Eine neue Studie ergab, dass Hausziegen der Richtung einer unsichtbaren menschlichen Stimme folgen können, um nach versteckter Nahrung zu suchen.
Untersuchungen der Universität Zürich legen nahe, dass Ziegen die gleiche beeindruckende Sensibilität für soziale und kommunikative Signale haben könnten wie Hunde.
Die Tiere waren in rund 60 Prozent der Fälle in der Lage, versteckte Nahrung mit Hilfe einer menschlichen Stimme zu identifizieren, ähnlich wie Hunde, die eine Erfolgsquote von 63 Prozent haben.
Wissenschaftler sagen, dass die Fähigkeit, die Direktionalität der menschlichen Stimme zu verarbeiten, bisher nur an wenigen Tieren getestet wurde, etwa an Hunden und Schimpansen.
Schimpansen waren nicht in der Lage, Aufgaben so erfolgreich auszuführen wie Hunde, was darauf hindeutet, dass dies möglicherweise mit der Domestikation zusammenhängt.
Forscher wollten untersuchen, wie Ziegen, eine der ältesten domestizierten Arten, auf menschliche Stimmen reagieren würden.
Um die Tests mit 29 Ziegen durchzuführen, stellten sie zwei Eimer auf beiden Seiten eines Holzgitters auf und füllten getrocknete Nudeln in einen der Eimer, während die Ziege nicht hinsah.
Einer der Forscher versteckte sich dann hinter dem Bildschirm und rief die Ziege entweder aufgeregt in Richtung des Eimers mit Nudeln darin, sagte nichts oder sprach aufgeregt von beiden Eimern weg.
Anschließend ließen die Forscher die Ziege frei, um zu sehen, für welchen Eimer sie sich entscheiden würden.
Rund 60 Prozent der Ziegen wählten den Eimer mit Futter, wenn der Forscher aufgeregt in Richtung des Eimers sprach.
Im Vergleich dazu sind es 63 Prozent bei Hunden und 80 Prozent bei einjährigen Menschen.
Wenn sie vom Eimer weg sprachen oder überhaupt nichts sagten, war die Leistung der Ziege nicht besser als der Zufall.
Die Forscher sagten, die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Tiere in der Lage seien, menschliche Signale ohne Training zu verstehen.
„Unsere Daten zeigen daher nicht nur die inhärente Fähigkeit von Ziegen, die Direktionalität menschlicher Sprache zu verarbeiten, sondern auch spontan auf die Implikationen dieses Hinweises in einem neuartigen Kontext zu schließen“, heißt es in der Studie.
„In unserem Experiment wurde ein deutscher Satz als Stimulus verwendet, da dies die Muttersprache des Experimentators war, aber es ist möglich, dass die Ziegen sich leichter auf die Aufgabe eingestellt hätten, wenn wir einen vertrauteren englischen Satz verwendet hätten.“
Die Forscher fügten hinzu, dass die genaue Rolle der Domestizierung und der Erfahrung mit Menschen bei der Entstehung dieses Merkmals unklar sei.
Weitere Erkenntnisse könnten durch die Untersuchung der Fähigkeiten nicht domestizierter Ziegen gewonnen werden.






