Dienstag, März 24

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Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, hat am Dienstag ein Freihandelsabkommen mit dem australischen Premierminister Anthony Albanese unterzeichnet, das die Zölle auf die meisten EU-Waren und Agrarexporte senkt.

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Das Abkommen stellt einen weiteren Sieg für Brüssel dar, da es angesichts zunehmender globaler Spannungen darum kämpft, die Handelsbeziehungen zu diversifizieren und strategische Partner zu gewinnen.

Durch den Pakt werde die EU jährlich 1 Milliarde Euro an Zöllen einsparen, sagte die Kommission, wobei die Exporte in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich um bis zu 33 % steigen werden.

Die Landwirtschaft erwies sich als Brennpunkt, da EU-Landwirte bereits Widerstand gegen das Mercosur-Handelsabkommen leisteten eine rechtliche Herausforderung von Abgeordneten, die mit der Ratifizierung drohen.

Die Zölle auf Produkte wie Käse (über drei Jahre), Wein, einige Obst- und Gemüsesorten, Schokolade und verarbeitete Lebensmittel werden schließlich auf Null gesenkt.

Zu den schwierigsten Themen – Rindfleisch und Schafe, die die Gespräche im Jahr 2023 scheiterten – stimmte Australien Quoten von 30.600 bzw. 25.000 Tonnen pro Jahr zu.

Ein Schutzmechanismus wird es der EU ermöglichen, sensible Sektoren zu schützen, falls ein Anstieg der australischen Importe den Markt der Union schädigen sollte.

Über die Landwirtschaft hinaus eröffnet das Abkommen den Zugang zu Australiens wichtigen Rohstoffen, darunter Aluminium, Lithium und Mangan.

Brüssel hat es auch nicht geschafft, die Luxusautosteuer in Australien abzuschaffen. Stattdessen werden 75 % der Elektrofahrzeuge in der EU von der Steuer ausgenommen sein.

Der Deal ist ein geostrategischer Vorstoß

Die Kommission erwartet starke Exportzuwächse in Schlüsselsektoren, darunter Milchprodukte (bis zu 48 %), Kraftfahrzeuge (52 %) und Chemikalien (20 %).

Brüssel hat dem Abkommen Priorität eingeräumt, da es Partnerschaften im Indopazifik aufbaut, wo Chinas Einfluss zentral geworden ist. Am Dienstag wurde außerdem eine Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft mit Canberra bekannt gegeben.

„Die EU und Australien mögen geografisch weit voneinander entfernt sein, aber wir könnten in unserer Sicht auf die Welt nicht näher sein“, sagte von der Leyen und fügte hinzu: „Mit diesen dynamischen neuen Partnerschaften in den Bereichen Sicherheit und Verteidigung sowie Handel rücken wir noch näher zusammen.“

Seit Donald Trump im Jahr 2025 an die Macht zurückgekehrt ist, haben Handelsabkommen für die EU auf der Suche nach neuen Märkten an geostrategischem Gewicht gewonnen.

Im Jahr 2025 schloss Brüssel Abkommen mit Mexiko, der Schweiz und Indonesien ab. Auch der Mercosur-Pakt wurde Anfang des Jahres unterzeichnet und wird es auch sein vorläufig angewendet ab 1. Mai trotz einer rechtlichen Anfechtung durch das Europäische Parlament.

Weitere könnten folgen. Gespräche mit den Philippinen, Thailand, Malaysia, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Ländern im östlichen und südlichen Afrika seien im Gange, sagte von der Leyen am 9. März vor EU-Botschaftern.

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