Einem neuen Gedankenexperiment zufolge könnte die Untersuchung, wie Honigbienen Informationen verarbeiten, Menschen bei der Kommunikation mit Außerirdischen helfen.
Obwohl sich die Vorfahren von Honigbienen und Menschen vor mehr als 600 Millionen Jahren in der Evolution unterschieden, behielten die Arten gemeinsame Merkmale wie Sozialität, Kommunikation und einige mathematische Fähigkeiten bei.
Studien zeigen, dass Bienen trotz ihres winzigen Insektengehirns einfache Additions- und Subtraktionsaufgaben lösen und sogar Mengen als ungerade oder gerade kategorisieren können. Möglicherweise verfügen sie sogar über ein gewisses Verständnis für das Konzept der Null.
Aufgrund dieser Beobachtungen stellen Forscher die Frage, ob Mathematik für die Kommunikation mit außerirdischen Wesen genutzt werden kann.
Wenn Bienen mathematische Konzepte begreifen können, so argumentieren sie, dann ist es unwahrscheinlich, dass diese Ideen von der menschlichen Sprache abhängen. Nicht zuletzt, weil Bienen im Gegensatz zu Säugetieren wie Makaken oder Delfinen eine der Arten sind, die in der Evolution vom Menschen am weitesten über mathematische Fähigkeiten verfügen.
„Wenn zwei Arten, die als einander fremd gelten – Menschen und Honigbienen – zusammen mit vielen anderen Tieren Mathematik betreiben können, dann könnte Mathematik vielleicht die Grundlage einer universellen Sprache bilden“, argumentieren Forscher in einem Artikel in Das Gespräch.
Das Gedankenexperiment, veröffentlicht in der Zeitschrift Leonardo, basiert auf der philosophischen Idee, dass Mathematik viel mehr ist als ein beschreibendes Werkzeug, mit dem Menschen das Universum erklären.
Da Mathematik eine objektive Struktur ist, die unabhängig vom Menschen existiert, kann sie laut Forschern als Grundlage für die Kommunikation über die Erde hinaus dienen, insbesondere mit Außerirdischen.
Auch wenn sich die Sinneswahrnehmungen oder biologischen Formen außerirdischer Wesen drastisch von denen des Menschen unterscheiden, könnten einige mathematische Strukturen eine gemeinsame Grundlage für die Kommunikation bieten, sagen sie.
Die Idee ist nicht ganz neu. Frühere wissenschaftliche Bemühungen zur Kommunikation mit außerirdischen Wesen nutzten auch Mathematik und Zahlen.
Beispielsweise wurden in die Golden Records der 1977 gestarteten Raumsonden Voyager 1 und 2 mathematische Größen eingraviert, um „Außerirdischen eine Geschichte unserer Welt zu vermitteln“.
„Wenn es außerirdische Arten gibt und sie über ausreichend hochentwickelte Gehirne verfügen, dann deuten unsere Arbeiten darauf hin, dass sie möglicherweise die Fähigkeit haben, Mathematik zu betreiben“, sagen Forscher.
Sie hoffen nun zu erforschen, ob verschiedene Arten unterschiedliche Herangehensweisen an die Mathematik entwickeln, ähnlich wie Dialekte in der Sprache.

