Zwei Gewerkschaften der Lufthansa-Mitarbeiter haben am Donnerstag koordinierte Streikaktionen von Piloten und Kabinenpersonal angekündigt. Hier ist, was wir bisher darüber wissen, wie Passagiere voraussichtlich betroffen sein werden.
Reisende in Deutschland sollten sich auf größere Störungen einstellen, da am Donnerstag im Laufe des Tages mit erheblichen Annullierungen und Verspätungen zu rechnen ist.
Gewerkschaften, die Piloten und Kabinenpersonal vertreten, haben zu ganztägigen Streiks aufgerufen, das genaue Ausmaß der Absagen ist jedoch zum Zeitpunkt des Schreibens noch unklar. Nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur warte die Fluggesellschaft noch auf detaillierte Informationen der Gewerkschaften.
Was wir bisher wissen
Die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) bestätigte am Dienstag, dass der Streik für alle Lufthansa- und Lufthansa Cargo-Flüge gilt, die am Donnerstag zwischen 00:01 und 23:59 Uhr von deutschen Flughäfen abfliegen.
Gleichzeitig hat die Flugbegleitergewerkschaft UFO die Belegschaft der Lufthansa CityLine dazu aufgerufen, sich dem Streik anzuschließen. Nach Angaben der Gewerkschaft ist mit Störungen bei CityLine-Abfahrten unter anderem von Frankfurt, München, Hamburg, Bremen, Stuttgart, Köln, Düsseldorf, Berlin und Hannover zu rechnen.
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Diese koordinierte Aktion folgt auf frühere Streikabstimmungen unter VC-Mitgliedern, die im September für Arbeitskampfmaßnahmen gestimmt hatten.
UFO startet unterdessen ohne Abstimmung einen Warnstreik und verweist auf die geplante Schließung der Lufthansa CityLine und die Weigerung der Fluggesellschaft, einen Sozialplan auszuhandeln.
Was Passagiere wissen müssen
Lufthansa ist verpflichtet, Passagiere direkt zu benachrichtigen, wenn ihr Flug annulliert wird oder sich stark verspätet. Die Fluggesellschaft gab an, dass betroffene Kunden automatisch kontaktiert würden – in der Regel per E-Mail oder über die Lufthansa-App – wo möglicherweise auch Umbuchungsmöglichkeiten bestehen.
Reisende können ihren Flugstatus auch selbst überprüfen, indem sie ihre Flugnummer auf der Website oder App von Lufthansa eingeben.
Gemäß den EU-Verordnungen zu Fluggastrechten haben Passagiere möglicherweise Anspruch auf:
- Kostenlose Umbuchung, auch auf alternative Routen oder andere Fluggesellschaften
- Eine vollständige Rückerstattung des Ticketpreises bei Annullierungen oder Verspätungen von mehr als fünf Stunden
- Hotelunterbringung und Verpflegung bei langen Wartezeiten
- Entschädigung von 250–600 € bei Verspätungen über drei Stunden oder Annullierungen, wie z. B. Streiks von Lufthansa-Mitarbeitern nicht gelten als „außergewöhnliche Umstände“.
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Warum streiken Lufthansa-Mitarbeiter?
Lufthansa-Piloten fordern eine verbesserte Altersvorsorge. VC-Präsident Andreas Pinheiro sagte, dass die Mitarbeiter „eine Eskalation sehr gerne vermieden hätten“.
Nachdem die Gewerkschaftsmitglieder im September eine Streikabstimmung durchgeführt hatten, „haben wir der Lufthansa bewusst mehrere Monate Zeit gegeben, um eine Lösung zu finden“, fügte er hinzu.
UFO, die das Kabinenpersonal vertritt, argumentiert, dass ein Streik notwendig sei, um der Verschlechterung der Arbeitsbedingungen entgegenzuwirken und Verhandlungen über die geplante Schließung der Lufthansa CityLine zu erzwingen, die rund 800 Arbeitsplätze gefährdet.
Der UFO-Beamte Harry Jaeger kritisierte die Lufthansa dafür, dass sie mehr „Produktivität und Flexibilität“ fordere und gleichzeitig einen stärkeren Schutz für die Besatzung ablehne.
Lufthansa hat die kurzfristige Ankündigung unterdessen scharf kritisiert, sie als „unverhältnismäßig“ bezeichnet und darauf bestanden, dass sie weiterhin bereit sei, die Gespräche jederzeit wieder aufzunehmen.
Im September kündigte die Fluggesellschaft außerdem an, 4.000 Stellen abzubauen, also fast vier Prozent ihrer Belegschaft. Aufgrund von Arbeitsniederlegungen, Verzögerungen bei der Flugzeugauslieferung und steigenden Kosten gingen die Gewinne des Unternehmens im Jahr 2024 – dem letzten verfügbaren Gesamtjahr – um ein Fünftel zurück und die Rentabilität ist hinter die der führenden europäischen Konkurrenten zurückgefallen.







