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Startseite » Die Hamas übergibt vier getötete Geiseln an Israel – es sind die letzten der ersten Phase der Waffenruhe. Wie geht es jetzt weiter?
Welt

Die Hamas übergibt vier getötete Geiseln an Israel – es sind die letzten der ersten Phase der Waffenruhe. Wie geht es jetzt weiter?

MitarbeiterBy MitarbeiterFebruar 27, 2025
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Die Hamas übergibt vier getötete Geiseln an Israel – es sind die letzten der ersten Phase der Waffenruhe. Wie geht es jetzt weiter?

Mit grosser Verspätung beginnen am Donnerstag neue Verhandlungen in Kairo, während Israel und die Hamas für den Krieg rüsten. Die USA bleiben dennoch vorsichtig optimistisch, dass eine Einigung noch möglich ist.

Es geht auch ohne makabres Spektakel: In einer Nacht-und-Nebel-Aktion hat die Hamas am späten Mittwochabend vier getötete Geiseln an Israel übergeben. Israel entliess dafür 620 palästinensische Gefangene. Gemäss der Vereinbarung zwischen der palästinensischen Terrororganisation und dem jüdischen Staat hätten die Häftlinge eigentlich schon am Samstag freikommen sollen. Doch Israels Regierung setzte ihre Entlassung aus, bis die Hamas zusicherte, auf die «demütigenden Zeremonien» bei der Freilassung israelischer Geiseln zu verzichten. Nach hitzigen Verhandlungen einigten sich die Kriegsparteien am Mittwoch, wenige Stunden später fand der Austausch statt.

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Noch in der Nacht konnten die Forensiker bestätigen, dass es sich bei den übergebenen Leichnamen um Itzik Elgarat, Ohad Yahalomi, Tsahi Idan und Shlomo Mantzur handelt. Laut den Behörden wurden Elgarat, Yahalomi und Idan in Geiselhaft ermordet, während Mantzur schon am 7. Oktober 2023 getötet wurde. Israel hat nun alle 33 Geiseln erhalten, die die Hamas in der ersten Phase der Waffenruhe übergeben sollte. Offiziell endet diese erste Phase am Samstag – und bis jetzt sieht es nicht danach aus, dass eine zweite Phase und damit ein Ende des Kriegs folgen wird.

Israel und die Hamas bereiten den Krieg vor

Kurz nach der Übergabe signalisierte die in die Ecke gedrängte Palästinenserorganisation erneut Bereitschaft, die Verhandlungen über die zweite Phase aufzunehmen. Diese hätten eigentlich schon Anfang Februar beginnen sollen. Doch Israel hat seine Unterhändler erst am Donnerstag nach Kairo zu den Gesprächen geschickt. Die Hamas teilte derweil am Donnerstag mit, dass jeder Versuch, von der Waffenruhe abzurücken, nur zu noch mehr Leid für die Geiseln und ihre Familien führen werde.

Doch Israel will sich offenbar nicht mehr an die ursprüngliche Vereinbarung halten: Laut israelischen Medienberichten wird der jüdische Staat seine Soldaten nicht von der Südgrenze des Gazastreifens abziehen, dem sogenannten Philadelphi-Korridor. Gemäss dem Abkommen muss der israelische Abzug aus dem Landstrich am Samstag beginnen und bis zum 8. März abgeschlossen sein.

Offenbar ist es Israels Strategie, den Druck auf die Hamas aufrechtzuerhalten und sie so zu weiteren Konzessionen zu zwingen – etwa einer Verlängerung der ersten Phase. Bereits vor einigen Tagen hat Israel seine Soldaten rund um den Gazastreifen in höhere Alarmbereitschaft versetzt. Verteidigungsminister Israel Katz sagte am Donnerstag, dass alle Geiseln am ehesten zurückkämen, wenn die Hamas wisse, dass die israelische Armee bereit sei, den Krieg wiederaufzunehmen.

Für die Hamas bedeutet die israelische Ankündigung bezüglich des Philadelphi-Korridors einen Bruch der Waffenruhe, wie die Organisation am Donnerstag in einer Mitteilung schrieb. Laut einem Bericht des «Wall Street Journal» bereitet sich die Terrororganisation ebenfalls auf eine Wiederaufnahme des Kriegs vor. So soll die Hamas neue Kommandanten ernannt, Tunnel repariert und Ausbildungsmaterial an neue Kämpfer verteilt haben.

Was ist die Position der USA?

Trotz den schlechten Aussichten auf eine Verlängerung der Waffenruhe kommen aus Washington nach wie vor optimistische Töne. Der Nahostbeauftragte des Weissen Hauses, Steve Witkoff, wird möglicherweise am Sonntag in die Region reisen, um die Gespräche über die zweite Phase der Waffenruhe «abzuschliessen», wie Donald Trumps wichtigster Verhandler jüngst ankündigte. Wie das gelingen soll, wenn die ersten Gespräche nicht vor Donnerstag beginnen, bleibt unklar.

In den vergangenen Wochen hat sich die amerikanische Position bezüglich der Hamas laut Medienberichten verhärtet – nicht zuletzt wegen deren makabrer Propaganda-Shows. Witkoff wiederholte am Mittwoch, dass die Terrororganisation nach Kriegsende keinerlei Rolle im Gazastreifen spielen dürfe. Die restlichen 59 Geiseln in ihrer Hand sind also eine Lebensversicherung. Die Hamas gleichzeitig zum Machtverzicht und zur Freilassung der Verschleppten zu bringen, wird die Herkulesaufgabe der Verhandler in Kairo sein.

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