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Startseite » Frankreich und Algerien verachten die «Harraga». Ein Besuch bei Männern, die zwischen zwei Ländern feststecken
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Frankreich und Algerien verachten die «Harraga». Ein Besuch bei Männern, die zwischen zwei Ländern feststecken

MitarbeiterBy MitarbeiterMärz 5, 2025
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Frankreich und Algerien verachten die «Harraga». Ein Besuch bei Männern, die zwischen zwei Ländern feststecken

Zehntausende Algerier leben ohne Aufenthaltsbewilligung in Frankreich. Doch das Regime in Algier weigert sich beharrlich, selbst gefährliche Straftäter zurückzunehmen. Nun droht Paris, ein historisches Abkommen aufzukündigen.

Es ist ein trüber Nachmittag im Norden von Paris. Vor einem Café in der Nähe der Tramstation Porte de Clignancourt sitzt der junge Algerier Imad vor einem Pappbecher Kaffee. Der 26-Jährige trägt ein schwarzes Käppi und eine dünne Sportjacke. Seine Augen sind glasig. Imad hat heute schon mehrere Lyrica-Tabletten geschluckt. Das Schmerzmittel mit dem Wirkstoff Pregabalin dämpft die Nerven und sorgt in höheren Dosen für eine kurzzeitige Euphorie. Für 2 Euro 50 pro Kapsel wird es in seinem Quartier illegal auf der Strasse verkauft.

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Imad ist ein «Harraga», ein nordafrikanischer Migrant, der sich illegal nach Europa durchgeschlagen hat. Der Begriff bedeutet wörtlich: «die, die verbrennen». Das spielt auf die Praxis der jungen Männer an, die eigenen Papiere zu vernichten und so ihre Herkunft zu verschleiern. Auch Imad entschied sich vor drei Jahren, seine Heimat zu verlassen und in Frankreich ein sorgenfreies Leben zu führen. Damals hatte er Videos auf Facebook und Instagram gesehen, in denen junge Algerier wie er mit einem Mädchen im Arm vor teuren Autos posieren. Sein Leben in Paris könnte heute nicht weiter davon entfernt sein.

Vom Elend der «Harraga»

Imad ist tablettensüchtig und hält sich mit dem Verkauf von geschmuggelten Zigaretten über Wasser. Er schläft mal in besetzten Häusern, mal in Notunterkünften. Einmal wurde er von einer Bande rivalisierender Strassenverkäufer verprügelt und erlitt dabei ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Nach der Attacke lag er einen Monat im Koma und musste auf ein Implantat für seinen beschädigten Schädelknochen warten. Er würde sich heute nicht noch einmal in ein Boot setzen und über das Mittelmeer wagen, sagt er.

Wie Tausende seiner Landsleute ist Imad eine Person mit OQTF-Status. Das bedeutet, dass der französische Staat eine sogenannte «obligation de quitter le territoire français» gegen ihn verhängt hat. Er hätte Frankreich eigentlich schon lange verlassen und in sein Heimatland zurückgehen müssen. Doch Algerien weigert sich seit vielen Monaten kategorisch, die meisten seiner ausgewiesenen Staatsbürger wieder aufzunehmen.

Das betrifft vor allem jene, die in Europa straffällig wurden oder sich radikalisiert haben – denn in ihnen sieht das Regime in Algier ein potenzielles Sicherheitsproblem. Sind die Rückführungen von Paris zudem erzwungen und nicht freiwillig, stellt sich das nordafrikanische Land erst recht quer, weil es die Politik der früheren Kolonialmacht als «neokoloniale» Demütigung empfindet.

Von knapp 60 000 ausreisepflichtigen Algeriern in Frankreich hat Algerien laut einem Bericht des französischen Rechnungshofs zwischen den Jahren 2019 und 2022 gerade einmal 2500 Personen zurückgenommen. Dabei kamen längst nicht alle von ihnen auf so prekären Wegen wie die «Harraga» ins Land. Viele algerische Einwanderer reisten mit einem regulären Visum nach Frankreich, und als es auslief, blieben sie einfach. Nicht wenige von ihnen sind hier in das soziale und wirtschaftliche Leben integriert. Wer einen OQTF-Bescheid bekommen hat, ist deswegen nicht zwangsläufig kriminell.

Schwere Vorwürfe an Algier

Doch der französischen Regierung geht in diesem Streit um scheiternde Rückführungen und historische Sensibilitäten inzwischen die Geduld aus. Der Grund ist ein islamistischer Terroranschlag, verübt von einem Algerier, der ebenfalls ausreisepflichtig war. Der 37-jährige Mann hatte am 22. Februar im elsässischen Mülhausen mit einem Messer auf mehrere Polizisten eingestochen. Dabei verlor ein Portugiese, der einschreiten wollte, sein Leben. Der Attentäter hatte in Frankreich wegen Terrorverherrlichung bereits eine kurze Haftstrafe abgesessen. Insgesamt 14 Mal hatten die Franzosen die algerischen Behörden bereits darum gebeten, die nötigen Papiere für seine Rückführung auszustellen, doch jedes Mal wurden die Anfragen ignoriert.

