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Startseite » «Präsidenten sind keine Könige»: Joe Biden beginnt seinen langen Rückzug aus dem öffentlichen Leben
Welt

«Präsidenten sind keine Könige»: Joe Biden beginnt seinen langen Rückzug aus dem öffentlichen Leben

MitarbeiterBy MitarbeiterJuli 25, 2024
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«Präsidenten sind keine Könige»: Joe Biden beginnt seinen langen Rückzug aus dem öffentlichen Leben

«Das war die grösste Ehre meines Lebens»: Biden erklärt in einer Fernsehansprache ein bisschen, warum er aus dem Präsidentschaftswahlkampf ausgestiegen ist. Er wolle das Land einigen, indem er die Macht an die jüngere Generation übergebe.

Leicht gefallen ist Joe Biden diese Ansprache sicher nicht. Aber der amerikanische Präsident liess sich dies am Mittwoch, als er im Oval Office des Weissen Hauses eine vorgezogene Abschiedsrede hielt, nicht anmerken. Stattdessen ergriff der Demokrat die Gelegenheit und gab eine Liebeserklärung auf sein Land ab.

Der Anlass für diese Ansprache: Die historische Entscheidung Bidens vom vorigen Sonntag, sich doch noch aus dem Präsidentschaftswahlkampf zurückzuziehen. Er hätte am Mittwoch eigentlich begründen wollen, wie es dazu kommen konnte.

Auf diesen Punkt ging der 81-Jährige aber nur am Rande ein. So erwähnte er seinen Gesundheitszustand, der vor mittlerweile vier Wochen zu einer denkwürdigen schwachen Vorstellung in der TV-Debatte gegen den Republikaner Donald Trump geführt hatte, mit keinem Wort. Auch über die persönlichen Druckversuche aus den eigenen Reihen, die für einen Berufspolitiker wie Biden demütigend gewesen sein müssen, verlor der Präsident kein Wort. Stattdessen begründete er seinen Rückzug mit «der Notwendigkeit, meine Partei zu einigen».

«Neue, frische, ja, junge Stimmen»

Dann kam der Teil der Ansprache, der in Erinnerung bleiben wird. Biden sagte, die Zeit sei nun gekommen, die Verantwortung an eine neue Generation zu übergeben. Nun seien «neue Stimmen», die «frisch» und «ja, jung» sind, gefragt.

President Biden: «Nothing, nothing can come in the way of saving our democracy, that includes personal ambition. So, I have decided the best way forward is to pass the torch to a new generation. That’s the best way to unite our nation.» pic.twitter.com/Df04E33JSO

— CSPAN (@cspan) July 25, 2024

Natürlich verband Biden diesen Wunsch mit der Aufforderung, seiner Stellvertreterin Kamala Harris (59) eine Chance zu geben. Sie habe Erfahrung, sagte Biden, sei zäh und fähig, eine «unglaubliche» Führungskraft. Auch garantierte die Vizepräsidentin, dass sein Land, das am Scheideweg stehe, die richtige Entscheidung für die Zukunft treffe. Die Idee, die das amerikanische Fundament bilde, «liegt in ihren Händen», sagte er dem Fernsehpublikum.

Und darum ging es Biden letztlich. Er wollte noch einmal unterstreichen, dass es kein anderes Land auf der Welt gebe, in dem er – «ein Kind, das stotterte» – es aus einfachen Verhältnissen nach ganz oben schaffen könne. «Aber hier bin ich nun», am «Resolute Desk» im Oval Office sitzend, sagte Biden. «Das ist es, was Amerika so besonders macht.»

Er verehre zwar sein Amt, das er noch bis im Januar 2025 ausüben will, sagte der Präsident. Aber sein Land liebe er «noch stärker». Deshalb habe er seine «persönliche Ambition» zurückgestellt, um die Nation zu einigen und die Demokratie zu retten. «Präsidenten sind keine Könige.»

Biden war während seiner Rede, die vielleicht 11 Minuten lang dauerte, von Familienmitgliedern umrahmt. Seine Gattin Jill war da, sein Sohn Hunter und seine Tochter Ashley. Er sprach mit leiser Stimme und verhaspelte sich ab und zu. Als er die Ansprache fertig abgelesen hatte, sagte er: «Das war die grösste Ehre meines Lebens.» Später sprach Biden zu einer grossen Gruppe von Angestellten des Weissen Hauses, die sich im Rosengarten des Weissen Hauses versammelt hatten.

Trump sagt, er werde nun nicht mehr «nett» sein

Sein ehemaliger Konkurrent hielt derweil am Mittwoch in Charlotte (North Carolina) eine Wahlkampfrede, die mehr als 90 Minuten lang dauerte. Dabei kritisierte er Biden und Harris scharf. Die neue Präsidentschaftskandidatin der Demokraten sei inkompetent, sagte Trump, und «linker» als Bernie Sanders, der selbsternannte demokratische Sozialist im Senat.

Trump verabschiedete sich zudem bereits wieder von seinem neuen Image, das er sich vorige Woche nach dem Mordversuch gegen ihn zugelegt hatte. Er gab sich nicht mehr versöhnlich, sondern höchst aggressiv. «Wenn man mit diesen Leuten zu tun hat, die sehr gefährlich sind, kann man nicht nett sein», sagte der Republikaner vor einem jubelnden Publikum. «Wenn Sie nichts dagegen haben, werde ich nicht nett sein. Ist das okay?» Die Menge gab zurück: «Fight, fight, fight!»

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