Mit weiteren Marken an Bord und Publikumstagen gewinnt die Uhrenmesse Watches and Wonders in Genf weiter an Bedeutung. Von neuen Linien über hochkomplexe Stücke bis hin zu frisch interpretierten Klassikern: Diese Modelle sind uns aufgefallen.

Piaget: «Sixtie»

Der Brand kann auf ein reichhaltiges Archiv zurückgreifen. Neuzugang mit Vintage-Attitude ist die «Sixtie», eine Armbanduhr mit trapezförmigem Gehäuse und einem Armband mit ebenso geformten Kettengliedern. Inspiriert ist diese von der in Sautoirs und Manchettes integrierten Damenuhr aus der wegweisenden «21st Century»-Kollektion von 1969, die damals an der Baselworld gezeigt wurde.

Rolex: «Oyster Perpetual Land-Dweller»

Mit dem Tennis-Star Roger Federer als prominentem Botschafter am Messestand stellte Rolex eine seiner seltenen und sehnsüchtig erwarteten neuen Kollektionen vor: «Oyster Perpetual Land-Dweller». Dabei ist nicht nur die Optik mit einprägsamem Wabenmuster auf dem Zifferblatt und integriertem Band neu, sondern vor allem das Werk, Kaliber 7135, ein Hochfrequenzwerk, das unempfindlicher ist gegen Erschütterungen. Uhren-Nerds erfreuen sich zudem an seiner Dynapulse-Siliziumhemmung, die effizienter ist als die traditionelle Schweizer Ankerhemmung.

Cartier: «Tressage»

Die Luxusmarke wartet jedes Jahr mit einer Vielzahl von neuen Modellen auf. Neu im Schmuckuhrbereich ist die «Tressage de Cartier», deren Aussehen bei der Präsentation polarisierte: Man liebte sie sofort oder konnte gar nichts mit dem exzentrischen Modell anfangen. Die Kollektion ist eine Hommage an Jeanne Toussaint, die 1933 die erste weibliche Kreativdirektorin von Cartier wurde. Zwei dicke Zöpfe beziehungsweise Kordeln umrunden das Zifferblatt und, sehr ungewöhnlich, auch einen Teil des Armbands. Das prägnante Muster wurde, wie schon für Ringe und Armreifen, von Stücken aus dem Archiv der Marke übernommen und für die neue Quarzuhr adaptiert.

Hermès: «Maillon libre»

Die Liebe zu Broschen ist zurzeit bei Damen und Herren merkbar. Die zu Uhren sowieso. Hermès vereint nun beides in der «Maillon libre», einer Uhr, die als Brosche am Revers, am Ärmel oder auch als Anhänger am Lederriemen um den Hals getragen werden kann. Sie interpretiert das für die Marke typische «Chaîne d’ancre»-Motiv neu. Für das Zifferblatt wurde Gold auf Spiegelglanz hochpoliert, grosse Edelsteine ergänzen die vielen Diamanten. Auch eine Armbanduhr ist in der Kollektion erhältlich.

Die Stücke aus der Kollektion «Maillon libre» können als Brosche oder als Anhänger getragen werden.

H. Moser & Cie.: «Pop Collection»

«Let it pop!» ist das Motto der Schaffhauser Marke H. Moser & Cie. Für einmal leuchten die Zifferblätter der «Endeavour» in knalligen Kontrastfarben. Was auf den ersten Blick wie Emaille aussieht, entpuppt sich als Edelsteine in höchsten und reinsten Qualitäten: myanmarische Jade, Türkis, Koralle, rosa Opal, Lapislazuli und Zitronenchrysopras leuchten in dieser stark limitierten Kollektion um die Wette. Für Fans der sonst so typischen Fumé-Zifferblätter strahlen weitere Klassiker in nicht minder faszinierenden Tönen: die «Endeavour Centre Seconds Concept Purple Enamel» in einem tiefen Violett aus sechs verschiedenen Pigmenten, die «Endeavour Tourbillon Concept» in einem Türkis und zwei «Streamliner» mit Zifferblättern in leuchtendem Blau und Grün.