François Bayrou, der französische Premierminister, machte dem Land danach schwere Vorwürfe. Der Terroranschlag, sagte er, hätte verhindert werden können, wenn die algerischen Behörden mit Paris kooperiert hätten. Die Blockadehaltung Algiers, so Bayrou, sei auch ein Angriff auf die bilateralen Vereinbarungen, die man nun überprüfen müsse. Der konservative französische Innenminister Bruno Retailleau ging noch weiter und forderte, das historische Abkommen von 1968 gleich zu kündigen. Retailleau hatte sich schon im Januar über die gescheiterte Rückführung eines Tiktok-Influencers nach Algerien geärgert, der in Frankreich zur Gewalt aufgerufen hatte.

Sollte es zum Bruch des Abkommens kommen, stünden die angespannten Beziehungen wohl endgültig vor dem Aus. Die Vereinbarung räumt algerischen Staatsbürgern Sonderrechte bei der Einreise, auf dem Arbeitsmarkt und bei der Familienzusammenführung ein. Für das Regime in Algier ist es quasi unantastbar: Es sieht darin eine historische Verpflichtung der früheren Kolonialmacht und eine wichtige wirtschaftliche Absicherung, vor allem durch die Devisenüberweisungen der Diaspora. Mit geschätzten 2,5 Millionen Menschen sind die Algerier in Frankreich die mit Abstand grösste Einwanderergruppe.

Gescheiterte Migrationspolitik

Auch für Paris war das Abkommen lange Zeit von Vorteil, weil man in den 1960er Jahren ohnehin auf billige Arbeitskräfte angewiesen war und sich damals, nach dem Ende des blutigen Unabhängigkeitskriegs, rasch mit der früheren Kolonie versöhnen wollte. Doch Kritiker sagen, dass die Vereinbarung Frankreich heute unverhältnismässig belaste. Besonders konservative und rechte Parteien sehen darin eher ein Relikt einer lange zu grosszügigen Migrationspolitik. Man erlebe mit der muslimischen Masseneinwanderung aus Nordafrika heute eine «Gegenkolonialisierung», wetterte der Rechtsaussenpolitiker Éric Zemmour, der als Sohn jüdischer Einwanderer selber algerische Wurzeln hat.

Für den algerischen Journalisten Mehdi ist die Beziehung zwischen den beiden Ländern zu eng verflochten, um durch den gegenwärtigen Konflikt grundlegend erschüttert zu werden. Der Kritiker des algerischen Regimes, der auch im Norden von Paris lebt und seinen vollständigen Namen aus Angst vor Repressionen für seine Familie nicht nennen will, glaubt deswegen nicht an einen Bruch des Abkommens von 1968. Aber er hält es für durchaus möglich, dass die Situation weiter eskaliert: «Die algerische Regierung weiss genau, dass sie mit den Migranten eine Verhandlungsmacht hat.»

Zornig, sagt Mehdi, habe die algerische Staatsspitze vor allem Frankreichs Kurswechsel in der Westsahara-Politik gemacht. Im Juni 2024 hatte der französische Präsident Emmanuel Macron offiziell Marokkos Souveränität über die umstrittene Region anerkannt. Für Algerien, die Schutzmacht der sahraouischen Polisario-Rebellen, war das ein Schlag ins Gesicht. Mit der Weigerung, selbst gefährliche Straftäter zurückzunehmen, glaubt Mehdi, räche sich das Regime seither an Paris. Und wahrscheinlich kämen hier auch die «Harraga» ins Spiel.

Tolerierte Schlepper?

Obwohl Algerien über eine der am besten ausgerüsteten Küstenwachen verfüge, gelinge es regelmässig Hunderten von Booten, unbemerkt aus den heimischen Häfen auszulaufen. Er könne sich gut vorstellen, sagt Mehdi, dass die algerischen Behörden absichtlich die Augen verschlössen und das Geschäft der Schlepper tolerierten: «Warum sollte das Regime auch Hunderte arbeitslose junge Männer davon abhalten, nach Europa abzuhauen, wenn sich damit ein soziales Problem in der Heimat lösen lässt?»

Zu den Leidtragenden dieser Politik gehören Leute wie Imad. Der 26-Jährige hat die Hoffnung aufgegeben, in Paris ein normales Leben führen zu können. Einst hatte er sich vorgenommen, seine Eltern stolz zu machen und ihnen regelmässig Geld zu überweisen. Doch der Sohn eines Kleinbauern hat keine Chancen auf einen Job, und die Folgen seiner schweren Verletzung bereiten ihm oft Schmerzen.

Am liebsten würde er zurück zu seiner Familie. Dann müsste er allerdings auch zugeben, gescheitert zu sein. «Das Tragische an den ‹Harraga› ist, dass sie zwischen zwei Ländern feststecken, die sie nicht wollen», sagt Medhi. «Sie werden von vielen Franzosen und Algeriern gleichermassen verachtet.»

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