Dienstag, April 14

Streiks der Lufthansa-Piloten stören am Montag und Dienstag den Flugverkehr in ganz Deutschland. Reisende, die über Frankfurt, München oder Regionalflughäfen fliegen, müssen mit Stornierungen und Last-Minute-Änderungen rechnen.

Wenn Sie zu Beginn dieser Woche einen Flug von Deutschland aus geplant hatten, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Ihre Pläne durch neue Streiks bei Lufthansa beeinträchtigt werden könnten.

Die Piloten von Deutschlands größter Fluggesellschaft legten am Montag kurz nach Mitternacht ihre Arbeit nieder, der Arbeitskampf soll bis kurz vor Mitternacht am Dienstag andauern.

Der zweitägige Streik, der auch Flüge der Lufthansa CityLine und Eurowings betrifft, dürfte nach Angaben der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) insbesondere an den wichtigsten Drehkreuzen des Landes zu Hunderten Flugausfällen an beiden Tagen führen.

Es handelt sich bereits um die vierte Streikwelle bei der Lufthansa Group in diesem Jahr. Erst vergangene Woche führten Streiks des Lufthansa-Kabinenpersonals zu zahlreichen Flugausfällen.

Welche Flüge sind betroffen?

Bei Lufthansa, der größten Fluggesellschaft des Konzerns, seien am ersten Tag des zweitägigen Arbeitskampfs die Hälfte aller Langstreckenflüge und zwei Drittel der Kurzstreckenflüge gestrichen worden, teilte das Unternehmen mit.

Die Annullierungen konzentrierten sich auf die großen deutschen Flughäfen, insbesondere auf den Strecken von und nach Frankfurt und München.

Der Hamburger Flughafen bestätigte, dass am Montag 24 An- und Abflüge der Lufthansa mit Verbindung nach Frankfurt und München gestrichen wurden, weitere 25 Flüge dürften dort am Dienstag betroffen sein, so die Deutsche Presse-Agentur.

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Auch am Flughafen Berlin Brandenburg (BER) kam es zu Lufthansa-Annullierungen für beide Tage auf wichtigen Zubringerstrecken nach Frankfurt und München.

Regionalflughäfen sind nicht immun. Der Flughafen Stuttgart hat mehrere Lufthansa-Verbindungen nach München und Frankfurt gestrichen, auch Leipzig und Dresden melden Störungen.

Besonders gravierend dürften die Auswirkungen bei Lufthansa CityLine sein, wo VC-Präsident Andreas Pinheiro sagte, dass „praktisch alle Flüge“ gestrichen würden.

„Das ist für die Passagiere nicht angenehm, wird aber wahrscheinlich passieren“, sagte er BILD.

Angesichts der aktuellen Situation im Nahen Osten werden voraussichtlich Flüge der Lufthansa Group zu folgenden Zielen vom Streik ausgenommen: Aserbaidschan, Ägypten, Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Bei Eurowings ist die Situation etwas anders. Betroffen sind am Montag lediglich Abflüge der Eurowings Deutschland von deutschen Flughäfen, während die Flüge der Eurowings Europe wie gewohnt stattfinden.

Die Fluggesellschaft geht weiterhin davon aus, „einen großen Teil“ ihres Flugplans mit Unterstützung von Partnerfluggesellschaften fliegen zu können.

Was Passagiere wissen müssen

Passagieren wird empfohlen, den Status ihrer Flüge online zu überprüfen und sich direkt an ihre Fluggesellschaft zu wenden. Eurowings hat Kunden ausdrücklich gebeten, Aktualisierungen über ihre Website oder mobile App zu verfolgen, während Flughäfen Reisende dazu auffordern, nicht ohne vorherige Überprüfung aufzutauchen.

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Warum streiken Piloten?

Lufthansa und ihre Mitarbeiter befinden sich in einem Streit um die Altersvorsorge und Bezahlung bei Lufthansa CityLine. VC sagt, Lufthansa habe kein sinnvolles Angebot gemacht. Der Gewerkschaftsvorsitzende sagte, dass in den letzten vier Wochen kein Vorschlag über eine „Nullerhöhung“ der Rentenbeiträge hinausgegangen sei.

Lufthansa lehnt diese Position entschieden ab. Personalvorstand Michael Niggemann argumentiert, die Gewerkschaft fordere eine Verdoppelung der „bereits hervorragenden“ Rentenregelung im Kerngeschäft der Lufthansa und noch höhere Beiträge bei Eurowings.

Da beide Seiten öffentlich Stellung beziehen, hat VC weitere Streiks nicht ausgeschlossen, falls die Gespräche nicht vorankommen. Für die Passagiere bedeutet das, dass die Unsicherheit durchaus über diese Woche hinaus anhalten könnte.

Mit Berichterstattung der DPA.

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