Samstag, April 25

Die Antikorruptionspolizei sammelte Material aus den Häusern von Wahlbeamten, darunter dem ehemaligen Büroleiter Piero Corvetto.

Die Polizei in der peruanischen Hauptstadt Lima hat angesichts wachsender Frustration über die Präsidentschaftswahlen des Landes das Haus des ehemaligen Leiters der nationalen Wahlbehörde durchsucht.

Bis Freitag standen die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl, die am 12. April stattfand, noch nicht fest.

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Verzögerungen bei der Zustellung der Stimmzettel führten dazu, dass die Stimmabgabe in einigen Gebieten um einen zusätzlichen Tag verlängert wurde, und die langsame Auszählung der Stimmen hat zu Vorwürfen wegen Fehlverhaltens geführt. Doch die Wahlmission der Europäischen Union in Peru fand keine Hinweise auf Betrug.

Polizeibeamte wurden am Freitag im Rahmen eines Gerichtsbeschlusses dabei beobachtet, wie sie das Haus von Piero Corvetto, dem ehemaligen Leiter des peruanischen Nationalbüros für Wahlprozesse (ONPE), betraten.

Nach Angaben des Lokalsenders RPP wurden die Beamten der örtlichen Antikorruptionspolizei damit beauftragt, Mobiltelefone, Laptops und Dokumente mitzunehmen.

Die Häuser von fünf weiteren Beamten wurden ebenfalls von der Polizei durchsucht, ebenso wie Büros von Galaga, einem privaten Unternehmen, das Wahlzettel transportiert.

Corvetto trat am Dienstag zurück, bestritt jedoch jegliches Fehlverhalten oder Unregelmäßigkeiten im Wahlprozess. In einer Erklärung sagte er, er hoffe, dass sein Abgang das Vertrauen der Öffentlichkeit stärken werde.

Am Freitag teilte sein Anwalt Ricardo Sanchez Carranza der Nachrichtenagentur Reuters mit, dass ein Richter die Razzia genehmigt habe, aber den Antrag der Staatsanwaltschaft, Corvetto in Untersuchungshaft zu nehmen, abgelehnt habe.

Aber einer der führenden Präsidentschaftskandidaten, der ehemalige rechtsextreme Bürgermeister von Lima, Rafael Lopez Aliaga, hat Corvetto beschuldigt, ein „Krimineller“ zu sein, und versprochen, ihn „bis zu seinem Tod“ zu verfolgen.

Lopez Aliaga befindet sich derzeit in einem knappen Rennen um den zweiten Platz bei der Präsidentschaftswahl.

Bei 95 Prozent der abgegebenen Stimmen liegt die rechte Kandidatin und ehemalige First Lady Keiko Fujimori mit 17 Prozent der Stimmen auf dem ersten Platz. Sie ist so gut wie sicher, dass sie am 7. Juni in die Stichwahl kommt.

Lopez Aliaga liegt derweil mit 11,9 Prozent auf dem dritten Platz, hinter dem linken Kongressabgeordneten Roberto Sanchez mit 12,03 Prozent.

Ungefähr 20.000 Stimmen trennen Sanchez von Lopez Aliaga, der die Wahl zunehmend als unrechtmäßig anprangert, obwohl er bislang keine Beweise für diese Behauptung vorlegen muss. Dennoch bezeichnete er die Stimmenauszählung als „weltweit einzigartigen Wahlbetrug“.

Die endgültigen Ergebnisse werden am 15. Mai erwartet.

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