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Startseite » Im Altersheim Hotel Paraíso ist das Leben noch längst nicht vorbei
Feuilleton

Im Altersheim Hotel Paraíso ist das Leben noch längst nicht vorbei

MitarbeiterBy MitarbeiterJuni 16, 2025
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Im Altersheim Hotel Paraíso ist das Leben noch längst nicht vorbei

Die portugiesische Schriftstellerin Lídia Jorge schreibt einen Roman über ihre Mutter als alte Frau. Sie hat das traurig-komische Buch gewissermassen in deren Auftrag geschrieben.

Eine alte Frau sieht ihrem Tod entgegen. Nach einem Unfall kommt sie in ein Altenheim, das den trügerisch schönen Namen Hotel Paraíso trägt. Sie nimmt Audiodateien auf, ein Protokoll ihres neuen Alltags, das achtunddreissig Stunden umfasst. Das ist der Rahmen, den die 1946 geborene Portugiesin Lídia Jorge in ihrem neuen Roman «Erbarmen» steckt. Wie die Autorin in Interviews berichtete, erfüllte sie damit gewissermassen eine Auftragsarbeit ihrer eigenen Mutter, die überdies den Buchtitel vorgab. Entstanden ist daraus ein intensiver Text, der von 2018 bis zum Frühjahr 2020 reicht.

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Dona Alberti, so heisst die Mutter der Erzählerin, blickt auf ein langes Leben zurück. Sie war schon auf der Welt, als sich Hitler und Churchill gegenüberstanden, und sie taucht nun in Erinnerungen ein, die ihr früheres Dasein, ihr Haus und vor allem ihren geliebten Garten wachrufen. Werden sich die Nachmieter angemessen um die Blumen und Bäume kümmern, oder wird sich alles Alte bald überlebt haben?

Das sind Fragen, die sie sich stellt, während sie ihren körperlichen Verfall konstatiert. Auch ihr Kopf verrichtet seine Arbeit mitunter nicht mehr wie gewohnt, und so quält sie sich, bis ein Mitbewohner auf dessen Smartphone die Antwort auf die Frage sucht, von welchem Land Baku die Hauptstadt sein könnte.

Konflikte mit der Tochter

Mit dem «grossen» Weltgeschehen will Dona Alberti nichts mehr zu tun haben. Zum Ärger ihres Schwiegersohns ignoriert sie den Fernseher und die Tageszeitungen; die trostlosen Nachrichten von Krieg und Zerstörung deprimieren sie zu sehr. Gleichzeitig leidet sie darunter, dass es ständig zu Konflikten mit ihrer Tochter, der Schriftstellerin, kommt.

Nur sporadisch besucht sie die Mutter, und als sie einmal einen Korb mit getrockneten Feigen und gebackenen Süsskartoffeln mitbringt, erntet sie nur Geringschätzung. Zudem schickt sich Dona Alberti an, die Romane ihrer Tochter zu kritisieren, die unwürdige Gestalten darstellen und noch nicht einmal in Happy Ends münden würden.

Für siebzig psychisch oder physisch angeschlagene Personen bietet das Hotel Paraíso Platz. Lídia Jorge versteht sich vorzüglich darauf, die Tagesabläufe, die aufkommenden Eifersüchteleien, Intrigen und Ängste zu schildern, auch mit Sinn für die Komik der Ereignisse, die von dem notorisch überforderten Pflegepersonal schulterzuckend registriert werden. Wer am Tag und in der Nacht die Betreuung übernimmt, was von der jungen Heimleiterin zu halten ist, wer den schwulen Pfleger Ali schikaniert, wie ein Fotograf sein Unwesen treibt und weshalb man sich das Spiegelei zum Mittagessen erkämpfen muss: Das alles füllt die langen leeren Stunden der Pensionäre aus und lenkt kurzzeitig von Beschwerden und von den Todesfällen ab.

Ja, selbst auf Liebe und Sex müssen die Bewohner des Hotel Paraíso nicht verzichten. Ein Neuankömmling hat keine Hemmungen, sich mit der Frage «Wer von Ihnen ist noch fähig, mit einem Mann ins Bett zu gehen?» einzuführen. Lilimunde, eine Pflegerin, wiederum ist überzeugt davon, Jungfrau bleiben zu wollen, bis sie sich wenig später mit einem ungarischen Algenforscher einlässt, der dann von der Schwangerschaft seiner Kurzzeitgeliebten nichts wissen will.

Selbst Dona Alberti zeigt sich von den Avancen des gepflegten Senhor Sargento angetan und bewahrt eine ihr von ihm zugedachte Nachricht wie ein Heiligtum auf. Da sie nicht die Einzige ist, die sich von ihm beeindrucken lässt, ist sie gegen ihr Naturell gezwungen, eine Konkurrentin mit Lügen abzuspeisen.

Die Dämonen der Nacht

In solchen Szenen überzeugt Lídia Jorges Roman ganz und gar. Denn natürlich sind Dona Alberti und ihre Leidensgenossen «auf dem Weg ans Ende ihrer Zeit», und sie leiden darunter, dass alles wohl «zum vorletzten oder sogar zum letzten Mal» geschieht. Und doch widerlegen sie die Ansicht, man bestehe nur noch aus Erinnerungen an ein vergangenes Dasein: «Die Überreste unseres Lebens sind aktiv, sie wachsen und explodieren ohne jegliche Kontrolle.»

Wo freilich am Tage Energie regelmässig auflodert, wird die Nacht, wenn sich kein Schlaf einstellt, zum Martyrium. Ängste nehmen Dona Alberti gefangen, und ihre Albträume spiegeln sich in den Kapiteln wider, da die Nacht als Personifikation in ihr Zimmer eindringt, als «blutrünstiges Tier».

Je weiter «Erbarmen» voranschreitet, desto mehr spitzt sich die Situation im Heim zu. Das Pflegepersonal streikt, ungelernte Kräfte, viel zu wenige, werden angestellt, und die Leitung scheint überfordert zu sein. Schliesslich bricht das Chaos vollends aus, als Anfang 2020 mit dem Coronavirus eine «Bedrohung durch ein giftiges, unsichtbares Wesen, das durch die Luft wandert, bis es auf den Schleimhäuten der Menschen landet», naht. Die anfangs mythisch beschriebene, nicht recht zu fassende Gefahr konkretisiert sich rasch und macht das Hotel Paraíso zu einem unbeherrschbaren Ort der Ansteckung und des nahenden Todes.

Die vielfach ausgezeichnete Lídia Jorge gilt längst als Grande Dame der portugiesischen Literatur, und auch in anderen Ländern wie Frankreich hat sie breite Anerkennung gefunden. Im deutschsprachigen Raum, wo sie lange bei Suhrkamp verlegt wurde, hat sie sich merkwürdigerweise nie nachhaltig durchsetzen können. Nun hat der Berliner Verlag Secession sich ihres Werkes angenommen, und es besteht Hoffnung, dass sich das ändert. «Erbarmen» ist eine geeignete Einstiegslektüre in Lídia Jorges Erzählwelten. Mit diesem bald aufwühlenden, bald witzig-skurrilen Buch porträtiert sie eine eigensinnige Frau, die allen Widerständen zu trotzen versucht.

Lídia Jorge: Erbarmen. Roman. Aus dem Portugiesischen übersetzt von Steven Uhly. Secession-Verlag, Berlin 2025. 430 S., Fr. 45.90.

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