Das deutsche Verkehrsunternehmen Flix gab am Freitag bekannt, dass es beabsichtige, die Schienenverkehrsdienste im Land in den nächsten zwei Jahren zu verdoppeln, was den Druck auf den angeschlagenen öffentlichen Betreiber Deutsche Bahn erhöht.

Als Spezialist für Busreisen baut Flix seit 2018 sein günstiges Bahnangebot in Deutschland aus.

Die staatliche Deutsche Bahn ist inzwischen nicht in der Lage, die Pünktlichkeit im Fernverkehr wiederherzustellen und kämpft mit Schulden und den Folgen jahrelanger Unterinvestitionen.

„Wir werden dieses enorme Marktpotenzial in Deutschland erschließen und uns als zweiter großer Betreiber fest etablieren“, bestätigte ein Sprecher des Münchner Konzerns einen Bericht des Magazins „Spiegel“.

Bis 2027 will FlixTrain die Zahl der Fahrten zwischen Berlin und Leipzig sowie zwischen Hamburg und Köln verdoppeln und das Angebot zwischen der Hauptstadt und Hamburg um ein Drittel auf bis zu 10 Fahrten pro Tag und Richtung steigern.

Ab 2028 solle „ein Hochfrequenznetz entstehen, das alle deutschen Großstädte miteinander verbindet“, so der Konzern weiter.

Ein Sprecher des Verkehrsministeriums sagte gegenüber AFP, es begrüße „jede Initiative, die darauf abzielt, den Wettbewerb auf der Schiene zu stärken“.

Um die marode Schieneninfrastruktur in Deutschland zu modernisieren, kündigte die Regierung im vergangenen Frühjahr an, in den kommenden Jahren mehr als hundert Milliarden Euro zu investieren.

Diese Investitionen „werden zu einem stabileren und vor allem stärker digitalisierten Netz führen“, betonte der Flix-Sprecher.

Allerdings ist das Geschäftsmodell des 2018 gegründeten jungen Unternehmens noch weit von der Gewinnschwelle entfernt.

FlixTrain werde in Deutschland „noch einige Jahre“ keine Gewinne erwirtschaften, sagte der Mitbegründer und CEO der Gruppe, Andre Schwaemmlein, im November.

Laut dem Magazin „Spiegel“ ist die Deutsche Bahn nach wie vor für rund 90 Prozent des Fernverkehrs in Deutschland verantwortlich.

Auch ein dritter Player will in den deutschen Markt einsteigen: der italienische Betreiber Italo, der vorbehaltlich der Genehmigung des Bundesnetzbetreibers im Jahr 2028 seine Hochgeschwindigkeitszüge im Land einführen will.

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