Zürcher Immobilien gehören zu den teuersten der Schweiz, und in einigen Seegebieten werden die Preise durch internationale Bewohner in die Höhe getrieben.
Seit vielen Jahren konzentrieren sich die teuersten Wohnquartiere der Stadt größtenteils am unteren Ostufer des Zürichsees, in der Gegend, die treffend als Goldküste bezeichnet wird.
Doch diese Gemeinden sehen sich mit der Gegend am linken Ufer des Sees einer starken Konkurrenz ausgesetzt.
Früher bestand die Pfnüselküste hauptsächlich aus Haushalten der Mittelschicht und wurde von den Wohlhabenden aufgrund der fehlenden Sonneneinstrahlung gemieden – was die Goldküste so sehr genießt –, dennoch lockt die Pfnüselküste reiche Ausländer an ihre Küsten, deren Zahl mittlerweile die der Schweizer Einwohner übersteigt.
Laut der örtlichen Immobilienmaklerin Niki Thomet sind vier von fünf Käufern von Immobilien in der Gegend Ausländer.
Gold gegen Platin
Seit einigen Jahren holt die Pfnüselküste auf und übertrifft (bei den Immobilienpreisen) sogar ihren wohlhabenden Nachbarn und erhält dabei einen neuen Namen: Platinküste.
„Die linke Seite des Zürichsees ist gefragter denn je“, sagte Thomet.
„Altes Geld lebt an der Goldküste, aber das neue Geld liegt an der Pfnüselküste – und es gibt weiteres Wachstum“, betonte er und fügte hinzu, dass dieser Boom „hauptsächlich von wohlhabenden Expats getragen wird“.
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Und das spiegelt sich in explodierenden Immobilienpreisen wider.
In den Platinum-Gemeinden Horgen und Kilchberg (letztere gilt heute als die reichste Gemeinde der Schweiz) kostet ein Quadratmeter Fläche derzeit 35.000 Franken, während er an der Goldküste „nur“ 30.000 Franken kostet.
Dies liegt deutlich über dem Durchschnittspreis in Zürich, der je nach Immobilientyp zwischen 18.294 und 19.425 Franken pro Quadratmeter liegt.
In Thalwil beispielsweise vermarktet Thomet die (bisher) teuerste Wohnung der Region: 5,5 Zimmer und 186 Quadratmeter Wohnfläche für 6,28 Millionen Franken.
Doch damit nicht genug: Wer jahrzehntelang an der Platinküste lebt – also seit es früher eine bürgerliche Pfnüselküste war –, kann seine Immobilien nun mit großem Gewinn verkaufen: Eine 100-Quadratmeter-Wohnung, die 2005 rund 1 Million Franken kostete, ist heute 2,5 Millionen wert.
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Der Nachteil
Diese Entwicklung hat jedoch auch eine negative Seite.
Da reiche Ausländer die Immobilienpreise an der Platinküste in die Höhe treiben, könnten weniger wohlhabende Bewohner „zum Wegziehen gezwungen sein“, sagte UBS-Immobilienexperte Claudio Saputelli.
Dieses Phänomen wurde bereits in den Schweizer Alpen beobachtet, wo reiche Leute Ferienhäuser kaufen und langjährige Bewohner an sich reißen.
Da die Reichen einziehen und die Preise steigen, können sich die Menschen der Unter- und Mittelschicht das Leben in diesen Gemeinden nicht mehr leisten und ziehen schließlich weg.

