Dienstag, April 21

EU-Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas sagte zwar, dass es derzeit keine Hinweise auf „tatsächliche Engpässe“ gebe, sagte aber, dass die Lagerbestände in Teilen Europas „unter Druck“ stünden und der Block darauf vorbereitet werden müsse.

„Wir arbeiten daran, eine alternative Treibstoffversorgung für Europa sicherzustellen, etwa mit Typ-A-Flugzeugtreibstoff, der in den USA hergestellt wird“, sagte Tzitzikostas auf einer Pressekonferenz nach Videogesprächen zwischen den EU-Verkehrsministern.

Typ-A wird aufgrund unterschiedlicher Standards und Kompatibilitätsproblemen mit der Luftfahrtinfrastruktur hauptsächlich in den Vereinigten Staaten verwendet.


Die Europäische Kommission „prüft“, wie der Treibstoff in Europa genutzt werden könnte, sagte Tzitzikostas.

„Noch kein Notfall“

Die effektive Schließung der Straße von Hormus durch den Iran hat die Energiepreise in die Höhe getrieben und die weltweite Versorgung mit Kerosin gefährdet.

Nach Angaben der Europäischen Kommission sind rund 20 Prozent des Flugtreibstoffverbrauchs in der EU mit 27 Ländern auf Importe über Hormuz angewiesen.

„Europa verfügt über Notvorräte. Diese Vorräte können und werden nur bei Bedarf freigegeben. Zum jetzigen Zeitpunkt beherrscht der Markt jedoch den Druck und es gibt keine Hinweise auf tatsächliche Engpässe“, sagte Tzitzikostas.

Aber Brüssel werde am Mittwoch eine Reihe von Maßnahmen zur Bewältigung der Krise und ihrer möglichen langwierigen Auswirkungen vorlegen, fügte er hinzu.

Dazu gehören Leitlinien zu den „Flexibilitäten“, die die aktuellen Regeln für den Umgang mit Flughafen-Slots und zur Tankerbekämpfung zulassen – Bestimmungen, die begrenzen, wie viel Treibstoff ein Flugzeug transportieren kann.

Geplant sind auch Leitlinien zu Fahrgastrechten und Gemeinwohlverpflichtungen.

„Wir müssen auch auf künftige Schocks vorbereitet sein, also werden wir prüfen, ob wir eine Mindestvorratsverpflichtung für Flugtreibstoff brauchen, die die Mitgliedsstaaten dazu verpflichtet, Mindestreserven für den Notfall vorzuhalten“, sagte Tzitzikostas.

Die Aussicht auf einen Treibstoffmangel hat die Luftfahrtindustrie erschüttert, da die Sommerreisesaison auf der Nordhalbkugel näher rückt.

Einige Fluggesellschaften haben bereits Flüge eingestellt oder Treibstoffzuschläge erhoben, da die Treibstoffkosten steigen.

Der Chef des deutschen Logistikkonzerns DHL, Tobias Meyer, erklärte am Dienstag vor Journalisten, sein Unternehmen habe für Mai und Juni eine Versorgung mit Kerosin in Europa gesichert, aber „was danach passiert, ist schwer vorherzusagen“.

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