Ein 55-jähriger Straßenbahnfahrer wird diese Woche vor dem Bezirksgericht Zürich erscheinen und wegen „fahrlässiger Tötung“ angeklagt werden, nachdem ein älterer amerikanischer Tourist von der Straßenbahn angefahren und getötet wurde.
Der Vorfall ereignete sich am 30. Oktober 2023, als der Straßenbahnfahrer mit einem 85-jährigen Touristen aus den USA zusammenstieß.
Als der Mann die Straße und die Straßenbahngleise überquerte (angeblich ohne nach links oder rechts zu schauen), bemerkte der Fußgänger die herannahende Straßenbahn nicht – obwohl der Fahrer 23 Meter vor der Unfallstelle die Warnglocke betätigte.
Allerdings verlangsamte die Straßenbahn nach dem Ertönen der Glocke nicht die Geschwindigkeit, sondern fuhr mit der gleichen Geschwindigkeit wie zuvor, heißt es in Berichten. Anschließend musste der Fahrer abrupt bremsen, konnte jedoch nicht rechtzeitig anhalten, um einen Zusammenstoß mit dem Mann zu vermeiden.
Der Fußgänger wurde durch den Aufprall zu Boden geschleudert und erlitt ein schweres Hirntrauma.
Er starb vier Tage später im Krankenhaus.
„Vermeidbare“ Tragödie
Die Staatsanwaltschaft Zürich erstattete Anzeige wegen fahrlässiger Tötung mit der Begründung, der Fahrer habe „nicht alles Mögliche getan“, um den Zusammenstoß zu verhindern – das heißt, er sei mit der gleichen Geschwindigkeit weitergefahren, bis er die Notbremsung betätigt habe.
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Der Zusammenstoß hätte jedoch vermieden werden können, wenn der Fahrer seine Geschwindigkeit reduziert und früher gebremst hätte, so die Staatsanwaltschaft.
Mit einer Gefängnisstrafe ist in diesem Fall allerdings nicht zu rechnen.
Die Staatsanwaltschaft fordert eine Bewährungsstrafe von 90 Tagessätzen à 120 Franken – insgesamt 10.800 Franken

