Bei einer Protestkundgebung in Österreich gegen Lärm und Umweltverschmutzung wird am Samstag eine der wichtigsten Autobahnen Europas zwischen Deutschland und Italien gesperrt, was möglicherweise zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führen könnte.

Gemeinden im österreichischen Bundesland Westtirol beschweren sich seit langem über den Verkehr, insbesondere über Lastwagen, die über den Brennerpass und durch das Bundesland fahren.

Die Autobahn verbindet Nord- und Südeuropa, wobei der österreichische Abschnitt eine transalpine Verbindung nach Italien bietet.

Um Platz für die Kundgebung am Samstag zu schaffen, sperren die Behörden einen Teil der Autobahn und die umliegenden Straßen von 11:00 Uhr Ortszeit (09:00 Uhr GMT) bis 19:00 Uhr für den gesamten Transitverkehr.

Der österreichische Automobilclub OeAMTC warnte vor möglichen „ausgedehnten Staus“ und riet Autofahrern, an diesem Tag nicht durch Tirol zu fahren.

Viele Deutsche reisen normalerweise in den Pfingstferien über den Brenner.

Die Kundgebung in Matrei am Brenner soll um 13:00 Uhr Ortszeit beginnen und bis 16:30 Uhr dauern.

„Wir wollen eine Botschaft nach Brüssel, an die Bundesregierung in Wien senden, dass es bei dem ständig zunehmenden Verkehr hier auf keinen Fall so weitergehen kann und darf“, sagte Protestorganisator Karl Mühlsteiger gegenüber AFP.

„Das ist schon sehr, sehr lange ein Thema. Es zieht sich über Jahre hin“, sagte Mühlsteiger, der Bürgermeister von Gries am Brenner.

„Es ist für die Bevölkerung nicht mehr beherrschbar, nicht mehr erträglich“, fügte er hinzu und sagte, dass Umweltverschmutzung, Lärm und Staus lokale Gemeinden wie seine entlang der Autobahn plagen.

Schwerlastverkehr

Nach Angaben der Mobilitätsorganisation VCOe hat der LKW-Verkehr über den Alpenbrennerpass im vergangenen Jahr so ​​stark zugenommen, dass ihn mehr als 2,4 Millionen Fahrzeuge nutzten.

Dies steht im Vergleich zu insgesamt 860.000 Lastwagen, die über vier Transitrouten durch die benachbarte Schweiz fahren, fügte VCOe hinzu.

Im Jahr 1991 nutzten laut Straßenstatistik lediglich 900.000 Lkw den Brenner.

Österreich liegt seit Jahren im Streit mit der Europäischen Kommission, die erklärt hat, dass ein Verbot von Schwerlastkraftwagen (Lkw) den EU-Straßenverkehr beeinträchtigen könnte.

Im Jahr 2023 hob das oberste Gericht der Europäischen Union eine österreichische Anordnung auf, die Schwerlastkraftwagen auf einem Abschnitt der Autobahn verbannte.

Österreich streitet seit seinem EU-Beitritt im Jahr 1995 mit seinen EU-Nachbarn über die Umweltauswirkungen des Lkw-Verkehrs.

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