Wer in Zürich, der teuersten Stadt der Schweiz, wohnt, kann sich im Jahr 2026 auf eine finanzielle Entlastung freuen – niedrigere Steuersätze. Aber sind das wirklich gute Nachrichten?
Diese Woche hat das Kantonsparlament einer Steuersatzsenkung von 3 Prozent zugestimmt – der grössten Steuersenkung in Zürich seit 20 Jahren.
Diese Maßnahme wird im Jahr 2026 in Kraft treten.
Der Grund für diese Massnahme liegt laut Finanzkommissionspräsident Karl-Heinz Meyer darin, dass die Steuerhöhe „ausschlaggebend dafür ist, wie attraktiv der Kanton für Privatpersonen und Unternehmen bleibt“.
Mit anderen Worten: Je tiefer die Steuern, desto attraktiver ist das Wohnen im Kanton, hohe Steuersätze haben den gegenteiligen Effekt.
Wer profitiert am meisten von diesen Kürzungen?
Logischerweise werden die Höchstverdiener auch die größten „Gewinner“ sein, da sie den größten Teil ihres Einkommens an Steuern zahlen.
Umgekehrt werden Einzelpersonen und Haushalte mit geringem Einkommen nur bescheidene Steuererleichterungen erhalten.
Beispielsweise beträgt die Steuerermäßigung für eine Person mit einem Jahresverdienst von 40’000 Franken nur 25 Franken.
- 80’000 Franken: 131 Franken weniger Steuern
- 200.000 Franken: 500 Franken weniger
- 188.700 Franken: 622,70 Franken weniger
Für Verheiratete sieht die Rechnung so aus:
- 75’000 Franken im Jahr: 89 Franken weniger
- 120.000: 190 Franken
- 300.000: 731 Franken
- 1 Million: 3.439 Franken
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Mögliche Konsequenzen
Allerdings ist eine Steuersenkung ein zweischneidiges Schwert: Für den Steuerzahler ist es zwar eine gute Nachricht, denn er wird – wenn auch geringfügig – mehr Geld in der Tasche haben, für den Kanton bedeutet die Senkung jedoch einen erheblichen Einnahmeverlust, der das neue Jahr mit einem Defizit von 314 Millionen Franken beginnen wird.
In Zürich wie anderswo führen geringere Steuereinnahmen gepaart mit einem Defizit dazu, dass öffentliche Ausgaben – zum Beispiel für Infrastruktur oder verschiedene Programme zugunsten der Bevölkerung – möglicherweise gekürzt oder ganz aufgegeben werden müssen.
Allerdings haben die Zürcher Behörden zum jetzigen Zeitpunkt nicht mitgeteilt, dass solche Massnahmen ergriffen werden.

