Dienstag, März 31

31. März 2026





Technologische Fortschritte haben dazu geführt, dass ältere Unterhaltungssysteme im Auto praktisch überholt sind. Mittlerweile verbinden Automobilhersteller Unterhaltung und Information als zentralen Punkt der Innenraumgestaltung. Phil Curry, Redakteur für Spezialinhalte bei Autovista24, untersucht den Aufstieg des Infotainmentsystems.

Die rasante technische Entwicklung hat die Kassetten- und CD-Player im Fahrzeug durch neue Systeme ersetzt. Während das Streamen von Musik den Verzicht auf sperrige Radiogeräte bedeutete, erforderte die Notwendigkeit, mehr Fahrerinformationen anzuzeigen, größere Bildschirme.

Durch die Kombination von Information und Unterhaltung war das Infotainmentsystem ein Fortschritt für das Design und die Funktionalität des Fahrzeuginnenraums. Diese Systeme sind heute ein fester Bestandteil moderner Autos, einige Entwicklungen geben jedoch Anlass zur Sorge.

Wachstum des Infotainmentsystems

Mit der Entwicklung der Touchscreen-Technologie ist die Integration von Displays in Fahrzeuge für den Daten- und Steuerungszugriff ein logischer Schritt. Diese Bildschirme bieten mehr als nur Musikwiedergabe. Sie bieten auch Zugriff auf eine Vielzahl von Systemen.

Diese Displays können Navigation, Ansichten von nach außen gerichteten Kameras sowie Batterieladung und -zustand in Elektrofahrzeugen (EVs) bereitstellen. Viele verfügen außerdem über eine Bluetooth-Verbindung für Anrufe und die Smartphone-Integration. Dadurch können Nutzer ihre eigene Musik, Apps und persönlichen Einstellungen ins Auto bringen.

Gleichzeitig kann das Infotainmentsystem als Steuerort für bestimmte Fahrzeugfunktionen fungieren. Menüs und Untermenüs bieten detaillierten Zugriff auf erweiterte Fahrerassistenzsysteme (ADAS), Fahrzeuganpassungen, Fahrerprofile und mehr.

Einige Autohersteller haben sich sogar dafür entschieden, die physischen Tasten für bestimmte Systeme zu reduzieren oder ganz zu entfernen. Dies führt zu einem saubereren und schlankeren Innendesign, kann aber auch zu potenziellen Sicherheitsproblemen führen.

Sind Bildschirme eine Ablenkung?

Die Fähigkeit eines Infotainmentsystems, verschiedene Fahrzeugsteuerungen unterzubringen, kann Platz im Inneren eines Autos schaffen. Da einige Bedienelemente jedoch in Untermenüs verborgen sind und für den Fahrer nicht leicht zu erreichen sind, bestehen Bedenken hinsichtlich der Ablenkung.

Klimatisierung, Fahrprofile, Sitzheizung und regeneratives Bremsniveau in Elektrofahrzeugen können von physischen auf digitale Tasten reduziert werden. Die Suche nach diesen Einstellungen auf einem Touchscreen kann jedoch dazu führen, dass man sich weniger auf die Straße konzentriert.

Eine von TRL im Auftrag der Sicherheitsorganisation IAM Roadsmart im Jahr 2020 veröffentlichte Studie verdeutlichte diese Bedenken. Die Ergebnisse zeigten, dass sich die Verwendung von Touch-Bedienelementen im Vergleich zur Sprachsteuerung stärker auf die Fahrleistung auswirkte.

Die Studienteilnehmer konnten ihren Blick besser auf die Straße richten, wenn sie die Sprachsteuerung nutzten als die Touch-Steuerung. Sie erkannten auch eher Reize, die Aufmerksamkeit erforderten. Dennoch berichteten die meisten Teilnehmer der Studie, dass sie beim Fahren in der realen Welt eher Touch- statt Sprachsteuerung nutzten.

Gewährleistung der Sicherheit von Infotainmentsystemen

Die Bedenken hinsichtlich der Ablenkung des Fahrers haben dazu geführt, dass Euro NCAP für 2026 eine knopfbasierte Anfrage an die Automobilhersteller gestellt hat. Die Sicherheitsbehörde fordert die Hersteller auf, entweder physische Bedienelemente anzubieten oder einen festen Teil des Kabinendisplays den primären Fahrfunktionen zu widmen. Dazu gehören Hupe, Blinker, Warnblinkanlage, Scheibenwischer und Scheinwerfer.

Der weitere Weg scheint also eine Frage der Balance zu sein, wenn es um Infotainmentsysteme geht. Die Technologie muss weiterhin eine zunehmende Anzahl von Fahrzeugfunktionen unterstützen und gleichzeitig den höheren Erwartungen der Verbraucher gerecht werden. Dies muss jedoch mit der Zugänglichkeit der Bedienelemente und der Aufmerksamkeit des Fahrers in Einklang gebracht werden.




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