Die Deutsche Bahn hofft, dass das Alkoholkonsumverbot an den Bahnhöfen Zoologischer Garten und Ostbahnhof die Verkehrsknotenpunkte sauberer und sicherer macht.
Wer an zwei der verkehrsreichsten S-Bahn-Stationen Berlins vorbeifährt, wird ab Freitag eine deutliche Veränderung bemerken: Alkohol ist nicht mehr erlaubt.
Die Deutsche Bahn (DB) hat beschlossen, an den S-Bahnhöfen Zoologischer Garten und Ostbahnhof ein unbefristetes Trinkverbot einzuführen, worüber erstmals berichtet wurde Berliner Zeitung.
Nach Angaben der Staatsbahn geht es darum, die Sauberkeit und Sicherheit an Orten zu verbessern, die viele Fahrgäste derzeit als unangenehm oder bedrohlich empfinden.
Wo und wie gilt das Verbot?
Die neue Regelung tritt am 1. Mai in Kraft und gilt für die gesamten Bahnhofsbereiche Zoologischer Garten und Ostbahnhof, einschließlich der Vorplätze vor den Haupteingängen.
Ab diesem Datum ist das Trinken von Alkohol überall auf dem Bahnhofsgelände verboten. Auch das Mitführen von Alkohol in offenen Flaschen oder Dosen ist verboten.
Durchgesetzt werden soll das Verbot durch DB-Sicherheitspersonal, das bereits an beiden Bahnhöfen rund um die Uhr vor Ort ist. In den ersten Wochen wird der Schwerpunkt auf dem liegen, was die DB „freundliche Bildung“ nennt.
Das Sicherheitspersonal wurde angewiesen, die neuen Regeln in Ruhe zu erklären und den Menschen Zeit zur Umstellung zu geben. Nur wenn die Warnungen ignoriert werden, werden die Fahrgäste aufgefordert, den Bahnhof zu verlassen.
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Bei wiederholten Verstößen behält sich die DB vor, Bahnhofsverbote auszusprechen oder sogar Strafanzeige zu erstatten. In und um beide Stationen werden deutliche Schilder angebracht, um die alkoholfreien Zonen zu kennzeichnen.
Es gibt jedoch einige wichtige Ausnahmen: Das Verbot gilt nicht in Bahnhofsbars, Restaurants oder Geschäften, die in ihren Räumlichkeiten Alkohol zum Verzehr verkaufen oder ausschenken.
Warum ergreift die DB Maßnahmen?
Die DB argumentiert, dass das Verbot ein notwendiger Schritt sei, um die anhaltenden Probleme mit Gewalt und Unruhen an großen Bahnhöfen anzugehen.
Während aktuelle Polizeistatistiken einen leichten Rückgang der Gesamtkriminalität belegen, gehören die Berliner Bahnhöfe nach wie vor zu den Orten, an denen sich viele Menschen am meisten fürchten. Diebstähle, Übergriffe und Drogendelikte sind an der Tagesordnung, DB-Mitarbeiter berichten von häufigen verbalen und körperlichen Angriffen.
Nach Angaben eines DB-Sprechers spielt dabei oft Alkohol eine zentrale Rolle. Trinken kann Hemmungen abbauen, die Aggressivität steigern und zu Verhaltensweisen wie dem öffentlichen Urinieren führen, das viele Passagiere als belastend empfinden.
Von der Bahn zitierte Forschungsergebnisse deuten auch darauf hin, dass sichtbar betrunkene Personen bei anderen ein Gefühl der Unsicherheit hervorrufen, auch wenn keine Straftat vorliegt.
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Zuerst wurden der Zoologische Garten und der Ostbahnhof ausgewählt, da die beiden Bahnhöfe bereits stark bewacht sind.
Doch die DB hat deutlich gemacht, dass dies erst der Anfang ist: Sollte sich die Maßnahme als wirksam erweisen, dürften weitere Berliner Bahnhöfe folgen.

