Die Empörung in der Türkei ist gross, nachdem Ekrem Imamoglu in Haft genommen worden ist. Die Maschinerie der türkischen Repression laufe auf Hochtouren, sagt der NZZ-Korrespondent Volker Pabst im Podcast.
Türkei: Keine Gnade für Erdogans Gegner
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In dieser Podcast-Episode:
Der Istanbuler Bürgermeister Ekrem Imamoglu steht in seinem Ankleidezimmer und bindet sich die Krawatte um. Er richtet seinen Hemdkragen und spricht währenddessen zur Kamera. Er sagt, die Polizei sei da und werde ihn festnehmen. Die Polizisten würden aber nur instrumentalisiert, von jemand anderem. Den Namen der Person spricht Imamoglu nicht aus. «Aber», sagt der Türkei-Korrespondent Volker Pabst, «Imamoglu gibt klar zu verstehen: Die Verantwortung für all das trägt die Regierung unter Präsident Recep Tayyip Erdogan.»
Die Verhaftung des populären Oppositionspolitikers vergangenen Mittwoch empört viele in der Türkei und lässt Zehntausende auf die Strassen gehen. Nur ein Tag zuvor war ihm aus fadenscheinigen Gründen sein Universitätsdiplom aberkannt worden. Genau das benötigt man laut türkischem Recht aber, wenn man für das Amt des Präsidenten kandidieren will. Die Sicherheitskräfte gehen mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Protestierenden vor.
Wie ist das harte Vorgehen Erdogans möglich? «Der türkische Rechtsstaat ist ausgehöhlt und die Justiz völlig politisiert», sagt Volker Pabst. In der neusten Folge von «NZZ Akzent» erklärt er, weshalb Erdogan Imamoglu unbedingt ausschalten will und warum die Reaktionen aus der EU und der Nato zurückhaltend ausfallen.
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