Derzeit kreuzen sechs Autobahnen Zürich, doch bald wird der Schweizer Kanton eine davon „verlieren“.
Als die Autobahn A50 ursprünglich in den 1970er-Jahren gebaut wurde, sollte sie hauptsächlich dem Schwerlastverkehr dienen und Basel über Zürich mit der Ostschweiz verbinden.
Doch in den Jahrzehnten seit seinem Bau hat der A50 seine Erwartungen nicht erfüllt.
Der rund vier Kilometer lange Straßenabschnitt im Norden des Kantons wird bis auf ein paar Schotterlastwagen und in der Nähe wohnende Autofahrer kaum befahren.
Auf der vierspurigen Autobahn verkehren weniger als 14.000 Fahrzeuge pro Tag, während auf einigen einspurigen Kantonsstraßen in Zürich fast doppelt so viel Verkehr herrscht.
Als erste Massnahme dieser Art in der Schweiz baut Zürich nun die Autobahn A50 ab und degradiert sie zu einer einfachen Kantonsstrasse.
Dieser beispiellose Schritt folgt einer kürzlichen Abstimmung des Kantonsparlaments, in der entschieden wurde, dass das geringe Verkehrsaufkommen auf der A50 ihren Status als Autobahn nicht mehr rechtfertigt.
Denn in der Schweiz muss eine Straße bestimmte Kriterien erfüllen, um als „Autobahn“ zu gelten (Autobahn / autoroute / autostrada) – darunter ein hohes Fahrzeugaufkommen.
Was wird als nächstes passieren?
Vor uns liegen nur positive Entwicklungen.
Die vier Fahrspuren werden auf zwei reduziert und die Geschwindigkeitsbegrenzung wird von 120 auf 80 km/h gesenkt.
Was ist daran gut?
Durch den Rückbau werden etwa 12 Hektar Land frei, was sowohl der Landwirtschaft als auch der Umwelt zugute kommt.
Die „freigewordenen“ Flächen sollen teils als Fruchtfolgeflächen, teils als Lebensraum für Tiere und Pflanzen genutzt werden – Flächen, die in Zürich und in der Schweiz allgemein immer knapper werden.
Und es gibt noch ein weiteres Plus: Autofahrer benötigen für die Nutzung dieser Straße keine Autobahnvignette.

