Die Zahl der Drogenkonsumenten und -dealer auf den Zürcher Straßen ist in den Sommermonaten gestiegen, was die Behörden dazu veranlasst hat, neue Maßnahmen zu ergreifen, um dem Trend entgegenzuwirken, der sich auf andere Teile der Schweizer Stadt ausbreitet.
„Das Problem des sichtbaren Drogenkonsums im öffentlichen Raum hat in den letzten Sommerwochen an mehreren Orten zugenommen“, teilten die Zürcher Behörden am 21. Juli mit und fügten hinzu, dass die Gemeinde „diese Entwicklung ernst nimmt und die polizeilichen und sozialarbeiterischen Maßnahmen vor Ort intensiviert und gleichzeitig an baulichen Lösungen arbeitet.“
Besonders betroffen sind die Bereiche rund um die Bäckeranlage, das Kasernengelände, der Hauptbahnhof auf Gleis 3 sowie der Schanzengraben – Bereiche, die von der Polizei mittlerweile als „Hotspots“ bezeichnet werden.
„Sichtbarer Drogenkonsum, Drogenhandel und damit verbundene Konflikte erschweren die Nutzung und den Aufenthalt in diesen öffentlichen Räumen“, sagte die Stadt.
Was unternehmen die Kommunen, um diesem Phänomen entgegenzuwirken?
Die lokalen Behörden haben mehr Polizisten und Sozialarbeiter eingesetzt, um „in diesen Gebieten eine starke und sichtbare Präsenz“ aufrechtzuerhalten.
Konkrete Maßnahmen umfassen verstärkte Auto- und Fußpatrouillen, systematischere Identitätskontrollen und Räumungsbefehle.
„Drogenkonsum und Drogenhandel im öffentlichen Raum werden nicht toleriert“, sagten Beamte der Stadt. „Drogenkonsumierende werden konsequent kontrolliert und je nach Situation an ausgewiesene Konsumstellen verwiesen.“
Hierbei handelt es sich um Innenräume, die speziell dafür eingerichtet wurden, Süchtige von der Straße zu befreien und ihnen eine sichere Umgebung für den Drogenkonsum zu bieten.
Solche Websites gibt es neben Zürich auch in mehreren Schweizer Städten, darunter Bern, Basel, Genf, Lausanne und Luzern.
Allerdings ist Zürich kein Neuling, wenn es um Drogenkonsum im öffentlichen Raum geht. Tatsächlich hat es in dieser Hinsicht eine Art Geschichte geschrieben.
In den 1980er Jahren war die Stadt auf der ganzen Welt für ihre aktive Open-Air-Drogenszene im Platzspitzpark bekannt (oder besser gesagt „berüchtigt“), der auch als „Nadelpark“ für Süchtige aus ganz Europa bekannt ist.
Jahrelang war es die Heimat Tausender Süchtiger, bis es 1992 „aufgeräumt“ und für Drogendealer und -konsumenten geschlossen wurde.
Auch in anderen Schweizer Städten gibt es übrigens eigene (meist kleinere) Drogenszenen.
Warum jagen die Zürcher Behörden die Süchtigen nicht einfach von der Strasse?
Weil die Stadt – und die Schweiz im Allgemeinen – eine Politik verfolgt, die sich weniger auf die Kriminalisierung von Nutzern als vielmehr auf Schadensminimierung und medizinische und soziale Unterstützungsstrategien konzentriert.
Das Heroin Distribution Program (HAT) ist ein gutes Beispiel dafür.
Es ermöglicht staatlichen Kliniken, Heroin an ausgewählte, schwerabhängige Drogenabhängige zu verteilen.
Dieses in den 1990er Jahren eingeführte Modell hat die Kriminalität, die HIV-Raten und die Todesfälle durch Überdosierung drastisch reduziert.
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