Die fettreiche, kohlenhydratarme Keto-Diät könnte die Alterung des Gehirns verlangsamen und vor Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson schützen, so eine neue Forschungsübersicht.

Der Mangel an Kohlenhydraten in einer Keto-Diät ähnelt dem Hungern und versetzt den Körper in einen Stoffwechselzustand, der als „Ernährungsketose“ bekannt ist, und zwingt ihn, seine Hauptenergiequelle von Glukose auf Moleküle namens Ketone umzustellen. Das bedeutet, dass der Körper Fett anstelle von Kohlenhydraten verbrennt, ein Prozess, der bei manchen Menschen zu einer Gewichtsabnahme führen kann.

Obwohl die Diät auch für bestimmte Erkrankungen wie schwer behandelbare Epilepsie bei Kindern ärztlich verschrieben wird, sind ihre genauen gehirnschützenden Wirkungen noch unklar.

In der neuesten Übersicht analysierten Forscher 15 Jahre Studien zur Keto-Diät, um herauszufinden, ob sie das Gehirn vor verheerenden Krankheiten wie Alzheimer, Parkinson, Multipler Sklerose und ALS schützen kann.

Die Studie legt nahe, dass die Diät ein vielversprechender Weg zur Vorbeugung von Krankheiten sein könnte, die das Gehirn im Laufe der Zeit schädigen, indem sie die Energienutzung verbessert.

Während Zellen normalerweise auf Glukose zur Energiegewinnung angewiesen sind, fällt es dem Gehirn von Menschen mit neurodegenerativen Erkrankungen oft schwer, die Zuckermoleküle effektiv zu nutzen.

Keto-Diät (NIH)

Die Keto-Diät veranlasst die Leber, Ketone zu produzieren, die als alternative Energiequelle für das Gehirn dienen und dafür sorgen, dass Menschen mit einem Risiko für neurodegenerative Erkrankungen ausreichend Gehirnenergie erhalten.

Einige Studien zeigen, dass die Ernährung auch die Anzahl entzündungsbedingter Darmbakterien reduziert. Ein häufiger zugrunde liegender Faktor bei Krankheiten wie Alzheimer und Parkinson ist die Funktionsstörung der Zellkraftwerke Mitochondrien im Gehirn, die zur Ansammlung schädlicher Moleküle, Entzündungen und Nerventod führt.

Aktuelle Behandlungen können den zugrunde liegenden Verlust von Nervenzellen nicht ausreichend bekämpfen, sagen Forscher. Eine Keto-Diät kann das natürliche System des Körpers zur Reinigung abgestorbener Zellen aktivieren und die Ansammlung toxischer Proteine ​​reduzieren, die mit dem Verfall des Gehirns verbunden sind.

Laut Wissenschaftlern könnte es Alzheimer- und Parkinson-Patienten ermöglichen, Verbesserungen des Gedächtnisses, des Energieniveaus und der Lebensqualität ohne Nebenwirkungen zu erleben.

„Ihre Fähigkeit, kritische biologische Prozesse zu beeinflussen, darunter die Mitochondrienfunktion, oxidativer Stress, neuroinflammatorische Prozesse und zelluläre Bioenergetik, macht die Keto-Diät zu einem wichtigen nichtpharmakologischen Ansatz“, heißt es in der neuen, in der Zeitschrift veröffentlichten Rezension Translationale Neurodegeneration.

Allerdings könne die Einhaltung einer restriktiven Keto-Diät bei älteren Menschen eine Herausforderung darstellen, sagen sie.

Bei manchen Menschen kann es bei einer Keto-Diät auch zu Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Schwindel kommen, und wie andere restriktive Diäten wird sie in Großbritannien normalerweise nicht zur Gewichtsabnahme empfohlen. Stattdessen verfügt der NHS über ein eigenes 12-wöchiges Programm namens NHS Weight Loss Plan, das einen ganzheitlicheren Ansatz für Ernährung, Bewegung und gesunde Gewohnheiten verfolgt. Wer über eine Keto-Diät nachdenkt, sollte seinen Hausarzt oder Ernährungsberater konsultieren.

Die Forscher empfahlen in der neuen Studie weitere Langzeitstudien, um die Sicherheit und den praktischen Nutzen einer Keto-Diät für Patienten im klinischen Umfeld zu bewerten.

„Zukünftige Forschung sollte der Personalisierung der Keto-Diät durch fortschrittliche genetische und metabolische Profilierung Priorität einräumen, um Vorhersagen darüber zu ermöglichen, welche Patienten am wahrscheinlichsten davon profitieren“, schreiben sie.

„Neue Technologien, wie etwa tragbare Geräte zur Entdeckung von Biomarkern, können die Überwachung, Einhaltung und Ergebnisverfolgung verbessern.“

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