besitzer haben die ehemalige Wohnung ihrer Familie mit viel Geschmack und Liebe zum Detail in eine einladende Gästeunterkunft verwandelt.
Anfangs gab es nur vier farbenfrohe Zimmer und eine lauschige Dachterrasse mit Glyzinien, Jasmin und Bananenstauden. Inzwischen ist das B&B gewachsen: Erst kamen zwei weitere Zimmer im Haus gegenüber dazu, dann zwei Apartments.
Aussicht ins Grüne: Die Zimmer im «La Favia».
Hier wie dort sorgen schöne Holz- und Terrazzoböden, indische Teppiche, geometrisch gemusterte Tapeten und Badfliesen, Art-déco-Möbel, bequeme Betten und viele liebevolle Details für ein sehr privates Wohngefühl. Tatsächlich finden sich in der Empfangshalle und im Salon diverse Fundstücke, Antiquitäten und Kunstgegenstände, die die Besitzer im Laufe der Jahre auf ihren Reisen gesammelt haben. Dank dem Schlüsselbund, den jeder Gast in die Hand gedrückt bekommt, um die verschiedenen Tore und Türen zu öffnen, fühlt man sich hier wirklich ein wenig wie zu Hause.
Das leckere Frühstück wird im Sommer auf der Terrasse serviert. Es gibt Rührei, frisch gepressten Orangensaft, Joghurt, Croissants und hausgemachte Marmelade mit Orangen aus dem Obstgarten der Besitzer in der Nähe von Neapel.
lafaviamilano.com, DZ ab 110 Euro
Achtung: Das ist nichts für Puristen! Das 246-Zimmer-Hotel wirkt wie eine Pop-up-Phantasie mit farbenfrohen Innenräumen, die mit wechselnden Kunstwerken und Designobjekten dekoriert sind. Es liegt in Mailands angesagtem Mode- und Designviertel Zona Tortona, wo Lagerhäuser in Museen und Werkstätten in Boutiquen verwandelt wurden.
Das nhow-Hotel befindet sich in einer ehemaligen Fabrik von General Electric, deren ursprüngliche Merkmale erhalten geblieben sind – darunter riesige schiefergraue Eisensäulen in den Korridoren, Zementböden im Empfangsbereich und Rohrleitungen, die an den Decken verlaufen.
Der Empfangsbereich des nhow-Hotels ist nichts für Minimalismus-Lovers.
Die Inneneinrichtung stammt vom italienischen Stararchitekten und Designer Matteo Thun, der hier seiner Vorliebe für unkonventionelle Kombinationen offensichtlich freien Lauf gelassen hat und die Gäste mit einem goldfarbenen Empfangstresen, verrückten Leuchten und einem bunten Sammelsurium von Einrichtungsgegenständen konfrontiert.
nhow-hotels.com, DZ ab 115 Euro
Das Viersternehotel befindet sich in einem wunderschönen neoklassizistischen Palazzo, der einst für den ersten Mailänder Bahnhof erbaut wurde und entsprechend majestätisch wirkt. Die Lage ist attraktiv, nur einen Steinwurf von den schicken Einkaufsstrassen Corso Como und Corso Garibaldi entfernt, die nicht nur mit Boutiquen, sondern auch mit netten Cafés und coolen Bars locken. Auch der Bahnhof Milano Garibaldi liegt nur fünf Gehminuten entfernt.
Die 65 Zimmer und Suiten sind hell und modern eingerichtet, manche haben ein bequemes Sofa oder eine Chaiselongue, andere locken mit einer Galerie oder einem Blick auf die Skyline der Stadt. Schimmernde Holzböden, viel warmes Weiss und ein paar gut platzierte Farbtupfer sorgen für Wohlfühlatmosphäre und urbanes Flair.
Wer erschöpft vom Stadtbummel zurückkehrt, kann sich im hauseigenen Spa regenerieren – eine kurze Fussmassage wirkt Wunder, zum Entspannen stehen Sauna, Hamam und Whirlpool bereit, für den grossen Auftritt am Abend kann eine straffende Gesichtsbehandlung gebucht werden.
Im Restaurant The Pantry wird ein reichhaltiges Frühstück serviert, leichte Gerichte gibt es rund um die Uhr, und die schöne Terrasse vor der Tür ist ideal für einen Apéritif. Wer richtig fein essen will, muss das Haus verlassen: Das Restaurant Forte Italiano gehört zwar zum Hotel, liegt aber in einem anderen Stadtteil und lockt mit Fischgerichten und toskanischen Spezialitäten.
avanihotels.com, DZ ab 156 Euro
Mittendrin und doch ganz ruhig: Das familiengeführte Dreisternehotel residiert in einem Stadtpalais aus dem 19. Jahrhundert und lockt mit einem idyllischen Hofgarten, der das Hauptgebäude mit einer angrenzenden Villa verbindet. Die 24 Zimmer und zwei Apartments verteilen sich auf beide Gebäude und verströmen die Atmosphäre eines eleganten Mailänder Herrenhauses.
Ein Hotel mit Blick auf den reich bepflanzen Hofgarten.
Die Wände sind mal pistaziengrün, mal taubenblau getüncht, stilvolle Holzbetten stehen auf original erhaltenen Parkettböden, fast jedes Zimmer hat einen Balkon oder eine kleine private Terrasse, oft ist auch Platz für ein Sofa und einen Arbeitsplatz, und einige der weissen Bäder punkten mit geschwungenen, frei stehenden Badewannen.
Das Highlight des Hauses ist jedoch der Aussenbereich mit weissen Sitzgruppen unter blühenden Glyzinien. Sobald es warm genug ist, wird hier auch das liebevoll zubereitete Frühstück serviert, für weniger warme Tage steht ein charmanter Essraum bereit.
Der Name des Hotels ist übrigens mit Bedacht gewählt: Man schläft hier nur wenige Meter von der Kirche Santa Maria delle Grazie entfernt, in der Leonardo da Vinci sein berühmtes Abendmahl an die Wand malte.
anticalocandaleonardo.com, DZ ab 140 Euro
Der Name Concoct kommt von dem Verb «to concoct», was so viel bedeutet wie: erschaffen, mischen, erfinden. Sechs junge Architekten erhielten eine vergleichbare Fläche, ein Budget und ein Minimum an Vorgaben, experimentierten und entwarfen sechs ihrer Meinung nach ideale Apartment-Zimmer für einen kurzen oder auch längeren Aufenthalt in der Stadt.
«Concoct» ist eine wunderbare Adresse für alle, die Design, Architektur und Schönheit lieben. Hinter einer schokoladenbraunen Fassade verbirgt sich eine Vielzahl von Wohnmöglichkeiten, vom minimalistischen Humus-nine-Raum von Beatrice Spreafico bis hin zum Humus-two-Zimmer von Andrea Ludovico Borri, dem grössten Apartment mit 4,80 Meter hohen Wänden und eigenem Garten. Alle verfügen über eine Kitchenette oder eine Küche, ein schönes Bad und eine Sitz- und/oder Arbeitsecke.
Wer sich in Räumen mit einem klaren, modernen Look wohlfühlt, ist hier goldrichtig.
Man wohnt in einem ganz normalen Mailänder Stadthaus in einer ruhigen Strasse mitten in der lebhaften Chinatown und wird kaum dazu kommen, die eigene Küche zu benutzen, weil es ringsum so viele gute Restaurants gibt.
concoctmilano.com, Apartment ab 90 Euro.