Paris versucht, die Wirtschafts- und Sicherheitsbeziehungen wiederherzustellen und gleichzeitig der zunehmenden antifranzösischen Stimmung in ganz Afrika entgegenzuwirken.
Der französische Präsident Emmanuel Macron hat eine Reise durch Ostafrika begonnen, während Paris nach einer Reihe von Rückschlägen, insbesondere in seinen ehemaligen westafrikanischen Kolonien, seinen Einfluss auf dem Kontinent wieder aufbauen will.
Macron begann am Samstag in Ägypten die Drei-Länder-Tour, die ihn auch nach Kenia und Äthiopien führen wird.
Er wird am Montag und Dienstag ein Gipfeltreffen im englischsprachigen Kenia mitveranstalten, während Frankreich versucht, seine Rolle in Afrika neu zu definieren und sich von seiner postkolonialen Rolle hin zu einer engeren Zusammenarbeit zu bewegen.
Der Gipfel wird afrikanische Staats- und Regierungschefs zusammenbringen. Während des Besuchs sollen mehrere Abkommen zwischen französischen und kenianischen Unternehmen unterzeichnet werden, um die wirtschaftliche und kommerzielle Zusammenarbeit zu stärken.
Der „Africa Forward“-Gipfel wird der erste in einem anglophonen Land sein, an dem Macron seit seinem Amtsantritt im Jahr 2017 teilnimmt.
Der französische Präsident wird seine Reise am Mittwoch in Addis Abeba abschließen, wo er Treffen mit äthiopischen Beamten abhalten und an Gesprächen im Hauptquartier der Afrikanischen Union über Frieden und Sicherheit in Afrika teilnehmen wird.
Die Reise wird weithin als ein Versuch von Paris angesehen, die Wirtschafts- und Sicherheitsbeziehungen wiederherzustellen und der wachsenden antifranzösischen Stimmung in Teilen Afrikas entgegenzuwirken.
Afrikas sich veränderndes Gleichgewicht
Frankreich kolonisierte weite Teile West- und Zentralafrikas und behielt noch lange nach der Unabhängigkeit einen übermäßigen politischen und wirtschaftlichen Einfluss bei.
Frankreich, dem einst weithin vorgeworfen wurde, unpopuläre Führer aus strategischen Gründen zu unterstützen, ist nicht mehr die dominierende ausländische Macht, die es einst im französischsprachigen Afrika war.
Auf dem gesamten Kontinent gibt es einen wachsenden Drang nach gleichberechtigteren Win-Win-Partnerschaften, einer strengeren Kontrolle über natürliche Ressourcen und umfassenderen Allianzen über die traditionellen westlichen Partner hinaus.
Wendepunkt in der Sahelzone
Die antifranzösische Stimmung ist im Allgemeinen zusammen mit politischer Instabilität, Militärputschen und zunehmender Konkurrenz durch andere internationale Mächte gewachsen.
Der schärfste Bruch kam es in der Sahelzone, wo es in Mali, Burkina Faso und Niger zu Staatsstreichen kam, auf die sich die Beziehungen zu Frankreich rapide verschlechterten.
Nach jahrelangen Militäreinsätzen gegen bewaffnete Gruppen, die viele lokale Regierungen und Teile der Öffentlichkeit als wirkungslos betrachteten, wurden die französischen Streitkräfte anschließend vertrieben.
In diesem Vakuum haben sich die Militärherrscher der Region an neue Sicherheitspartner gewandt, insbesondere an Russland, was den schwindenden Einfluss Frankreichs in der Region verdeutlicht.
Der russische Einfluss, unter anderem durch die Wagner-Gruppe und ihre Nachfolgenetzwerke, weitete sich teilweise durch die Ausnutzung antifranzösischer Stimmungen aus.
Kann es Macron gelingen, Frankreichs Afrikapolitik neu zu gestalten?
Macron versucht, die Afrikapolitik Frankreichs umzugestalten und traditionellen Einfluss durch das zu ersetzen, was er Partnerschaften nennt.
Er drängt auch auf eine tiefere kulturelle und pädagogische Zusammenarbeit mit Schwerpunkt auf Unternehmertum, Klima und Jugendengagement.
Solche Bemühungen werden als Versuch Frankreichs angesehen, seine postkolonialen Beziehungen zu afrikanischen Staaten neu zu erfinden und mit Mächten wie China und Russland zu konkurrieren.
Tatsächlich versucht Paris, seine Afrika-Politik zu ändern; Es bestehen jedoch weiterhin Fragen zu seinem Einfluss auf den Kontinent.

