Die TV-Duelle der Kanzlerkandidaten sind der Höhepunkt des Wahlkampfs – doch welche Sender übertragen sie, wer darf antreten und warum gibt es Streit um die Einladungspolitik?
Die TV-Debatten zur Bundestagswahl starten am 9. Februar um 20 Uhr 15 mit einem Duell zwischen Olaf Scholz und Friedrich Merz, das von ARD und ZDF übertragen wird.
Am 13. Februar folgt um 19 Uhr 25 im ZDF eine grössere Runde mit Scholz, Merz, Alice Weidel und Robert Habeck. Dasselbe Quartett tritt am 16. Februar um 20 Uhr 15 bei RTL und NTV sowie am 17. Februar um 21 Uhr in der ARD erneut gegeneinander an.
Zum Abschluss treffen Scholz und Merz am 19. Februar um 20 Uhr 15 nochmals beim Fernsehsender «Welt» aufeinander.
Die TV-Debatten sind im Vorfeld der Bundestagswahl von grosser Bedeutung, da sie den Wählern eine direkte Möglichkeit bieten, sich ein Bild der Spitzenkandidaten zu machen. Die Kandidaten können durch rhetorisch starke Antworten bestechen oder durch schwache Momente an Beliebtheit einbüssen. Umfragen zeigen, dass viele Wahlberechtigte ihre Entscheidung erst kurz vor dem Wahltag treffen.
Ein mahnendes Beispiel für die Wirkung solcher Debatten ist die sogenannte Elefantenrunde nach der (ebenfalls vorgezogenen) Bundestagswahl 2005. Damals hatte sich der amtierende SPD-Kanzler Gerhard Schröder trotz des knappen Ergebnisses bereits als Wahlsieger inszeniert. In der Live-Sendung attackierte er sowohl die CDU-Parteivorsitzende Angela Merkel als auch die anwesenden Journalisten. Zur Vorstellung einer Kanzlerschaft von Merkel sagte er: «Wir müssen die Kirche doch mal im Dorf lassen.» Sein überhebliches Auftreten wurde in den Tagen danach stark kritisiert – der Auftritt besiegelte Schröders Amtszeit.
An der Besetzung der Debatten gab es bereits einige Kritik. So reagierten die Grünen um Robert Habeck entsetzt, dass Habeck bei ARD und ZDF für ein «kleines TV-Duell» mit der AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel eingeplant war. Die Grünen argumentierten, dass Habeck in Umfragen beliebter sei als Scholz und daher einen Platz in einem Triell verdient hätte. In den Umfragen ist die grüne Partei allerdings nur die viertstärkste Kraft – nach CDU/CSU, AfD und SPD. Der grüne Kanzlerkandidat sagte schliesslich seine Teilnahme schriftlich ab.
Auch die AfD zeigte sich über die Einladung zur kleinen Runde verärgert. Weidels Sprecher sagte der «Bild»: «Dass die AfD als Partei mit den aktuell zweitbesten Umfragewerten wieder in Ameisen-Runden verschwinden soll, werden wir juristisch prüfen.» Weidel selbst betonte jedoch, sie hätte sich einem Duell mit Habeck gerne gestellt.