IWC: Form trifft Technik

Bei IWC steht die «Ingenieur» dieses Jahr im Fokus. 2023 wurde der von Gerald Genta erdachte Klassiker von 1976 neu aufgelegt. Mit seiner Idee, den Sportuhren und Dresswatches ein schlichtes, wenn man so will, intellektuelles Modell entgegenzusetzen, war er damals seiner Zeit voraus. «Form und Technik», so der Slogan. Jetzt kommen neue Modelle dazu. Am prägnantesten: die tiefschwarze «Ingenieur Automatic 42», die erste Keramikuhr von IWC, welche das Edelstahlvorbild genau nachbildet, und die «Ingenieur Automatic 40» mit grünem Zifferblatt, inspiriert von der Uhr, welche die Schweizer Marke für Brad Pitt im Film «F1» entwarf.

Van Cleef & Arpels: «Cadenas»

Mit Van Cleef & Arpels verbinden viele verspielte Automatikuhren mit Details. Der Brand kann aber auch anders: Ein Vorhängeschloss und der Surrealismus sind die Eltern der «Cadenas»- Kollektion, zum ersten Mal lanciert 1935. Was auf den ersten Blick aussieht wie ein cooles Manschettenarmband, entpuppt sich beim zweiten als Uhr: Ein kleines Zifferblatt ist nach vorne gekippt. Anlässlich des 90-Jahre-Jubiläums des eigenwilligen Stücks wird eine spezielle Version mit Diamanten im «Snowsetting» lanciert.

Chanel: «Blush de Chanel»

Die Haute-Horlogerie-Kollektion «Blush de Chanel» ist inspiriert von der Make-up-Linie des Luxushauses und versieht verschiedene Uhrenmodelle des Hauses mit einem Hauch Make-up. Prunkstück ist ein auf fünf Stück limitierte Coffret mit fünf Keramikuhren, versehen mit einem Fresko aus Emaille, das aussieht, als hätte jemand Nagellacke verschüttet. Auch andere Stücke fallen auf: Die Kette mit Lippenstift «Kiss Me», der sich mit dem typischen Klick öffnen lässt, um die Uhrzeit auf dem im Inneren verborgenen Zifferblatt abzulesen oder die tiefschwarze «J12 Pink Line» mit pinken Saphiren auf der Seite. Und die «Boyfriend Coco Art», auf der Firmengründerin Gabrielle Chanel in Roy-Lichtenstein-Manier dargestellt ist, samt Sprechblase: «It‘s Chanel Time!»

Chopard: «L.U.C. Quattro Spirit 25 Straw Marquetry Edition»

Statt wie im Märchen Stroh zu Gold zu spinnen, veredelt Chopard das Stroh: Ein in der Manufaktur in Handarbeit angefertigtes Wabenmuster aus aufbereiteten, eingefärbten Strohhalmen schmückt das Zifferblatt der Kollektion «L.U.C. Quattro Spirit 25 Straw Marquetry Edition». Damit die spezielle Optik besser zur Geltung kommt, wurde dieses Modell mit springender Stunde ausgewählt, das auf Indizes verzichtet und nur einen Zeiger, welcher für die Minuten zuständig ist, zeigt. Das Uhrwerk L.U.C 98.06-L ist mit auf der exklusiven Chopard Quattro®-Technologie basierenden vier Federhäusern ausgerüstet, die eine Gangreserve von bis zu acht Tagen ermöglichen.

«L.U.C. Quattro Spirit 25 Straw Marquetry Edition», ethisches Roségold, Stroh, in verschiedenen Farben erhältlich, Preis auf Anfrage, von Chopard.

