Lufthansa plant, ihr europäisches Streckennetz in den kommenden Jahren umzugestalten und die Kurzstreckenkapazitäten zu reduzieren. Reisende müssen mit weniger Direktflügen, mehr Umstiegen und längeren Reisen rechnen.

Lufthansa zieht sich aus dem Kurz- und Mittelstreckenbetrieb zurück und will einige Direktverbindungen streichen.

Reisende in ganz Europa werden wahrscheinlich Veränderungen bemerken, da die deutsche nationale Fluggesellschaft Strecken kürzt, die Anzahl der Flugzeuge reduziert und ihre Strategie neu ausrichtet.

Die neuesten Pläne stellte Vorstandsvorsitzender Carsten Spohr im Rahmen einer internen Mitarbeiterveranstaltung vor und berichtete von Süddeutsche Zeitung. Lufthansa will bis 2027 bis zu 15 Flugzeuge aus ihrer Kurz- und Mittelstreckenflotte entfernen, während europaweit bis 2028 Tausende Flüge verschwinden könnten.

Diese Änderungen sind bereits im Gange. In diesem Sommer wurde die Kapazität reduziert, so dass rund 25 Flugzeuge weniger im Einsatz sind als ursprünglich geplant.

Große Auswirkungen hatte auch die Schließung der Regionaltochter Lufthansa CityLine, die dazu führte, dass rund 20.000 Flüge aus dem Flugplan gestrichen wurden.

Was das für Passagiere bedeutet

Die unmittelbarste Auswirkung für Reisende in Europa wird eine Abkehr von Direktflügen sein. Lufthansa konzentriert ihren Betrieb zunehmend auf sechs Hauptdrehkreuze – Frankfurt, München, Wien, Zürich, Brüssel und Rom.

In der Praxis bedeutet das, dass mehr Fahrten eine Umsteigeverbindung als eine Direktverbindung beinhalten.

Dies wird insbesondere für Menschen spürbar sein, die außerhalb von Großstädten leben. Strecken von Regionalflughäfen könnten ganz wegfallen oder auf eine einzige tägliche Verbindung zu einem Drehkreuz statt auf mehrere Optionen reduziert werden.

Darüber hinaus soll München in Zukunft eine noch größere Rolle spielen, da die Kosten pro Passagier dort laut Lufthansa deutlich niedriger sind als in Frankfurt.

Passagiere könnten auch feststellen, dass sie insgesamt weniger Auswahl haben, da Lufthansa plant, sogenannte „Doppelverbindungen“ zu streichen, bei denen mehrere Flüge zu ähnlichen Zeiten zwischen denselben Städten und Drehkreuzen verkehren.

Eine weitere Änderung besteht darin, wer die Flüge durchführt. Da Lufthansa Teile des eigenen Flugbetriebs zurückfährt, könnten mehr Strecken von anderen Fluggesellschaften der Gruppe abgewickelt werden. Tickets werden weiterhin unter dem Namen Lufthansa verkauft, das Erlebnis an Bord und die Flugpläne können jedoch je nach ausführender Fluggesellschaft variieren.

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Warum wird Lufthansa umstrukturiert?

Nach Angaben der Unternehmensführung verliert Lufthansa immer noch Geld auf Europa- und Kurzstreckenstrecken, und diese Verluste schmälern die Gewinne auf Langstreckenflügen.

Um dieses Problem anzugehen, konzentriert sich die Fluggesellschaft auf Effizienz: Reduzierung unrentabler Strecken, Reduzierung von Überschneidungen zwischen Drehkreuzen und Förderung einer höheren Produktivität des Personals. Ein wesentlicher Teil des Plans besteht darin, die Kosten zu senken und die Besatzungen effizienter einzusetzen.

Lufthansa hat außerdem angedeutet, dass ihre Kernmarke „Lufthansa Classic“ in Europa weiter zurückgefahren werden könnte und mehr Strecken an kostengünstigere Tochtergesellschaften übergeben würden.

Auch hier kommt es zu Spannungen. Veränderungen wie höhere Produktivitätsanforderungen oder die Verlagerung von Flügen in Tochtergesellschaften wirken sich direkt auf die Arbeitsbedingungen für Piloten und Kabinenpersonal aus.

Die Fluggesellschaft war in diesem Jahr bereits mehrfach von Arbeitskämpfen betroffen. Angesichts des Umfangs und des erklärten Zwecks der Pläne müssen sich die Passagiere möglicherweise später in der Zukunft auf mehr davon einstellen – zusätzlich zu weniger oder weniger bequemen Dienstleistungen.

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