Archäologen haben einen mittelalterlichen unterirdischen Tunnel entdeckt, der unter einem deutschen Dorf verläuft und wahrscheinlich Schauplatz kultischer Rituale war.
Forscher stießen bei Ausgrabungen, die eine steinzeitliche Grabstätte in der Nähe des deutschen Dorfes Dornberg freilegten, auf den Tunnel.
Ein trapezförmiger Graben aus dem vierten Jahrtausend v. Chr. wurde erstmals zusammen mit mehreren schlecht erhaltenen spätneolithischen Überresten aus dem dritten Jahrtausend v. Chr. entdeckt.
Dann brachten weitere Ausgrabungen eine Steinplatte und eine lange, ovale Grube mit einer Länge von etwa 6,5 Fuß und einer Breite von 2,5 Fuß zutage, die den steinzeitlichen Grabgraben im rechten Winkel kreuzten.
Ursprünglich wurde davon ausgegangen, dass es sich um ein weiteres Grab handelte, doch bald stellten Forscher fest, dass die Grube ausgedehnt war und tatsächlich ein Tunnelsystem darstellte.
Solche Schächte mit kammerartigen Erweiterungen wurden bereits im Mittelalter in und um Deutschland gefunden, in Regionen mit festem, aber gut bearbeitbarem Boden.
Forscher vermuten, dass diese Tunnel wahrscheinlich Verstecke oder Räume für kultische Aktivitäten waren, sind sich aber nicht ganz sicher, wofür sie genutzt wurden.
Bei Ausgrabungen im Tunnel fanden sie in einem der geschwungenen Gänge ein Metallhufeisen, Fragmente eines Keramiktopfes, eine Holzkohleschicht und ein Fuchsskelett.
„Da unter der Holzkohle keine Rotfärbung des Untergrundes, sondern nur eine Verhärtung festgestellt wurde, dürfte es sich um die Überreste eines Brandes gehandelt haben, der nur kurz brannte“, schreiben Forscher des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie (LDA) in einer Stellungnahme.
Der Eingang des Tunnels schien außerdem irgendwann absichtlich mit einer Ansammlung großer Steine verschlossen zu sein, was Forscher vermuten, dass dies geschah, um die geheimen Aktivitäten im Schacht zu verbergen.
„An der engsten Stelle des Eingangs war eine Ansammlung übereinander gestapelter größerer Steine erkennbar, was auf eine absichtliche Schließung des Eingangs hinweisen könnte“, schreiben Archäologen.
Die Forscher sind sich nicht ganz sicher, was sie von dem Tunnel halten sollen.
„Vielleicht wurde der Ort jedoch aufgrund seiner Bedeutung als heidnisches Grab von der örtlichen Bevölkerung generell gemieden und eignete sich daher besonders gut als Versteck“, schrieben sie.







