Dienstag, Juni 16

Laut einer neuen Studie der Eisenbahngewerkschaft EVG könnten Fahrgäste in mehreren deutschen Städten direkte Fernzugverbindungen verlieren, wenn der Wettbewerb auf den verkehrsreichsten Bahnstrecken des Landes zunimmt.

Die Warnung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich der italienische Hochgeschwindigkeitsbahnbetreiber Italo auf den Eintritt in den deutschen Markt vorbereitet.

Das private italienische Unternehmen plant, bereits im April 2028 Dienste in Deutschland zu starten. Das Unternehmen hat die beiden lukrativsten Korridore des Landes im Auge: München über Berlin nach Hamburg und München über Köln nach Dortmund. Insgesamt sollen bis zu 50 tägliche Verbindungen angeboten werden, die 18 Städte auf einem 1.300 Kilometer langen Netzwerk verbinden.

Für internationale Reisende, die regelmäßig zwischen München, Frankfurt, Hamburg oder Berlin pendeln, ist die Aussicht auf mehr Züge, mehr Wettbewerb und möglicherweise günstigere Fahrpreise verlockend. Die Preisgestaltung der Deutschen Bahn hat die Fahrgäste lange Zeit frustriert, und der Einstieg von Italo in Italien hat die Fahrpreise gesenkt und die Fahrgastzahlen erhöht.

Aber laut einem Bericht der deutschen Boulevardzeitung Bildin dem die EVG-Studie zitiert wurde, könnte die Deutsche Bahn den Fernverkehr aus bis zu 16 Städten einstellen, wenn Wettbewerber auf den profitabelsten Schienenkorridoren verkehren dürften.

Die Gewerkschaft hat 16 Städte identifiziert, deren Fernzugverbindungen unterbrochen werden könnten. Dazu gehören Aachen, Augsburg, Bamberg, Münster, Magdeburg, Rostock, Chemnitz, Cottbus, Freiburg, Jena, Osnabrück und Trier.

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EVG-Chef Martin Burkert sagte: „Wenn Italo sich hier die Strecken aussuchen darf und die Deutsche Bahn von den Hauptstrecken verdrängt wird, wird das unseren Fernverkehr abbauen.“ Städte und Gemeinden werden zurückbleiben und die Fahrten werden länger dauern.“

Burkert fügte hinzu, dass die Kunden dies tun würden Um zu einem Bahnhof mit Fernzügen zu gelangen, müssen zunächst langsamere Regionalzüge genutzt werden.

Die EVG warnt seit Wochen vor den Nachteilen, die ein verschärfter Wettbewerb im Bahnfernverkehr mit sich bringt.

„Ich befürchte, dass Städte wie Singen, Trier, Schwerin, Cottbus oder Chemnitz nicht mehr bedient werden, wenn der Wettbewerb nicht gemanagt wird“, sagte Burkert. „Betreiber können hier kein Geld verdienen.“

Er forderte die Regierung auf, Regeln für die Zuweisung von Zugtrassen einzuführen, um zu verhindern, dass weniger rentable Strecken gestrichen werden.

„Die Deutsche Bahn muss sich dem Wettbewerb im Schienenfernverkehr stellen, aber der Wettbewerb muss so organisiert sein, dass alle auf Augenhöhe sind“, fügte Burkert hinzu, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Staatskonzerns ist.

„Wer auf der Strecke München-Berlin Gewinn machen will, muss im Gegenzug auch Freiburg, Chemnitz oder Cottbus bedienen.“

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Inzwischen wurde ein separater Bericht veröffentlicht von Redaktionsnetzwerk Deutschland zeigt, dass mehr als 90 Bahninfrastrukturprojekte in ganz Deutschland aufgrund unzureichender staatlicher Finanzierung ins Stocken geraten.

Auch Vorhaben von überwiegendem öffentlichem Interesse seien betroffen, heißt es in einer parlamentarischen Anfrage der Grünen. Die Allianz pro Schiene kritisierte die Situation scharf und Geschäftsführer Dirk Flege forderte die Regierung auf, ihre Zusagen einzuhalten.

Mit Berichterstattung von Airinë Nuqi

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