Ein Bahnreisender hat in Rheinland-Pfalz einen Zugführer tödlich angegriffen, nachdem er aufgefordert wurde, seinen Fahrschein vorzuzeigen. Der Angreifer wurde inzwischen festgenommen.
Ein Zugbegleiter ist an den Folgen schwerer Verletzungen gestorben, die er sich bei einem gewaltsamen Übergriff auf einen Regionalexpresszug in Rheinland-Pfalz zugezogen hatte.
Der Vorfall ereignete sich nach Angaben der Polizei und der Deutschen Bahn (DB) am Montagabend, als der Zug den Bahnhof Landstuhl im Landkreis Kaiserslautern verließ.
Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ein 26-jähriger Fahrgast den 36-jährigen Bahnmitarbeiter angegriffen hat, nachdem er kein gültiges Ticket vorlegen konnte. Der Mann griff den Fahrkartenkontrolleur an, nachdem er aufgefordert wurde, den Zug zu verlassen.
Passagiere leisteten vor Ort Erste Hilfe. Der Schaffner namens Serkan C. wurde wiederbelebt und ins Krankenhaus gebracht, wo er später seinen Verletzungen erlag.
Die Polizei bestätigte, dass der Tatverdächtige, ein griechischer Staatsbürger ohne Wohnsitz in Deutschland, kurz darauf von Beamten der saarländischen Landespolizei und der Bundespolizei festgenommen wurde.
Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft, es liegt ein Haftbefehl wegen des Verdachts des versuchten Totschlags vor. Medienberichten zufolge sollte er am Dienstag einem Richter am Landgericht Zweibrücken vorgeführt werden.
Welche Waffe oder welcher Gegenstand möglicherweise verwendet wurde, wollten die Behörden bislang nicht näher sagen.
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„Fassungslos und traurig“
DB-Chefin Evelyn Palla sagte in einem online veröffentlichten Beitrag, sie sei „fassungslos und traurig“ und nannte den Mord „einen schwarzen Tag“ für die deutsche Bahnbelegschaft.
Sie drückte der Familie, den Freunden und Kollegen des Opfers ihr tiefes Mitgefühl aus und verurteilte die, wie sie es nannte, „völlig sinnlose“ Gewalttat.
Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat zu einer bundesweiten Schweigeminute aufgerufen.
„Heute steht die Eisenbahnfamilie still“, sagte die Gewerkschaft.
Die Schweigeminute soll heute um 15 Uhr stattfinden Quaddel Zeitung.
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer und die saarländische Ministerpräsidentin Anke Rehlinger bezeichneten den Vorfall als Teil einer besorgniserregenden Zunahme der Aggression gegenüber dem Verkehrspersonal an vorderster Front.
Der CDU-Landtagswahlkandidat Gordon Schnieder nannte den Angriff „einen Angriff gegen uns alle“.
Sowohl Behörden als auch Gewerkschaften haben die dringende Notwendigkeit von Maßnahmen zum besseren Schutz des Bahnpersonals und der Fahrgäste nach der Tragödie betont.
„In vielen Nahverkehrszügen gibt es nur einen Zugbegleiter. Sicherheitspersonal kommt fast nie mit“, sagte der EVG-Chef.
Mit Berichterstattung der DPA.

