Dienstag, Juni 16

Der schwer fassbare Kurzohrhund, einer der geheimnisvollsten Caniden der Welt, gedeiht heimlich tief in den Amazonas-Waldgebieten Boliviens und Perus, wie eine neue Studie zeigt.

Aufgrund seines guten Gehörs, seines ausgeprägten Geruchssinns und seines verschwiegenen Charakters wurde der Hund in freier Wildbahn nur sehr selten direkt gesichtet.

Das kryptische Tier sei ein „fast mythisches Tier“ gewesen und habe sich den Beinamen „Geisterhund“ eingebracht, sagen Forscher.

Jetzt bietet eine neue Studie neue Einblicke in das Leben dieses rätselhaften Amazonas-Räubers dank intensiver Kamerafallen, die in den Dschungeln von Bolivien und Peru aufgestellt wurden.

Fotos zeigen, dass der Hund ein dunkles, dichtes Fell hat, das von schwarzgrau bis rotbraun reicht, einen großen Kopf mit sehr kleinen und abgerundeten Ohren, kurze Beine und einen langen, buschigen Schwanz.

Die Art hat sogar teilweise Schwimmhäute an den Pfoten, was unter den Hunden des Amazonas völlig einzigartig ist.

Das „fast mythische Tier“, fotografiert in Bolivien (G Ayala/ME Viscarra)

„Der überraschendste Aspekt der Ergebnisse war, dass Kurzohrhunde, obwohl sie ein fast mythisches Tier sind, viel häufiger vorkommen, als wir angenommen hatten“, schrieben Wissenschaftler in der in der Zeitschrift veröffentlichten Studie Neotropische Biologie und Naturschutz.

Im Laufe von 25 Jahren systematisierten Forscher 500 Aufzeichnungen über den Hund in ganz Bolivien und führten 34 intensive Kamerafallenuntersuchungen durch.

Die Kamerafallen waren hauptsächlich dazu bestimmt, die Bewegungen des mythischen Tieres in den Biokulturlandschaften Greater Madidi-Tambopata und Llanos de Moxos einzufangen.

Mit über 594 Fotos stellt die Studie die größte Sammlung bestätigter Aufzeichnungen über Kurzohrhunde im gesamten Verbreitungsgebiet dieser Art dar.

Foto des Kurzohrhundes, gefangen in einer Kamerafalle aus Bolivien
Foto des Kurzohrhundes, gefangen in einer Kamerafalle aus Bolivien (G Ayala/ME Viscarra)

Laut Wissenschaftlern ist die Forschung ein „wunderbares Beispiel dafür, wie Naturschutztechnologie und Fernerkundung – in diesem Fall der intensive Einsatz von Kamerafallen – umfangreiche Daten über eine der am wenigsten bekannten Arten des Amazonas-Regenwaldes liefern können“.

Kamerafallendaten zeigen auch, dass der Hund nicht so selten ist, wie Wissenschaftler einst befürchtet hatten, da er tief in Wäldern mit einer Dichte von 15 Individuen pro 100 Quadratkilometer lebt.

Dies deutet darauf hin, dass Kurzohrhunde häufiger vorkommen als größere Fleischfresser wie Jaguare, jedoch weniger als mittelgroße Fleischfresser wie Ozelots.

Kurzohrhund von Kamerafalle gefangen (Wallace et al., 2026)

Die neuesten Sichtungen deuten auch darauf hin, dass der Hund hauptsächlich tagsüber aktiv ist und zwischen 6 und 12 Uhr seinen Höhepunkt erreicht.

Sie scheinen darauf spezialisiert zu sein, in Hochlandwäldern abseits von Flüssen zu leben – ein Hauptgrund dafür, dass sie für den Menschen nicht sichtbar sind.

Dies bedeutet auch, dass ihre Erhaltung in hohem Maße von der Schaffung und effektiven Verwaltung von Schutzgebieten abhängt.

„Die wichtigste Bewirtschaftungsstrategie ist der Schutz der Baumkronen des Amazonas-Waldes, wobei die Schaffung und effektive Bewirtschaftung von Schutzgebieten in Kombination mit der nachhaltigen Bewirtschaftung indigener Gebiete das wichtigste Element ist“, schreiben Wissenschaftler.

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