Fribourg-Gottéron besiegt in Spiel 7 den SCB 4:1. Damit stehen die Halbfinal-Paarungen fest: Die Freiburger treffen auf Lausanne, die Lions duellieren sich mit Davos.
(sda) Mit dem Einzug der Freiburger in die Halbfinals steht fest, dass zum dritten Mal hintereinander ein Westschweizer Team den Play-off-Final bestreiten wird. 2023 gewann der Genève-Servette Hockey Club erstmals den Titel, 2024 verlor der Lausanne Hockey Club die «Finalissima» gegen die ZSC Lions.
Dass sich in der packenden Serie an Zähringer Derbys Fribourg-Gottéron, der Sechste der Qualifikation, gegen Bern, den Dritten, durchsetzte, ist keine Sensation. Die Freiburger etablierten sich seit dem Trainerwechsel zu Lars Leuenberger unmittelbar vor Weihnachten und dem Spengler Cup (den Fribourg auch gewann) als Topteam in der National League. In der Viertelfinalserie gegen den SCB führte Gottéron mit 2:0 und 3:1 Siegen. Und vor allem lag Fribourg während der gesamten Serie nie hinten.
Marchons Chancen
In Spiel 7 in Bern in der ausverkauften Arena hätten die Freiburger in Rückstand geraten müssen. Nach 23:40 Minuten bot sich Marc Marchon die goldene Chance: Freistehend vor dem offenen Gehäuse brachte es der erfolgreichste Schweizer Skorer in den Play-offs des SC Bern aber in zwei Anläufen nicht fertig, den Puck an Goalie Reto Berra vorbeizubringen.
102 Sekunden später ging Fribourg statt Bern in Führung. Daniel Ljunggren fälschte einen Weitschuss von Dave Sutter unhaltbar zum 1:0 ab. In den folgenden zehn Minuten erhöhten die Verteidiger Yannick Rathgeb und Maximilian Streule von 1:0 auf 3:0. Drei von fünf Schüssen fanden in dieser Phase der Partie den Weg ins Netz.
Der Mann aus der Swiss League
Zum Mann des Spiels avancierte der 31-jährige Schwede Daniel Ljunggren. Was für eine Geschichte! Der Schwede spielte diese Saison für Thurgau in der Swiss League. Er schied mit Thurgau in den Play-offs sang- und klanglos in vier Partien gegen Visp aus. Er skorte als Mittelstürmer in der Swiss League seit dem 18. Januar bloss ein einziges Törchen. Der HC Fribourg-Gottéron holte Lunggren mittels einer B-Lizenz als Notnagel für seine Play-offs. Einsätze waren nicht vorgesehen. Aber nach der Sperre gegen Andreas Borgman und dem Ausfall von Jacob de la Rose rückte er dennoch ins Aufgebot – und Ljunggren verdankte das Vertrauen mit dem wichtigsten Goal der Serie.
Und der SC Bern? Der enttäuschte in diesem Spiel 7, das er sich so hart erarbeitet hatte, auf der ganzen Linie. Die Berner haben weiterhin seit dem letzten Meistertitel von 2019 noch keine Play-off-Serie gewonnen. Der Goalie-Poker mit erneut zwei Rochaden zwischen Adam Reideborn und Philip Wüthrich ging erneut nicht auf. Vor einem Jahr verlor Reideborn (ebenfalls nach Rochaden) das siebente Viertelfinalspiel in Zug, diesmal hütete Wüthrich im Spiel 7 mit bescheidenem Erfolg (Fangquote 86 %) das Tor.
Ohne Goalie ab der 50.
Das einzige Berner Tor erzielte Simon Moser in der 51. Minute zum 1:3. Zu dem Zeitpunkt spielte Bern schon ohne Goalie mit sechs Feldspielern. Schon in der 50. Minute nahm Berns Cheftrainer Jussi Tapola seinen Keeper erstmals vom Eis. Jakob Lilja stellte Freiburgs Sieg nach 57 Minuten mit einem Schuss ins leere Tor sicher.