Die Vereinten Nationen wollen Hilfsgüter über die Dominikanische Republik nach Haiti fliegen. Mitarbeitende, die lebensrettende Arbeit leisteten, bleiben im Land.
(dpa) Die Vereinten Nationen richten eine Luftbrücke ein, um die Not leidende Bevölkerung in Haiti von der benachbarten Dominikanischen Republik aus zu versorgen. Auf diese Weise sollen die nahtlose Versorgung mit humanitären Gütern sowie die Ein- und Ausreise von Uno-Personal gewährleistet werden, wie die Uno-Vertretung in Haiti am Mittwoch mitteilte.
Zuvor hatten die Vereinten Nationen angekündigt, dass sie angesichts der eskalierenden Bandengewalt ihr nicht notwendiges Personal aus Haiti abziehen. Wegen der volatilen Sicherheitslage und basierend auf den Ergebnissen einer überarbeiteten Sicherheitsüberprüfung werde nicht unbedingt erforderliches Personal reduziert, teilte ein Uno-Sprecher am Mittwoch mit. Er betonte jedoch, dass die Vereinten Nationen Haiti nicht verliessen. Mitarbeitende, die lebensrettende Arbeit leisteten, blieben im Land.
In Haiti herrscht nach dem Rücktritt von Interims-Premier Ariel Henry eine Regierungskrise. Henry hatte die Regierungsgeschäfte kurz nach der Ermordung von Präsident Jovenel Moïse im Juli 2021 übernommen. Brutal agierende, bewaffnete Banden, die zusammen fast das gesamte Gebiet der Hauptstadt Port-au-Prince kontrollieren, schlossen sich Ende Februar zusammen und forderten Henrys Rücktritt. Der Regierungschef kehrte daraufhin von einer Auslandsreise nicht zurück. Der deutsche Botschafter und weitere Diplomaten haben Haiti inzwischen verlassen.