Vacheron Constantin: «Les Cabinotiers Solaria Ultra Grand Complication – La Première»

Acht Jahre lang arbeitete ein Uhrmacher aus der auf besondere Uhren spezialisierten Abteilung «Les Cabinotiers» von Vacheron Constantin am Einzelstück «Solaria Ultra Grand Complication – La Première». Ganz im Zeichen des Jahresmottos – «The Quest», das Streben – präsentierte die Manufaktur zum 270. jährigen Bestehen einen Weltrekord und meldete 13 Patente an: die komplizierteste Armbanduhr in der Geschichte der Uhrmacherei, mit 41 Komplikationen vom Ewigen Kalender, über eine Minutenrepetition und 1521 Komponenten in einem Gehäuse mit einem Durchmesser von nur 45 mm und einer Dicke von nur 14,99 mm mit doppelseitigem Zifferblatt. Enthalten sind auch fünf astronomische Funktionen, wie etwa zum Stand der Sonne, die so noch nie in einem Werk kombiniert wurden.

Ulysse Nardin: «Diver Air»

Ulysse Nardins neues Werk nimmt für sich in Anspruch, die aktuell leichteste mechanische Taucheruhr weltweit zu sein: Sie wiegt nur 52 Gramm, etwa so viel wie eine halbe Banane. Zu 80 Prozent besteht die «Diver Air» im Inneren aus Luft; «Swiss Made Air», so der Brand. Und zu 20 Prozent aus innovativer Technik: Ein speziell entwickeltes Werk wurde in Titanium und Carbon, leichten, aber robusten Materialien, umgesetzt. Auch rezyklierte Fischernetze sowie rezykliertes Silikon kommen zum Einsatz. Dafür arbeitete Ulysse Nardin mit einem eigens aufgebauten Netzwerk aus Startups zusammen.

Patek Philippe: «Calatrava 8 Tage»

Auf der Suche nach einer Uhr mit klassisch-edler Optik, die aber einiges auf dem Kasten hat? Die «Calatrava 8 Tage» von Patek Philippe ist mit einer Sofortanzeige des Tages durch eine Blende und des Datums durch einen Zeiger bei 6 Uhr sowie einer Gangreserve von acht Tagen ausgestattet. Im Inneren tickt das neue Handaufzugswerk Kaliber 31-505 8J PS IRM CI J. Es ist klassisch aufgebaut, wartet aber mit mehreren technischen Innovationen auf, darunter eine Pulsomax®-Hemmung aus Silinvar®. Zwei Federhäuser garantieren, dass die Uhr acht Tage lang läuft, mit einem neunten Tag in Reserve.

Bulgari: «Octo Finissimo Ultra Tourbillon»

Fast hat man sich schon daran gewöhnt, dass die italienische Juweliersmarke jedes Jahr mit einem neuen Weltrekord aufwartet. Das ist 2025 nicht anders: Die «Octo Finissimo Ultra Tourbillon» stellt mit gerade mal 1,85 mm einen neuen Rekord als flachste Uhr auf, mit Integration eines skelettierten Tourbillons, eine der anspruchsvollen Komplikationen der Uhrmacherei.

Nur 1,85 mm dick: «Octo Finissimo Ultra Tourbillon», Titan, von Bulgari.

Roger Dubois: «Excalibur Grande Komplikation»

Von Beginn an hatte sich das vor 30 Jahren gegründete von Uhrmacher Roger Dubois gegründete Unternehmen auf hochkomplexe Werke mit aussergewöhnlicher Optik konzentriert. Im Jubiläumsjahr packt die Manufaktur nun ihr ganzes Können in eine Uhr: Die «Excalibur Grande Complication» mit Ewigem Kalender, Tourbillon und einer Minutenrepetition, limitiert auf 8 Stück. Typisch für die Marke sind Retrograde und Biretrograde-Funktionen: Informationen werden nicht kreisförmig, sondern auf Skalen angezeigt. In der «Excalibur Grande Komplikation» präsentiert sich die bi-retrograde Anzeige mit zwei separaten Skalen: eine für den Wochentag, eine für das Datum – ergänzt durch skelettierte Excalibur-Zeiger.

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